Gastronomie im Oberen Kandertal
: Der „Maien“ hat wieder geöffnet

Michaela Metzger und Danny Freitag offerieren in dem Gasthaus in Vogelbach Schweizer, österreichische und deutsche Küche.
Von
Birgit-Cathrin Duval
Malsburg Marzell
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Michaela Metzger und Danny Freitag (mit Sohn Luca) betreiben den „Maien“.

Birgit-Cathrin Duval

Bis nach Salzburg habe er gerufen, der „Maien“, erzählt Michaela Metzger. Der Plan sah ursprünglich „was Kleines in den Bergen“ vor, sagt die 48-jährige Schweizerin, die das Kochhandwerk in ihrer ursprünglichen Heimat erlernt hat. 22 Jahre arbeitete sie in Salzburg. Dort führte sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Danny Freitag den „Kaiser Karl“ und die „Jaus’n Station“ am Rifer Spitz in Hallstein.

Danny Freitag (44), der aus Ostdeutschland stammt, entdeckte den „Maien“ in einer Internetanzeige. Das Vogelbacher Gasthaus, das vor einigen Jahren als Genossenschaftsprojekt zu neuem Leben erweckt werden sollte, stand seit der Projektaufgabe vor einigen Jahren leer.

Familie ist nach Vogelbach umgesiedelt

Allerdings benötigte es einige Wochen Überzeugungsarbeit, berichtet Freitag. Bei einer Besichtigung reifte die Idee, nach Vogelbach umzusiedeln. Der Ort, die Möglichkeit, über dem Gasthof zu wohnen und die Nähe zur Schweiz und der Familie gaben schlussendlich den Ausschlag. „Das Haus hat viel Potenzial“, sagt Metzger, die ein Gasthaus als einen Ort der Begegnung und Kommunikation für enorm wichtig hält.

Die Aufgaben sind klar verteilt: Metzger übernimmt die Küche, Freitag kümmert sich um den Service. Gekocht wird laut Metzger „ehrliches Essen ohne Tiefkühlglumbert und Glutamat“. Die Karte repräsentiert eine Mischung aus österreichischer, Schweizer und deutscher Küche. Als Spezialität gibt es Kaiserschmarrn nach Hausrezept, Krustenbraten und saisonal Schwammerlgulasch mit Knödel. Die Karte ist klein, bietet doch immer wieder Neues. Wiener Schnitzel mit Petersilien-Erdäpfeln und Preiselbeeren gibt es, aber auch für Vegetarier hat es eine Auswahl. Viele Gerichte können als Veggie-Variante bestellt werden.

Kaffeebohnen werden aus Österreich bezogen

Großen Wert legen die beiden neuen Pächter auf guten Kaffee. Zum Einsatz kommt ihre bewährte Espressomaschine, die Bohnen werden von einer lokalen Rösterei in Österreich bezogen.

Im Dorf und in der näheren Umgebung ist die Freude groß, dass der „Maien“ wieder eröffnet hat. „Heute gut gegessen, alles unkompliziert und familiär im schönen Biergarten“, schreibt ein Gast auf der Facebook-Seite des Gasthofs.

Das historische Gasthaus „Maien“ in Vogelbach wurde 1826 nach einem großen Dorfbrand erbaut. Die Schankerlaubnis datiert sich auf das Jahr 1835. In der Vergangenheit durchlebte der „Maien“ einige Höhen und Tiefen, darunter eine Zwangsversteigerung. Ab 2007 kochte im „Maien“ Küchenchef Herbert Hennig, der aufgrund des Besitzerwechsels und angekündigtem Eigenbedarfs 2015 den „Holzschopf“ in Schliengen übernahm. Im Herbst 2018 gab es erste Überlegungen, das Gasthaus als Genossenschaft zu betreiben, ein Kauf kam jedoch aufgrund des hohen Kaufpreises nicht zustande.

Genossenschaftsprojekt wurde verworfen

Der „Maien“ wurde später von Nathanael Rostock gekauft, der das Objekt an die Genossenschaft verpachten wollte. Nach einigen Arbeitseinsätzen wurde das Genossenschaftsprojekt jedoch wieder verworfen. Im Internet war der „Maien“ seither als Ferienwohnung angeboten und es wurde weiterhin nach Pächtern gesucht.

Mit Michaela Metzger und Danny Freitag sind nun zwei motivierte Gastronomen am Start, die seit Anfang Juni den Maien wieder mit Leben füllen und für ihre Gäste auch eine Außenterrasse zum gemütlichen Beisammensitzen bieten.

Der Gasthof hat täglich durchgehend ohne Ruhetag ab 11 Uhr, am Wochenende von 10 bis 23 Uhr geöffnet.