Auffangstation bei Nagold
: Vorsicht bei der Gartenarbeit kann Igeln das Leben retten

Herrlich, diese warmen Vor-Frühlingstage. Für Igel allerdings sind sie hochgefährlich. Um Igel-Leben nicht zu gefährden, könnten ein paar Tipps der Auffangstation Hochdorf helfen.
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(red/pm)
Oberndorf
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Ein entkräfteter Fundigel.

Münchau

Die Tage sind wieder länger, die Temperaturen höher, Zugvögel kehren schon zurück, der Frühling kündigt sich an. Und mit den wärmeren Tagen lockt es die Blumenfreunde in ihre Gärten und die Teilnehmer an Landschafts-Putzete zum Frühjahrsaufräumen.

„Doch Vorsicht: es gibt einige Tierarten, die den Winter noch in ihren Nestern verschlafen“, warnt Barbara Münchau von Kameldoc’s Tierfarm in Hochdorf, die dort auch eine Auffangstation betreibt.

Der Grund: Es gebe noch kaum Futter, zum Beispiel Insekten, Würmer und Schnecken – die Nahrung der Igel. Deren Körperfunktionen sind im Winter auf ein Minimum herabgesetzt, auch die Körpertemperatur sinkt bis auf fünf Grad, und sie schlummern zusammengerollt in stabilen Winternestern unter Reisig- oder Laubhaufen, stützendem Astwerk in Hecken oder unter Bodendeckern, in Hohlräumen von Holzstapeln oder Steinhaufen.

Vorsicht ist auch bei Bauarbeiten geboten

Dort sollte man beim Aufräumen besonders aufpassen, keine spitzen Werkzeuge wie Gabeln oder gar Laubbläser verwenden, beim Umsetzen von Kompost vorsichtig vorgehen und nicht ohne Überprüfung ein Feuer anzünden. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Vorsicht ist auch bei Bauarbeiten geboten. Wenn jetzt ihr Winternest zerstört wird, haben Igel bei Verletzungen und ohne Futter- und Wasserstelle wenig Überlebenschancen, denn sie werden krank, magern ab und sterben schließlich völlig entkräftet, wenn sie nicht in eine Igelstation gebracht werden.“

Durch die plötzliche Wärme beginne allerdings auch der Stoffwechsel der Igel zu arbeiten, obwohl eigentlich noch Winter ist. Wenn das Körpergewicht am Winteranfang unter 700 Gramm war, werden die Tiere wach und suchen hungrig nach Futter. Das Problem: „Aber es wird mit Sicherheit nochmal kalt werden. Erst in lauen Aprilnächten unternehmen Igel normalerweise die ersten größeren Ausflüge, suchen aber das Winternest weiterhin auf, wenn das Wetter nochmals ungemütlich wird, und schlafen weiter, deshalb räumen Sie es bitte nicht weg.“

Nach dem Aufwachen muss das verlorene Gewicht aufgeholt werden. Dabei können Sie die nützlichen, vom Aussterben bedrohten Stacheltiere mit artgerechtem Igel-Trocken- oder Katzenfutter (ohne Obst und Gemüse) und Wasserschüssel in einer katzensicheren Futterstelle unterstützen, da das Nahrungsangebot noch nicht optimal sei.

Hilfe für Igel

Wer weitere Fragen hat,
unsicher ist oder einen Igel im Garten findet, erhält Rat und Hilfe, Infomaterial, Spezialfutter sowie Bauanleitungen bei Igelexperten, Igelstationen (siehe Internet) sowie auf Kameldoc´s Tierfarm, Gnadenhof und Igel-Klinik (Arche Hochdorf) bei Familie Münchau / Kohm, Telefon mit AB: 07459-9332936 und 01752248842 (Nachricht mit Telefonnummer hinterlassen für Rückruf).

Die beste Hilfe,
Igel in ihrem natürlichen Lebensraum zu unterstützen, sind: naturnahe Gärten ohne Gift und Pestizide mit Unterschlupfmöglichkeiten, Laub- und Reisighaufen, Kompoststelle, flacher Wasserschale, Futterstelle bei Dauertrockenheit oder -regen mit Überschwemmungen. Ausstiegshilfen am Teich oder Pool und an Treppen. Abdecken von Licht- und Kellerschächten. Durchgänge zu anderen Gärten. Vermeiden von Gefahren durch Verheddern in Netzen, Maschendraht oder gelben Säcken, Verletzungen durch Freischneider, Tellersensen, Mäh-Roboter, Laubsauger oder –bläser, Verbrennungen.

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