Basler Wickelfisch: Vom bunten Plastiksack zum Kultobjekt

Ein Rheinschwumm ohne Wickelfisch? Kaum vorstellbar. Das praktische Utensil hält die Kleidung trocken und dient als Auftriebsmittel.
Wickelfisch AG- Wickelfisch ist in Basel fester Teil der Badekultur und dient als wasserdichter Schwimmsack.
- 2026 war die Nachfrage außergewöhnlich hoch, Nachschub war mehrfach ausverkauft.
- Erfunden 2002 von Tilo Ahmels, wurde am Material und am dichten Verschluss intensiv getüftelt.
- Basel Tourismus verkauft jährlich über 5000 Stück, Farben und Designs wechseln saisonal.
- Vertrieb besteht in mehreren Ländern – Korea gilt aktuell als potenzieller neuer Markt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der Stadt am Rheinknie gehören Menschen in Badeshorts und Bikinis im Sommer zum Stadtbild. Mit dabei der Wickelfisch, der als Kleidungssack und Schwimmhilfe dient. Viele nehmen den kultigen Gummisack sogar mit ins Büro, um in der Pause oder nach Feierabend das erfrischende Nass zu genießen.
Ihn gibt es in unzähligen Formen und Farben. Im Rekordsommer 2026 hat das praktische Utensil reißenden Absatz gefunden, wie Basel Tourismus bestätigt: Die Nachfrage sei außergewöhnlich hoch gewesen. „Ausverkauft“, heißt es vom Hersteller Wickelfisch AG.
Der vor einem Monat produzierte Nachschub sei mittlerweile wieder vergriffen, so Geschäftsführerin Monica Malonni. „2026 wird voraussichtlich ein Rekordjahr – wie schon der vergangene Rekord im Jahr 2019“, ergänzt sie.
Am Material getüftelt
Allein Basel Tourismus verkauft jedes Jahr mehr als 5000 Behältnisse. „Die Stückzahlen variieren von Jahr zu Jahr und hängen stark von der Sommersaison, dem Wetter sowie zusätzlichen Anlässen und Promotionen ab“, erklärt die Geschäftsführerin auf Nachfrage. Auf konkrete Produktionszahlen geht sie indes nicht ein. „Was wir sagen können: Der Wickelfisch erfreut sich seit 2002 einer konstant hohen Nachfrage.“
Erfunden hat den Wickelfisch Tilo Ahmels, der gemeinsam mit dem lokalen Energiebetreiber IWB die Idee für die ersten Säcke zur Serienreife brachte. Es wurde am Material getüftelt. Leicht und trotzdem reißfest musste es sein – und ein unverwechselbares Design sollte das Produkt zudem haben. Nicht zuletzt musste der Verschluss sicher und absolut wasserdicht sein – einfach und schnell in der Umsetzung. Am Ende der Entwicklungsphase stand der Wickelfisch in seiner heutigen Form, dessen Geschichte eng mit dem Rhein und seiner Wiederbelebung nach der Katastrophe von Schweizerhalle verbunden ist.
„Mit der Rückkehr des Lebens in den Rhein kehrten auch die Menschen zurück ins Wasser. Der Wickelfisch hat diese Entwicklung gemeinsam mit der Basler Bevölkerung begleitet und wurde über die Jahre zum Symbol für die wiedergewonnene Lebensqualität am und im Rhein“, so Malonni.
Weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand
Dass er heute weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand ist, zeige auch seine Aufnahme in „Die kleine Basler Designgeschichte“: Der Wickelfisch ist Teil der Basler Designkultur geworden – vom praktischen Schwimmsack zum Kultobjekt und Stück Basler Identität, heißt es darin. Und: Er hat es sogar ins Museum geschafft: Mehrere Exemplare befinden sich in der Sammlung des Historischen Museums Basel.

Das Basler Rheinschwimmen ist mittlerweile weit über die Basler Stadtmauern bekannt.
Michael WerndorffEine Basler Erfindung
„Der Wickelfisch ist eine Basler Erfindung und heute fester Bestandteil des sommerlichen Stadtbildes. Er steht für die besondere Beziehung Basels zum Rhein und verbindet praktischen Nutzen mit einem Stück Basler Lebensgefühl“, weiß auch Basel Tourismus-Sprecherin Isidora Rudolph. Der Sack habe mit der Basler Badekultur sehr viel zu tun: „Beim Rheinschwimmen lässt man sich flussabwärts treiben und steigt an einem anderen Ort wieder aus. Der wasserdichte Wickelfisch ermöglicht es, Kleider und persönliche Gegenstände bequem mitzunehmen. So gehört er heute genauso zum Basler Rheinsommer wie das Schwimmen selbst.“
Nicht nur bei den Einheimischen ist der Sack etabliert: „Auch bei unseren Gästen ist er sehr beliebt und ein typisches Basel-Souvenir. Viele sehen die Rheinschwimmer mit ihren bunten Wickelfischen und möchten das Erlebnis selbst ausprobieren. In unserer Tourist Information können sie deshalb nicht nur gekauft, sondern auch ausgeliehen werden“, erklärt Rudolph.
Vielfalt begeistert
Gerade die Vielfalt an Farben und Motiven mache den Wickelfisch besonders und werde sehr geschätzt. Auch die klassischen unifarbenen Modelle seien weiterhin sehr beliebt. Das Unternehmen bringt eigenen Angaben zufolge saisonal immer wieder neue Farben und Designs auf den Markt, während man an den Grundformen festhalte. Und manchmal wird aus einem Schwimmsack auch ein Sammlerstück: „Es gibt immer wieder Modelle, die aufgrund des Designs beliebter sind als andere. Dieses Jahr war die Kollaboration mit der Basler Influencerin „Girl in Basel“ sehr begehrt“, verrät Malonni.
Export nach Korea ist Thema
Das Kultobjekt ist mittlerweile über die Landesgrenze hinaus bekannt. „Wir haben aktuell feste Vertriebspartner in den Niederlanden, Deutschland und Österreich. Auch aus weiter entfernten Ländern erreichen uns regelmäßig Bestellanfragen, die wir – je nach Ziel und Versandkosten – teilweise direkt bedienen können.“ Korea entwickele sich dabei zu einem interessanten potenziellen Markt, so Malonni. Gemeinsam mit einer schweizerisch-koreanischen Partnerin in Basel prüft sie derzeit das Marktpotenzial und mögliche Vertriebswege. Der Fokus liege jedoch weiterhin klar auf dem Schweizer Markt, der noch viel Potenzial biete.

