Nagolder Unternehmen
: So geht es bei Häfele nach der Cyberattacke weiter

Seit dem 2. Februar leidet Häfele unter einem Cyberangriff. Nun heißt es: Das Unternehmen mache „erkennbare Fortschritte“ beim Wiederaufbau seiner IT-Systeme.
Von
Salome Menzler
Nagold
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Unternehmen Häfele Nagold

Das Nagolder Unternehmen Häfele wurde Opfer eines Cyberangriffs. So geht es weiter.

Thomas Fritsch
  • Häfele wurde Ziel eines Ransomware-Angriffs und trennte präventiv alle IT-Systeme vom Netz.
  • Die Firma stellt Daten wieder her und baut die Systemlandschaft neu auf – Zugriff teils möglich.
  • Ermittlungen laufen, Details zu Ursprung und betroffenen Standorten nennt Häfele nicht.
  • Ab Donnerstag, 9. Februar beginnt die Ausgabe neu formatierter Laptops und PCs an Mitarbeitende.
  • Kurzarbeit ist seit 3. Februar angemeldet, das Unternehmen stockt das Kurzarbeitergeld auf 100 %.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vor einer Woche wurde das Nagolder Unternehmen Häfele Ziel eines Cyberangriffs. Präventiv wurden alle IT-Systeme des weltweit agierenden Unternehmens heruntergefahren und vom Internet getrennt. Das Unternehmen fing direkt an „mit der Wiederherstellung von Daten und dem Neuaufbau der Systemlandschaft“.

Wie das Unternehmen nun auf Anfrage unserer Redaktion in einer Pressemitteilung bekannt gibt, handelte es sich bei der Attacke um einen Ransomware-Angriff.

Lösegeld wird für Daten Häfeles gefordert

„Bei einem Ransomware-Angriff werden die Daten auf einem IT-System verschlüsselt und eine Entschlüsselung erst gegen Zahlung eines Lösegeldes (englisch Ransom) in Aussicht gestellt“, erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf dessen Webseite. Bei einem Ransomware-Angriff wird demnach auch immer öfter mit der Veröffentlichung der entwendeten Daten gedroht, „um das Opfer zusätzlich unter Druck zu setzen“.

Aufgrund der aktuell laufenden Ermittlungen könne Häfele allerdings keine detaillierten Angaben zum Ursprung, möglichen Tatverdächtigen oder den tatsächlich betroffenen Standorten der Firma machen. Dies erklärt Pressesprecherin Sarah Grünler auf Anfrage.

Nach nur einer Woche mache das Unternehmen allerdings „erkennbare Fortschritte“ und könne bereits auf notwendige Daten wieder zugreifen. Somit zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, dass die „unternehmerische Kommunikation sehr bald wiederhergestellt werden kann“, heißt es in der Mitteilung. Demnach starte bereits am Donnerstag, 9. Februar die Ausgabe von neu formatierten Laptops und PCs an die Mitarbeiter.

Reger Austausch nach Cyberangriff mit Polizei

„Es zeigt sich auch in dieser herausfordernden Situation, dass Häfele als Familienunternehmen eine starke, wirtschaftliche Basis hat und in der Lage ist, sein Leistungspotenzial abzurufen“, betont Unternehmensleiter Gregor Riekena. Nicht nur arbeite das Unternehmen eng mit der Kriminalpolizei Calw und externen Forensikern zusammen. Auch Geschäftsleitung und Betriebsrat seien in engem Austausch, um einerseits die Mitarbeiter stets auf dem Laufenden zu halten. Andererseits, um eine Regelung zu finden, „wie damit umgegangen wird, wenn Mitarbeitende aufgrund der nicht verfügbaren IT-Infrastruktur nicht oder nicht voll arbeiten können“, heißt es weiter.

Die modernen Geschäftsprozesse des Unternehmens, insbesondere in der Logistik, seien komplett digital ausgelegt und auf die IT-Systeme angewiesen.

Häfele meldet Kurzarbeit an

Das Unternehmen meldete bereits am 3. Februar Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit an. Somit könne nun je nach Arbeitsfähigkeit und Bereich individuell kurzgearbeitet werden. Das Unternehmen stocke das Kurzarbeitergeld zu 100 Prozent auf, dass Mitarbeiter dennoch ihr volles Gehalt erhalten sollen.

„Wir stecken zwar noch mitten in der Bewältigung dieser Herausforderung, haben aber in wenigen Tagen dank weltweit vereinter Kräfte bereits enorme Fortschritte gemacht“, unterstreicht Riekena. „Wir sind sehr zuversichtlich, auf dieser Basis schon bald unsere Lieferfähigkeit wiederherzustellen.“

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