Schifffahrt im Fokus
: Wenn der Rhein zum Rinnsal wird

Aufgrund seines niedrigen Wasserstandes ist der Rhein an einer Stelle kaum noch für Frachtschiffe passierbar. Die Versorgung der Schweiz mit lebenswichtigen Gütern ist davon aber nicht betroffen.
Von
sda
Basel
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Der niedrige Rheinpegel setzt die Schifffahrt vor große Herausforderungen.

Der niedrige Rheinpegel setzt die Schifffahrt vor große Herausforderungen.

Michael Werndorff
  • Niedriger Rheinpegel erschwert Schifffahrt – bei Kaub ist der Fluss teils kaum passierbar.
  • Versorgung der Schweiz gilt als gesichert, jedoch mit Mehraufwand und höheren Kosten.
  • Rund acht Prozent der Importe kommen über den Rhein, darunter Mineralöl, Futter, Nahrung, Dünger.
  • Schiffe fahren zwischen Basel und Mainz weiter, aber mit stark reduzierten Mengen.
  • Güter werden auf Schiene und Straße verlagert: Nicht Dringendes bleibt in Seehäfen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rheinland-Pfalz, knapp 40 Kilometer westlich von Mainz, liegt die Ortschaft Kaub. An diesem Ort ist der Wasserpegel des Rheins derzeit so tief, dass es faktisch schon fast zu einer Zweiteilung des Rheins gekommen ist. Das stellt eine Sprecherin der Schweizerischen Rheinhäfen Port of Switzerland auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA fest.

Viele Schiffe verkehren gar nicht mehr oder nur noch mit stark reduzierter Ladung, wie auf der Webseite des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) zu lesen ist. Die Transportkapazitäten für den Import seien erheblich eingeschränkt.

Die Rheinschifffahrt sei wichtig für die Versorgung der Schweiz, schrieb das BWL auf Anfrage. Rund acht Prozent aller Importe in die Schweiz werden über den Rhein abgewickelt. An lebenswichtigen Gütern kommen unter anderem große Mengen an Mineralölprodukten, Futter- und Nahrungsmitteln sowie Dünger über den Rhein in die Schweiz. 2025 wurden zum Beispiel rund 22 Prozent der Einfuhren von Rohöl und Fertigprodukten im Mineralölbereich über den Rhein eingeführt.

Zwischen Mainz und Basel unterwegs

Schiffe seien nach wie vor zwischen Basel und Mainz unterwegs. Unter anderem im Pendelverkehr zwischen dem Auhafen in Muttenz und Karlsruhe, schrieb Port of Switzerland. Allerdings werden nur noch kleine Mengen nach Basel transportiert. Ein Schiff mit Mineralölen brachte am Montag nur einen Fünftel der üblichen Menge ans Rheinknie. Engpässe bei den Transportkapazitäten und deren Auswirkungen lassen sich bis zu einem gewissen Grad durch entsprechende Reserven der jeweiligen Unternehmen und durch eine Ausweitung der inländischen Produktion kompensieren, sofern Kapazitäten vorhanden sind, schrieb das BWL.

Güterverkehr wird auf die Schiene verlagert

Die Zweiteilung des knapp 1233 Kilometer langen Flusses erfordert aber auch eine Verlagerung des Güterverkehrs auf Schienen und Straßen. Es werde nur das verlagert, was notwendig für den Im- und Export in und aus der Schweiz sei, so Port of Switzerland. Nicht notwendige Güter werden in den Seehäfen zwischengelagert. Die Versorgung für die Schweiz sei daher nicht gefährdet, aber mit Mehraufwand und Mehrkosten verbunden. Auch das BWL schreibt, dass die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern trotz der Einschränkungen auf dem Rhein gewährleistet ist. In Deutschland wurde wegen des Rhein-Niedrigwassers befristet das LKW-Fahrverbot an Sonntagen aufgehoben. Dies führte zu mehr Verkehr auf den deutschen Autobahnen.

Wirtschaftsverbände fordern Maßnahmen

Die Handelskammer beider Basel (HKBB) und die Schweizerische Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS) verlangten vergangene Woche bereits Maßnahmen, um den Rhein als verlässliche Verkehrsachse zu sichern und die Schifffahrt auch bei künftigem Niedrigwasser zu gewährleisten. Die Zentralkommission für Rheinschifffahrt (ZKR) erkannte damals auf Anfrage die Problematik an.

Sie verwies auf bisherige Arbeiten, wie etwa einen Experten-Workshop zum Thema im Januar 2023. Damals seien bereits vier Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt worden. Dazu gehörten der Einsatz digitaler Instrumente für zuverlässigere Pegel-Voraussagen sowie Infrastrukturmaßnahmen. Weitere Optionen bestünden bei den Schiffen selbst, etwa durch den Bau von Spezialschiffen, die auch bei tiefen Pegelständen eingesetzt werden könnten. Eine weitere Möglichkeit sei eine Anpassung der Logistik bei den Verladern.