Ute Lusche zieht positive Bilanz: Lörrachs Bürgerstiftung macht die Stadt lebenswerter

Ute Lusche, Vorsitzende der Lörracher Bürgerstiftung, bei einer Veranstaltung der Stiftung im Burghof
Kristoff MellerBei der Stiftungsversammlung berichtete die Vorstandsvorsitzende Ute Lusche zunächst über die finanzielle Grundlage: Das Stiftungsvermögen ist im Jahr 2024 leicht angewachsen auf mehr als 3,7 Millionen Euro und nähert sich langsam der vier Millionen Marke, sagte Lusche.
Das Vermögen
Jeweils rund ein Drittel des Vermögens entfällt auf die Bürgerstiftung selbst, auf den Museums- und den Riehle-Fonds unter dem Dach der Stiftung. Es umfasst Geldanlagen und Immobilien. Die Benefizgala, die im Februar 2024 im Burghof stattfand, erbrachte einen Erlös von 16 000 Euro.
Die Sprachförderung
Seit 15 Jahren berät die Sozialpädagogin Michaela Kern die Lörracher Kitas in Sachen Sprachförderung und vermittelt ihnen Fachwissen. Sprachförderung für die Kinder und die Arbeit mit den Eltern seien notwendiger denn je, betonte Kern. Es gebe immer mehr Familien mit nicht deutscher Muttersprache. In den Familien werde immer weniger vorgelesen und miteinander geredet, was unter anderem an den sozialen Medien liege. Auch in den Kitas sei die Zeit zum Vorlesen und für Sprachförderung wegen des Fachkräftemangels oft knapp.

Ute Lusche (l.), der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Frank Hovenbitzer und Michaela Kern
Foto: Bernhard KonradVon Anfang an hat die Bürgerstiftung Kerns Stelle – aktuell 80 Prozent – wesentlich mit finanziert. Bis Mitte des Jahres 2023 gab es außerdem Gelder aus dem Bundesprogramm „Sprach Kita“, das neben der Beratung auch Sprachförderkräfte in Kitas finanzierte. Beides sei für den Erfolg wichtig, betonte Kern.
Sie freute sich, dass das Land mit seinem Programm „Sprach Fit“ die Sprachförderung in Kita und Grundschule nun bis Ende 2028 weiterführen und sogar ausbauen will. Kinder mit Sprachdefiziten erhielten in Zukunft im letzten Kita-Jahr vor der Schule Sprachförderung. Lusche hoffte auf eine zusätzliche halbe Stelle für die Fachberatung in Lörrach.
Das Willkommensfest
Zum ersten Mal organisierte die Bürgerstiftung im Mai 2025 im „Nellie Nashorn“ ein Willkommensfest für Neubürger. Kultureinrichtungen wie Burghof und „Tempus fugit“ stellten sich vor. Obwohl nicht ganz so viele Gäste gekommen seien, wolle man das Willkommensfest ab jetzt regelmäßig organisieren, kündigte Initiator Franz Schmieder an. An den Lörracher Gymnasien startete die Bürgerstiftung ein Kochprojekt mit der bekannten Kochbuchautorin Tanja Dusy. Es ist offen für alle Lörracher Schulen.
Berichtet wurde außerdem über das Projekt „Bücherschränke“ und über die Unterstützung aus dem Riehle-Fonds für Frauenhaus und Frauenberatungsstelle, für Musikpatenschaften an der städtischen Musikschule und für den Second-Hand-Laden des Fördervereins Hospiz, der kürzlich umgezogen ist.
Museumsfonds
Aus dem Museumsfonds wurden im Jahr 2024 für Restaurierungen und Neuanschaffungen in der Museumssammlung 28 700 Euro ausgegeben. Besonders wichtig sei der Kauf dreier Ölgemälde des Malers Emil Bizer gewesen, dessen Hauptthema die Landschaft des Markgräflerlands war, berichtete der Vorsitzende des Museumsvereins Markus Moehring.
Schubert-Durand-Stiftung
Gudrun Schubert berichtete über die Arbeit der Schubert-Durand-Stiftung, die der Bürgerstiftung eng verbunden ist. Neben der Förderung von Frauen und Mädchen aus dem islamischen Kulturkreis hat die Stiftung ein neues Projekt für Kinder angefangen: Für sie organisieren Stiftungsmitarbeiterinnen Nachhilfeunterricht, aber auch Führungen durch das Dreiländermuseum, Ausflüge oder vermitteln sie zum Beispiel in den Schachclub. Man wolle den Kindern Teilhabe ermöglichen, sagte Schubert.
Zum Projekt gehörten auch Elternkurse, um sie für die Bedürfnisse ihrer Kinder zu sensibilisieren.