Lörracher Gastronomie
: „Brauhaus“-Pächter sieht in Insolvenz Chance für die Zukunft

Frank Berberich führt den normalen Betrieb im Lörracher Brauhaus Lasser uneingeschränkt weiter. Im Insolvenzverfahren geht es besonders um zurückliegende finanzielle Probleme.
Von
Marco Fraune
Lörrach
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Der Pächter des Brauhauses ist in eine finanzielle Schieflage geraten. Über ein Insolvenzverfahren soll langfristig der Betrieb in die Zukunft geführt werden.

Marco Fraune

Im Brauhaus Lasser erhalten die über 20 Beschäftigten jetzt bis Ende April ihren Lohn in Form eines Insolvenzgeldes. Grund ist, dass ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Brauhaus-Pächter Frank Berberich gestellt wurde. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Freiburger Rechtsanwalt Michael Schneider bestellt.

Dieser zeigt sich im Gespräch mit unserer Zeitung erst einmal optimistisch, dass Berberich den Betrieb weiterführen kann. Im zehnten Jahr als Pächter aktiv, ergänzt der Brauhaus-Wirt: „Unsere Reise geht weiter.“ Er will den bis zum Jahr 2040 laufenden Pachtvertrag erfüllen, den er mit Lasser-Chef Andreas Walter abgeschlossen hat.

Das Insolvenzgeld

Die über 20 Mitarbeiter sind vom vorläufigen Insolvenzverwalter und ihrem Chef Berberich in der vergangenen Woche über die finanzielle Schieflage informiert worden. Ihr Lohn ist durch das Insolvenzverfahren bis Ende April gesichert. Bis dahin soll auch eine Sanierungslösung erarbeitet werden. Wie diese konkret aussehen wird, kann Schneider noch nicht sagen, da jeder Betrieb unterschiedlich sei und die Gründe verschiedener Natur sein könnten.

Die Ursachen

Berberich bringt es im Gespräch mit unserer Zeitung in einem Satz auf den Punkt: „Zuerst kam Corona, dann ein paar nicht so gute Umstände und dann ist es geschehen.“ Denn noch im Jahr 2019 habe er unterm Strich ein „bestes Jahr“ seit Übernahme des Brauhaus-Betriebs gehabt, für 2020 wies die Prognose ein noch höheres Plus aus. „Dann kam Corona.“ Mit dem normal laufenden Geschäftsbetrieb habe die Insolvenz nichts zu tun, schildert Berberich. Doch: „Löcher stopfen ist immer schwer.“

Mit diesen und weiteren Folgen beschäftigt sich nun der vorläufige Insolvenzverwalter, der mit ähnlichen Verfahren aus dem Gastro-Bereich schon vertraut ist. Optimistisch stimmt ihn, dass der aktuelle Geschäftsbetrieb nicht defizitär laufe, wie er auch aus den 2024er-Zahlen entnehmen konnte. „Die Chancen für die Unternehmensfortführung stehen aufgrund des grundsätzlich wohl kostendeckenden Betriebs voraussichtlich gut.“

Der Brauhaus-Geschäftsbetrieb wird bis auf weiteres uneingeschränkt fortgeführt.

Foto: Marco Fraune

Der Blick voraus

Aktuell befinde man sich zwar im vorläufigen Insolvenzverfahren, doch der Geschäftsbetrieb laufe „bis auf weiteres uneingeschränkt fort“. Daher gehe es um die Zukunftsausrichtung, da der Betrieb grundsätzlich tragbar erscheine. Vor allem für die aus dem Jahr 2023 stammenden Verbindlichkeiten müsse eine Lösung gefunden werden. Mehr könne er nach wenigen Tagen als vorläufiger Insolvenzverwalter noch nicht sagen.

Brauhaus-Verpächter Andreas Walter sei informiert worden. Mit dem Lasser-Geschäftsführer werde es noch Gespräche geben, wie es weitergehen soll, so Rechtsanwalt Schneider. Ein persönliches Gespräch habe er bisher nicht mit ihm führen können. Das Verhältnis zwischen ihm als Pächter und Walter als Verpächter sei aber gut, erklärt Berberich.

Treue Mitarbeiter

Durchweg dem in die finanzielle Schieflage geratenen Berberich die Treue halten wollen seine Mitarbeiter, freut sich der Wirt. „Alle bleiben da. Sie sehen es eher positiv, aus der Lage herauszukommen.“ Viele Mitarbeiter seien auch schon lange dabei, teils schon seit dem Start vor zehn Jahren. Sie hätten auch gefasst auf die Nachricht reagiert, ergänzt der vorläufige Insolvenzverwalter. „Alle Mitarbeiter sind dabei, an der Unternehmensfortführung mitzuwirken.“

Berberich setzt daher auf den uneingeschränkten Weiterbetrieb des Brauhauses. So lägen schon für die Weihnachtszeit Reservierungen vor, die weiter Bestand haben sollen, sieht der Wirt das Insolvenzverfahren als Chance für die Zukunft.