Ausgetrocknete Felder
: Wie Baselbieter Bauern gegen die Dürre ankämpfen

Das Bundesamt für Landwirtschaft hat jetzt zu einem Anlass zum Thema Trockenheit in der Landwirtschaft geladen. Vor der Kulisse ausgetrockneter Felder in Wittinsburg wurden die Probleme und mögliche Lösungen präsentiert.
Von
sda
Basel
Jetzt in der App anhören
Betriebe setzten auf bessere Bewässerungsinfrastruktur, andere Pflanzensorten oder schonenden Anbau.

Betriebe setzen auf bessere Bewässerungsinfrastruktur, andere Pflanzensorten oder schonenden Anbau.

Jcful/Pixabay
  • Dürre belastet Landwirtschaft: Regendefizite in allen Regionen, Jura und Mittelland stark betroffen.
  • Bund hilft mit früheren Direktzahlungen und Zollerleichterungen für Heu und Futtermais.
  • Betriebe reagieren mit Bewässerung, anderen Sorten und schonendem Anbau – Konsumpräferenzen zählen.
  • Hof Zumbrunn leidet unter Futtermangel, schwachen Maiskolben und Tierkrankheiten durch Hitze.
  • Anpassungen auf dem Hof: Stallneubau mit PV, 300.000-Liter-Regenwassertank, Biogasanlage und „Slow Water“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Landwirtschaft ist von der Trockenheit hart getroffen“, sagte Christian Hofer, Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW). In allen Regionen hätten sich Regendefizite aufgebaut, der Jura und östliches sowie westliches Mittelland seien besonders stark betroffen.

In den vergangenen Tagen habe es dort bis zu 80 Prozent weniger geregnet als die Norm. Laut Hofer hilft der Bund etwa mit früheren Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe und der Aufhebung der Zölle auf Heuimporte zum 1. August. Eine Senkung der Einfuhrzölle auf Futtermais zum 15. August wurde am Freitag angekündigt.

Seit 2025 gebe es zudem Prämienverbilligungen bei Ernteversicherungen, die der Bund zu 30 Prozent trage, sagte Hofer. Langfristig gesehen sei es aber eine gesamtgesellschaftliche Frage. Die Betriebe setzten laut Hofer etwa auf bessere Bewässerungsinfrastruktur, andere Pflanzensorten oder schonenden Anbau.

Konsumenten entscheiden mit

Doch auch die Konsumenten würden entscheiden, was sie essen oder trinken wollten; dies sei der Standpunkt des Bundesrats. Der Anlass fand zwischen den von der Trockenheit gezeichneten Feldern des Familienbetriebs Zumbrunn statt. Dessen Hauptbetriebszweig ist eine Milchwirtschaft mit 40 Kühen plus Nachzucht, wie Landwirt Elias Zumbrunn sagte. Die Tiere würden viel im Stall stehen, wo es Großraumlüfter gebe. Besonders leidende Tiere dusche man laut Zumbrunn zwei- bis dreimal am Tag ab. Dennoch sei ihr Immunsystem geschwächt und sie litten eher an Durchfall und anderen Keimkrankheiten. Und es gebe noch ein weiteres Problem: Futtermangel.

Maiskolben entwickeln sich nicht richtig

Während man die Grasmatten dieses Jahr schon zweimal mit durchschnittlichen Erträgen habe abernten können, sei für den üblichen dritten Schnitt ein hundertprozentiger Ausfall zu verzeichnen. Und durch die Trockenheit würden sich Maiskolben auch nicht richtig ausbilden. „Die Situation reißt uns ein Loch in die Vorräte und die Futterhändler nehmen das Telefon schon gar nicht mehr ab“, sagte Bruno Zumbrunn, Elias’ Vater. Der Betrieb produziere das Futter für seine Tiere grundsätzlich selbst. Es würde eine Katastrophe sein, wenn man die Tierzahl beschränken müsste. „Wir passen uns an“, sagte Bruno Zumbrunn weiter. Man investriere in einen zukunftsgerichteten Stallneubau mit PV-Anlagen und habe einen Regenwassertank mit einem Volumen von 300.000 Litern gebaut.

Humus und Kunstwiesen

Und mit einer Biogasanlage könne aus Methan pro Kuh vier bis sechs Kilowatt Strom pro Tag generiert werden. Zudem nimmt der Hof am „Slow Water“-Projekt der Kantone Baselland und Luzern teil. Dieses wurde von Projektleiterin Sereina Grieder vorgestellt. Dessen Ziel sei es, immer häufiger auftretende Extremereignisse abzudämpfen, wie trockene Sommer aber Starkregen. „Slow Water“ strebt zum Beispiel den langsameren Abfluss von Wasser an, wie Grieder erklärte. Das könne etwa durch den Aufbau von Humus durch mehrjährigen Aufbau von Kunstwiesen erreicht werden. Kleine Gräben könnten Wasser auffangen und versickern lassen, und auch Hecken und Bäume würden dabei helfen. Die Universität Basel unterstütze das Projekt Wissenschaftlich und kreiere auf andere Gebiete übertragbare Modelle.