Arbeitsmarkt: SPD-Delegation besucht Agentur für Arbeit

Besuch bei der Agentur für Arbeit (von links): Daniel Steinrode, Martina Lehmann, Carl Staud, Daniela Steinrode, Udo Strobel, Marina Ederle und Annette Hanfstein
Stefan Gauß- SPD-Delegation informierte sich in Nagold bei der Agentur für Arbeit zum Arbeitsmarkt.
- Lehmann: Frühzeitige Vermittlung, Qualifizierung und Beratung sollen Jobverlust vermeiden.
- Wirtschaftliche Krisen, Strukturwandel und Digitalisierung erhöhen den Reformdruck.
- Ausbildungsstellen gehen zurück, Weiterbildung gewinnt an Bedeutung – demografischer Druck wächst.
- Jobcenter Calw: Erst Existenz sichern, dann Integration – individuelle Begleitung bleibt zentral.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Arbeitsagenturchefin Martina Lehmann begrüßte die Gruppe, bestehend aus Daniel Steinrode, dem Vorsitzenden der Fraktion der SPD im Gemeinderat der Stadt Nagold, Daniela Steinrode, der Kreisvorsitzenden der SPD und Gemeinderätin der Stadt Nagold, sowie den beiden stellvertretenden Kreisvorsitzenden, Marina Ederle und Carl Staud. An dem Gespräch nahmen auch die Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit, Annette Hanfstein, und Udo Strobel, Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Calw, teil.
Entwicklung am Arbeitsmarkt
Gegenstand des Vortrags waren die Entwicklungen in der Wirtschaft und damit am Arbeitsmarkt, die seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine durch eine Massierung von Herausforderungen gekennzeichnet waren. In vielen Fällen konnten das Kurzarbeitergeld oder die Qualifizierung von Beschäftigten helfen, in manchen Betrieben komme es mittlerweile aber auch zu Umstrukturierungen und Personalabbau, heißt es in der Pressemitteilung.
Über die sogenannten Arbeitsmarktdrehscheiben versuche die Agentur für Arbeit frühzeitig, über Umvermittlungen in andere Betriebe oder entsprechende Umschulung und Weiterbildung Arbeitslosigkeit bei den betroffenen Beschäftigten zu vermeiden. „Hierzu haben wir ein spezielles Beratungsteam, das auch in den Betrieben vor Ort Unterstützung anbietet“, so Lehmann.
Enorme Herausforderungen
„Die leicht positive Entwicklung am Arbeitsmarkt und die intensive Vermittlungs- und Beratungsarbeit der Arbeitsagentur machen Mut. Gleichzeitig vergrößert sich die Schere zwischen Arbeitssuchenden und den verfügbaren Stellen in den vergangenen Jahren“, merkte Daniela Steinrode an. Sie fügte hinzu: „Die wirtschaftlichen Folgen der internationalen Krisen seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Strukturwandel und die Digitalisierung stellen Wirtschaft und Arbeitsmarkt vor enorme Herausforderungen. Deshalb brauchen wir jetzt den Mut zu Reformen, die unsere Wirtschaft wieder stärken und neues Wachstum ermöglichen. Nur mit einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft sichern wir langfristig Beschäftigung, Wohlstand und einen finanzierbaren Staat.“
Auch mit Blick auf Digitalisierung und den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz wird die Weiterbildung immer wichtiger. Viele Berufsbilder verändern sich rasant, Tätigkeiten werden anspruchsvoller und verlangen zunehmend neue Kompetenzen. „Berufliche Weiterbildung ist heute wichtiger denn je. Wer bereit ist, sich weiterzuentwickeln, verbessert seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich“, ergänzte Annette Hanfstein.
Weniger Ausbildungsstellen
Die wirtschaftliche Schwächephase hat auch Auswirkungen auf den regionalen Ausbildungsmarkt, weil die betroffenen Unternehmen die Zahl ihrer Ausbildungsplätze reduziert haben. „Natürlich spüren auch wir hier den Trend in Form von rückläufigen Ausbildungsstellenmeldungen. Ich bin dennoch zuversichtlich, dass der Großteil unserer Betriebe trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin in maximal möglichem Umfang in die Ausbildung des eigenen Fachkräftenachwuchses investieren wird“, so Lehmann.
„In Anbetracht der demografischen Entwicklung ist dies dringend notwendig, denn bis 2035 werden voraussichtlich rund fünfmal mehr Menschen aus dem Erwerbsleben ausscheiden als junge Menschen nachrücken“, so Lehmann weiter. Vor diesem Hintergrund diskutierte die Runde auch über die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für die Ausweitung der Frauenerwerbstätigkeit zu verbessern und die internationale Fachkräftegewinnung zu forcieren.
Arbeit des Jobcenters
Udo Strobel berichtete anschließend über die Arbeit des Jobcenters Landkreis Calw. Oberstes Ziel sei zunächst die Sicherung des Lebensunterhalts der Bürgergeldbeziehenden. Sobald diese gewährleistet sei, stehe die Integration in den Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. „Viele Menschen bringen mehrere Vermittlungshemmnisse gleichzeitig mit. Psychische Erkrankungen, fehlende Tagesstrukturen oder andere persönliche Belastungen erschweren häufig den Weg zurück in die Beschäftigung. Umso wichtiger ist eine individuelle Begleitung“, erklärte Strobel. Ziel bleibe immer, Menschen dauerhaft in Arbeit zu bringen und ihnen dadurch wieder ein selbstbestimmtes Leben ohne staatliche Unterstützung zu ermöglichen.
In der anschließenden Diskussion wurden weitere Zukunftsthemen aufgegriffen. Neben den Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz ging es unter anderem um Jugendliche ohne Schulabschluss und die Frage, wie sich mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung gewinnen lassen. Marina Ederle lobte die großen Bemühungen der Arbeitsagentur im Bereich Jugendarbeit: „Besonders junge Menschen aus schwierigen familiären Verhältnissen brauchen besondere Unterstützung beim Einstieg ins Berufsleben.“
