Martina und Moritz aus Sulz
: Der größte „Fehlgriff“ der Fernsehköche

Welcher Missgriff den Fernsehköchen Martina und Moritz aus Sulz in der Küche passiert ist, – aber auch vieles mehr – erzählen sie im Podcast „Soulfood Passionistas“.
Von
Daniel Schneider
Oberndorf

Gab es im Dezember 2025 noch Brathuhn, stand im Januar 2026 hingegen Kalbszunge mit Artischocken und Feldsalat mit Rote Beete, Chili-Cracker und Schinken auf dem Tisch (Archiv-Foto).

Otto

„Ich war ich so aufgeregt, als ich hereingekommen bin“, gesteht Bernd „Buddy“ Zipper. Der überzeugte Hobbykoch hat den weiten Weg von Essen nach Sulz auf sich genommen, um für seinen Podcast „Soulfood Passionistas“ Martina und Moritz zu treffen.

Während draußen die Januarkälte herrscht, knistern im Inneren des Ritterguts die Holzscheite im Kamin. Über die WDR-Serie „Kochen mit Martina und Moritz“ habe er immer neue Möglichkeiten und Tipps erfahren, verrät er. „Ihr begleitet mich – inklusive der Wiederholungen – seit 38 Jahren“, sagt Zipper.

Unter den Top vier

Solche persönlichen Bekenntnisse hören die beiden öfters, erklärt Martina Meuth – nachdem sie ihrem Gast Kalbszunge mit Artischocken und Feldsalat mit Rote Beete, Chili-Cracker und Schinken aufgetischt hatte.

„Viele sagen uns, sie hätten unsere Sendungen schon als Kind auf dem Schoß der Oma gesehen und uns so beim Kochen zugeschaut“, erinnert sie sich. Und erfährt nebenher von Zipper, dass die WDR-Reihe nach einer japanischen Kochshow, einer mexikanischen Kochsendung und einem Fernsehformat aus den USA die viertlängste ausgestrahlte Kochsendung weltweit sei.

Fahrt durch den Schwarzwald

Und dann wird es schnell privat – und zwar, wie Bernd Neuner-Duttenhofer denn zu seinem Namen „Moritz“ kam. Alles habe 1964 mit einer Urlaubsreise von Studienkollegen von München nach Spanien begonnen, erinnert er sich.

„Ich habe die beiden vorher nur zweimal gesehen“, beschreibt er die spontane Planung, die ein Pärchen aus München und ihn zur Fahrt im VW durch den Schwarzwald Richtung Süden bewegte. Auf der Höhe von Durbach hätten sie ihn dann gefragt, wie er denn eigentlich heiße.

Auch Patensohn heißt Moritz

Als seine Antwort „Bernd“ lautete, kam zurück: „Das klingt aber hart – hast du nicht einen anderen Namen?“ Nachdem Bernds Alternativvorschläge „Michael“ und „Maximilian“ ebenfalls abgelehnt wurden, entstand jedoch die Assoziation zu „Max und Moritz“ und somit „sein“ Name Moritz.

Doch dabei blieb es nicht. Die lose Bekanntschaft entwickelte sich zur tiefen Freundschaft. Ihren ersten Sohn nannte das Münchner Paar Moritz – „Er ist mein Patensohn“, verrät der bekannte Fernsehkoch.

Tafelsilber, Damast und Promis

Zwischen 1988 bis 2021 liefen 414 Folgen der Kochsendung – in der Anfangszeit bedeutete das für Martina und Moritz drei Drehtage zum Kochen und einen Drehtag an der Tafel mit Gästen. „Da war auch ein Professor für gesunde Ernährung dabei, mit dem wir über das Essen sprachen“, erinnert sich Moritz.

Denn das Ziel des Paares: „Wir wollten überzeugen, dass man gesund, einfach und gut kochen kann.“ Und da die Ausstrahlung sonntags um 17 Uhr – also in direkter Konkurrenz zur „Sportschau“ – lief, brauchte es neben Tafelsilber und Damast auch prominente Gäste. „Beim Thema ‚Zucchini‘ hatten wir den grünen Minister Joschka Fischer am Tisch“, blickt Moritz zurück.

Die Tarte mit Trockenobst

Damals wurde das Drehteam von zwölf Leuten samt Übertragungswagen vom WDR bezahlt – bei den selbst produzierten Videos „Sendungen vom Apfelgut“ müssen die beiden persönlich für die Kosten für Dreh, Schnitt und alles weitere aufkommen. „Das kostet Geld“, bittet Martina ihre Fans um Verständnis, da sie für die 25 Euro pro Folge mitunter der „Geldgier“ bezichtigt wurden.

Doch all die Jahre vor der Kamera – ist da nicht einmal auch ein Missgriff passiert, will Zipper wissen. Einmal habe es da eine Tarte mit Trockenobst gegeben, bei der die Früchte karamellisiert werden mussten, erzählt Moritz. Als die Tarte aus dem Ofen kam, sei oben alles wunderschön braun gebacken gewesen, erinnert er sich.

Usedom und München

„Beim Sturz auf den Teller zeigte sich statt dem braunen Karamell eine rosa – geradezu schinkenartige – Farbe“, beschreibt er dann den Schock. Der Grund: Martina hatte beim Karamellisieren statt Zucker aus Versehen das Salz genommen.

Und wo gehen so berühmte Fernsehköche eigentlich selbst zum Essen hin? „Da wir hier weitab wohnen, essen wir fast immer zu Hause“, erklärt Martina. Doch hätten sie kürzlich auf Usedom eine schöne Gaststätte gefunden, darüber hinaus gebe es in Freiburg einen tollen Italiener. „In München gehen wir stets zu unserem Lieblingschinesen“, sagt sie.

Die 192. Folge „Martina + Moritz: Kulinarik ohne Pose: Genuss mit Haltung + Herz“ des Podcasts „Soulfood Passionistas“ ist online abrufbar.

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