Wohnraum in Lörrach
: SPD will den „Bauturbo“ zünden

Die SPD-Gemeinderatsfraktion Lörrach fordert eine für die Einwohner spürbare Wohnraumoffensive 2030.
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(red/pm)
Lörrach
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Die SPD plädiert für bedarfsgerechten und sozialen Wohnungsbau. Hier das Großprojekt „Neue Mitte Nordstadt“.

Bernhard Konrad

Dies soll laut einer Stellungnahme der SPD-Fraktion durch den gezielten Einsatz des neuen Bundes-„Bauturbos“ und durch verbindliche Sozialquoten geschehen.

Durch die unmittelbare Nähe zur Schweiz und den Zuzug in die Regio stehe Lörrach unter einem im landesweiten Vergleich überdurchschnittlichen Mietpreisdruck. Die SPD fordert nun ein konsequentes Umdenken bei Nachverdichtungen, Aufstockungen und städtebaulichen Verträgen.

Schnell bedarfsgerechten Wohnraum schaffen

Nach Auffassung der SPD-Stadträte muss das Zeitfenster bis 2030 mit den Möglichkeiten des Bauturbos genutzt werden, um schnell bedarfsgerechten Wohnraum zu schaffen.

Die Stadtverwaltung soll Sonderregelungen nutzen, um Wohnungsbauvorhaben – insbesondere bei Nachverdichtungen im Innenstadtbereich, Aufstockungen und im Umfeld des neuen Zentralklinikums – unbürokratisch im Eilverfahren zu genehmigen. Damit sich auch Einwohner mit kleinerem Geldbeutel angemessenen Wohnraum leisten können, möchte die SPD die Nutzung des Bauturbos an eine verbindliche Sozialquote von 30 Prozent knüpfen. Ab einer Projektgröße von zehn Wohneinheiten fordert die SPD deshalb eine feste, über eine Mietpreisbindung öffentlich geförderte Quote.

Bei Großprojekten soll dieser Anteil noch höher ansetzten. Die 15-Prozent-Sozialquote im Belist habe kaum Wirkung gezeigt, kritisiert SPD-Stadträtin Christa Rufer. „Wir müssen jetzt den gesetzlichen Bauturbo zünden, um schneller zu werden, aber gleichzeitig klare soziale Leitplanken einziehen“, wird sie in der Mitteilung zitiert.

Fraktion sieht soziale Balance als gefährdet an

Dazu habe die SPD-Fraktion einen Antrag im Gemeinderat eingebracht. Bei städtebaulichen Verträgen müssten mindestens 40 Prozent der Flächen für kompakte Single oder Seniorenwohnungen sowie für alternative Wohnformen (etwa Senioren-Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäuser oder Demenzgruppen) reserviert werden. Erdgeschosswohnungen sowie über Aufzüge erreichbare Einheiten müssten schwellenlos und uneingeschränkt für Gehhilfen und Rollstühle nutzbar sein. Eine feste Rollstuhlquote von ein bis drei Prozent solle verpflichtend werden.

Mit diesen Maßnahmen kann dem demografischen Wandel deutlich stärker Rechnung getragen werden, erläutert SPD-Stadträtin Christa Rufer. Einen wichtigen Hebel sieht die SPD-Fraktion in der Halbierung des Stellplatzschlüssels, um Baukosten massiv zu senken. In einer dicht besiedelten Stadt wie Lörrach würden Stellplatzvorgaben und der Bau von Tiefgaragen die Wohnungen entscheidend verteuern.

Die SPD wolle hier gezielt ansetzen: Wo eine gute fußläufige Anbindung an den ÖPNV im Radius von 400 Metern gegeben ist oder ein alternatives Mobilitätskonzept mit Car-Sharing, Fahrradabstellanlagen nach ADFC-Standard und Jobtickets/Jahreskarten bereitgestellt werden, soll unbürokratisch vom üblichen Stellplatzschlüssel abgewichen werden können, heißt es in der Stellungnahme.

Angesichts der aktuellen Marktdaten, nach denen die durchschnittliche Quadratmetermiete in Lörrach im Jahr 2026 auf rund 13,61 Euro pro Quadratmeter bis hin zu Spitzenwerten von mehr als 16 Euro pro Quadratmeter gestiegen ist, sieht die Fraktion die soziale Balance gefährdet.