Architekturpreise: Zentrum für Gesundheit Gengenbach räumt doppelt ab

Freuen sich über die Auszeichnung zum „Best of Architekture 2026": Rainer Stapf (links) und Jürgen Caruso auf dem „Best of Architekture Summit" in München.
Callwey/Andreas Gebert- Zentrum für Gesundheit Gengenbach erhält zwei Auszeichnungen – „Best of Architecture 2026“ und „German Design Award 2027“.
- Beim Callwey-Preis gab es eine Anerkennung in „Healing Architecture“, die Verleihung war in München.
- Der Neubau überzeugt durch städtebauliche Einbindung, Außenbereiche und regionale Materialien.
- Bau begann im Frühjahr 2023 und wurde im Herbst 2025 fertiggestellt, Kosten rund 30 Millionen Euro.
- Größte Einrichtung ist das Haus Martin mit 90 Plätzen, dazu kommen Praxen und eine Bäckerei.
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Beim „Best of Architecture 2026“ des Callwey-Verlags in München erhielt der Neubau in Gengenbach eine Anerkennung in der Kategorie „Healing Architecture“. Architekt Jürgen Caruso und Rainer Stapf, Geschäftsbereichsleiter Bau und Technik beim Ortenau-Klinikum, nahmen die Auszeichnung am vergangenen Donnerstag in München bei der Preisverleihung entgegen, heißt es in einer Mitteilung des Ortenauer Klinikverbunds. Zudem wurde das Gebäude als einer der Gewinner des „German Design Award 2027“ in der Kategorie „Excellent Architecture – Architecture – Public“ ausgezeichnet, wie der „German Design Council“ kürzlich bekanntgab.
„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnungen. Sie sind eine Anerkennung für gute Architektur in der Ortenau und zeigen, dass sich eine sorgfältige Planung und eine überzeugende Gestaltung auch bei einem Gebäude mit vielfältigen Nutzungen auszahlen. Mein besonderer Dank gilt dem Architekten Jürgen Caruso mit Team, den Fachplanern, unserem Projektleiter Hans-Joachim Kimmig und allen am Bau Beteiligten, die dieses anspruchsvolle Projekt mit viel Engagement und architektonischem Gespür so gelungen realisiert haben“, sagt Rainer Stapf.
Zentrum überzeugt durch „städtebauliche Einbindung“
Mit dem „Best of Architecture Award“ vergibt der Callwey-Verlag jährlich verschiedene Architektur- und Designpreise. Die Kategorie „Healing Architecture“ würdigt Architektur- und Innenarchitekturprojekte im Gesundheitswesen, die durch ihre Gestaltung das Wohlbefinden und die Lebensqualität ihrer Nutzer unterstützen.
Der „German Design Award“ wird vom „German Design Council“ vergeben und zählt Klinikum zu den international ausgerichteten Designpreisen. Er würdigt herausragende Gestaltung, die neue Impulse setzt und über die reine Funktionalität hinaus Wirkung entfaltet. Das Zentrum für Gesundheit Gengenbach überzeugte durch seine städtebauliche Einbindung, die Gestaltung der Außenbereiche und die Verbindung regionaler Materialien mit zeitgemäßer Architektur.
Neubau am Standort des alten Klinikums
Der Neubau des Zentrums für Gesundheit Gengenbach entstand nach dem Rückbau des ehemaligen Klinikums in Gengenbach. Der nahezu quadratische Baukörper bildet gemeinsam mit dem denkmalgeschützten Alten Spital einen geschützten Innenbereich mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Fassade kombiniert regionale Weißtanne mit Sichtbeton. Vorgelagerte Balkone mit raumhohen Sonnen- und Sichtschutzelementen erweitern die Bewohnerzimmer und ermöglichen den Bewohnerinnen und Bewohnern einen eigenen Außenbereich.
Geplant wurde der Neubau von der Caruso-Architekten aus Offenburg. Bauherr ist das Pflege- und Betreuungsheim Ortenau, Auftraggeber das Ortenau-Klinikum. Der Bau wurde im Frühjahr 2023 begonnen und im Herbst 2025 fertiggestellt. Der Ortenaukreis investierte rund 30 Millionen Euro in den Neubau.
Pflegeheim bietet Plätze für 90 Patienten
Das Zentrum für Gesundheit Gengenbach wird vorrangig für die pflegerische Versorgung genutzt. Größte Einrichtung im Gebäude ist das Haus Martin des Pflege- und Betreuungsheims Ortenau mit 90 Plätzen. Darüber hinaus bietet der Neubau Raum für medizinische Praxen und eine Bäckerei. „Damit ergänzt das Zentrum die bestehenden Gesundheitsangebote in Gengenbach und stärkt die Versorgung im vorderen Kinzigtal“, so die Mitteilung. Zugleich stehe der Neubau für die Weiterentwicklung des ehemaligen Klinikgeländes im Rahmen des vom Kreistag beschlossenen Agenda 2030.
Fast 65.000 Patienten jährlich
Das Ortenau Klinikum ist ein kommunaler Klinikverbund des Ortenaukreises und zählt zu den größten Gesundheitsversorgern in Baden-Württemberg. An mehreren Standorten versorgt es jährlich rund 64.800 Patienten stationär sowie mehr als 194.000 ambulant. Mit der Agenda 2030 reibt das Klinikum eine der größten Strukturentwicklungen in der Gesundheitsversorgung in Deutschland voran, so die Mitteilung. Aktuell entstehen Klinikneubauten, Zentren für Gesundheit und neue, sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen, die die Gesundheitsversorgung im Kreis nachhaltig sichern.