Stadtbusverkehr in Lörrach: SPD-Fraktion fordert ständigen Fahrgastbeirat

Laut SPD-Fraktion muss der Stadtbusverkehr besser werden.
Die OberbadischeAngesichts der desolaten Situation im Stadtbusverkehr in Lörrach müssen die Zustände unter Mitwirkung der regelmäßigen Fahrgäste jetzt endlich verbessert werden, fordert SPD-Stadträtin Christa Rufer. Ein weiteres „Aussitzen“ seitens der Verantwortlichen der Stadtwerke und des beauftragten Busunternehmens sei nicht weiter hinnehmbar, heißt es in einer Mitteilung.
Zufriedenheit der Fahrgäste nehme ab
Beschwerden von Fahrgästen, Leserbriefe und Social-Media-Beiträge der vergangenen Monate zeigten, wie hoch der Handlungsdruck sei. Die Zufriedenheit der Fahrgäste mit dem Stadtbusverkehr nehme rapide ab.
Verspätungen und Busausfälle seien keine Ausnahmen. Pendler kämen oft zu spät zur Arbeit oder nicht nach Hause. An den zentralen Umsteigepunkten Stetten Bahnhof, Busbahnhof und S-Bahn-Halt Brombach/Hauingen sei die Erreichbarkeit von Anschlüssen nicht gewährleistet. Linienführung und Fahrpläne würden nicht an veränderte Gegebenheiten auf den Strecken angepasst. Eine verlässliche Kommunikation für Fahrgäste existiere nicht. Selbst das digitale Fahrgastinformationssystem zeige keine Verspätungen oder Busausfälle an. Bushaltestellen seien teils in einem schlechten Zustand. Befragungen zur Kundenzufriedenheit fänden nicht statt. Beschwerden der Fahrgäste würden meist abgewiegelt.
Die SPD-Fraktion stellte im Herbst 2022 den Antrag, einen Fahrgastbeirat einzurichten. Der Gemeinderat beschloss auf Vorschlag der Verantwortlichen, bei den Stadtwerken lediglich die Teilnahme von Projektbeteiligten an zwei Workshops zur Überarbeitung der Linienführung des Gesamtbusverkehrs.
Weiter heißt es, dass zwar eine E-Mail-Beschwerdestelle bei den Stadtwerken eingerichtet worden sei, diese Mail-Adresse sei aber bis heute auf keinem Fahrplan in Lörrach veröffentlicht.
Online-Beteiligung sei nicht genutzt worden
Auch seien die Hinweise aus der Online-Beteiligung zum Stadtbuskonzept bislang nicht ernsthaft für Verbesserungen genutzt worden. „Die sporadische Beteiligung in Workshops, bei denen die regelmäßigen Nutzer des ÖPNV völlig unterrepräsentiert waren, hat gezeigt, dass damit die wirklichen Probleme nicht angegangen werden“, kritisiert SPD-Stadträtin Christa Rufer.
Weiter heißt es: „Die Defizite liegen nicht allein in den Linienführungen, sondern auch der Pünktlichkeit, der Kommunikation und im Service.
Die SPD-Gemeinderatsfraktion hält die Schaffung eines ständigen Fahrgastbeirates für geboten, um den Belangen der ÖPNV-Nutzer wirksam Gehör zu verschaffen. Der Beirat soll als unabhängiges Bindeglied zwischen Nutzern des Busverkehrs und den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung, den Stadtwerken und den Busunternehmen fungieren.
Dadurch soll das Angebot besser auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmt werden. Der Fahrgastbeirat soll sich u.a. mit der Linienführung, der Ausstattung der Haltstellen, den Fahrplänen, der Fahrgastinformationen, dem Kundenservice, und der Barrierefreiheit befassen, um die Attraktivität des Busverkehrs in der Stadt zu steigern. Damit sachkundige ÖPNV-Nutzer aus allen Teilen der Stadt mitarbeiten können, sollten nach Auffassung der SPD-Gemeinderatsfraktion flexibilisierte Beteiligungsmöglichkeiten vorgesehen werden.