Kirche in Oberndorf: Der Weg zum „gnädigen Gott“

Thorsten Sosinski (von links) würdigt das "klangvolle" Wirken der Ausführenden Michael Link, Valentina Toni und Pfarrer Marcel Brenner zum Reformationstag 2026 in der evangelischen Stadtkirche Oberndorf.
Kussmann-Hochhalter- Musik und Wort zum Reformationstag in der Stadtkirche Oberndorf – gut ausbalanciert präsentiert.
- Barockmusik prägte den Abend: Orgel nach Luther-Chorälen, Sonaten, Sarabande und Passacaglia.
- Getragene Tempi dominierten, gespielt von Michael Link an der Orgel und Valentina Toni an der Barockvioline.
- Pfarrer Marcel Brenner las Texte, u. a. von Christina Brudereck über „trotzige Kraft“ im Glauben.
- Abschluss mit „Vater unser im Himmelreich“ von Luther: Orgelbearbeitung von Georg Böhm und Gemeindegesang.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Als „Musik & Wort zum Reformationstag“ war die Veranstaltung am Abend des 31. Oktober in der Evangelischen Stadtkirche angekündigt worden. Nicht ausdrücklich als Konzert und auch nicht als Gottesdienst. In diesem Gleichgewicht waren Zusammenstellung und Präsentation von Musiken und Texten sehr gut ausbalanciert.
Keineswegs eine Beschränkung war es, dass die ausgewählte Musik ausschließlich aus dem Barock stammte. Doch weit gedehnt war die Bandbreite von Orgelversionen nach Lutherischen Chorälen über Sonaten bis zu Tanzmusiken wie Sarabande oder Passacaglia. Der Stimmung des Anlasses entsprechend – Reformationstag – verdichtete sich die Auswahl auf gemäßigte, getragene, fast besinnliche Temperamente: adagio und andante, aber auch mal largo oder presto. Die Vielfalt in dieser Komprimierung beherrschten die Interpreten sehr ausgeglichen und in bester Harmonie: Michael Link an der Orgel und Valentina Toni an der Barockvioline.
„Trotzige Kraft“
Für die Texte – Auswahl und Rezitation – war Marcel Brenner verantwortlich. Am Reformationstag: natürlich mit Luther. Der hatte sich gefragt: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Anfangs noch war seine Seele gefangen von Angst vor Strafe und Untergang. Doch er erkannte, dass Frömmigkeit bedeutet, furchtlos zu leben, bedingungslos von Gott geliebt zu werden und zu lieben. Aber so wie er vor einem halben Jahrtausend erfahren es noch heute Menschen, auch gläubige, wie Angst und Liebe immer wieder miteinander ringen. In den Mittelpunkt hatte Brenner Texte der Theologin Christina Brudereck gestellt, aus ihrem Buch „Trotzkraft“: Geschichten von Menschen, von deren „trotziger Kraft“ im Glauben und gegen die Angst, vor Gott nicht bestehen zu können.
Zum Schluss hin verschmolzen die Elemente „Worte“ und „Musik“ miteinander sowie das Miteinander zwischen Interpreten und Publikum in dem gemeinsam vorgetragenem „Vater unser im Himmelreich“. Diesen Text, natürlich angelehnt an das christliche Ur-Gebet, hatte Martin Luther 1538/39 geschrieben. Nach einer Choralbearbeitung für die Orgel – im Übergang vom 17. ins 18. Jahrhundert von Georg Böhm komponiert und von Michael Link und Valentina Toni intoniert – sangen Pfarrer Brenner und die Gemeinde das Kirchenlied im Wechsel.
Zum Ende hin fand der Konzertabend dann doch auch seinen gottesdienstlichen Charakter mit dem Segen durch den Pfarrer im Talar.
In seinen Dankesworten fasste Thorsten Sosinski als Vorsitzender des Kirchengemeinderates das Erlebte zusammen in dem Titel der Veranstaltung: „Klangvoll“, besser in der Betonung der Worte: „Klang! voll!“ Und die rund 80 Besucher stimmten dem mit langanhaltendem Beifall herzlich zu.
