Yannick Bury zu Besuch
: So sieht’s auf der Windkraftanlage auf dem Schnürbuck in Ettenheim aus

Bald gehen die neuen Windräder auf dem Ettenheimer Schnürbuck in Betrieb. Die Freude hält sich jedoch in Grenzen.
Von
Klaus Schade
Ettenheim
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Bei der Besichtigung des Windparks erhielten Teilnehmer einen seltenen Blick ins gewaltige Innere der Anlagen.

Decoux

Ein Fundament mit einer schier unfassbar geringen Höhe von gerade einmal zwei Metern hält der Größe, dem Gewicht, den Schwankungen und den ganzen Naturgewalten, die auf eine Windkraftanlage wirken, stand. Will übertragen heißen: Was immer „da oben“ – ob beim Windrad oder in der Politik – produziert wird: Ohne das Fundament geht nichts.

Im Gespräch mit Bürgermeister Bruno Metz sowie Vertretern der Verwaltung und den Sprechern der Gemeinderatsfraktionen hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Yannick Bury ein Bild davon gemacht, wo bei der Stadt der Schuh drückt. Eines der immer wieder gehörten Klagelieder in den Gemeinden: Was in Bund und Land beschlossen wird, haben Gemeinden, Verbände und Organisationen an der Basis auszubaden – oftmals ohne die mit den Vorgaben verbundenen finanziellen Mittel zu erhalten. Das Konnexitätsprinzip („Wer bestellt, bezahlt“) war dann auch ein wichtiges Thema in der Gesprächsrunde mit Bury.

Bury will sich für Anliegen der Stadt einsetzen

Beispielhaft nannte Metz Themen wie Digitalisierung der Schulen, Forderungen an Ganztags-Grundschulen, Vorgaben in den Kitas, Themen aus dem Gesundheitsbereich, bauliche Neuerungen und Schieflagen beim Finanzausgleich. Eine der Forderungen der Verantwortlichen an der Basis: Nicht nur an den Symptomen herumdoktern, sondern sie kurieren. Bury waren viele der von Verwaltung und Gemeinderäten angesprochenen Themen bekannt. Er habe Verständnis und in manchen Punkten zugesagt, dass er sich für die auch in seinen Augen verständlichen Wünsche und Forderungen der Basis einsetzen werde.

Bürgermeister Bruno Metz (von links), CDU-Bundestagsabgeordneter Yannick Bury und Bürgerenergie-Vorsitzender Jörg Bold

Foto: Decoux

Woher der Wind im Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie weht, wurde bei der gemeinsamen Besichtigung der Windkraftanlagen auf dem Schnürbuck deutlich. Jörg Bold, Vorsitzender der Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft, formulierte freundlich, aber im Klartext seine Erwartungen an die Bundespolitik – gerade auch an die CDU. Für Bold unabdingbar, ist die Abkehr von fossilen Brennstoffen.

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Überschussstrom soll bei den Bürgern ankommen

Man sei inzwischen immerhin bei rund 60 Prozent erneuerbarer Energie im Netz. Wind- oder Photovoltaikanlagen in Zeiten von Überschussstrom abzuschalten, sei Verschwendung. „Schaffen Sie die Voraussetzung, dass der Überschussstrom günstig beim Bürger und bei den Unternehmen ankommt“, so Bold an Bury, der hinsichtlich der Notwendigkeit entsprechender Speicher für regenerative Energie mit Bold und Bürgermeister Metz im Gespräch einig war. „Dann lassen Sie es uns konsequent angehen, sonst machen das die Chinesen“, so Bold.

Während Bold zusätzliche Leistungen bei Gaskraftwerken zur Überbrückung bestimmter Energie-Engpässe als fragwürdig bezeichnete, sieht Bury dies offensichtlich als sinnvoll an. „Gerne würde ich mich da einmal länger mit Ihnen unterhalten, gleichsam von Ökonom zu Ökonom“, so Bold. „Man müsste dieses Gespräch mit Katharina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, führen“, so FLE-Fraktionssprecherin Marion Fleig zum Vorsitzenden.

Obwohl auf den CDU-Politiker unmittelbar nach dem Vor-Ort-Termin in Ettenheim der Flieger nach Berlin wartete, nahm sich der Abgeordnete bis zum absolut notwendigen Aufbruch zum Flughafen die Zeit zum Gedankenaustausch mit Bold.

Info – Bald geht das erste Windrad ans Netz

Bewusst hatte der Gastgeber eine der zwei von insgesamt drei Anlagen zur Besichtigung ausgesucht, die sich noch im Bau befinden. Das gab einen besseren Einblick in die noch nicht montierten, gewaltigen Bauteile der entstehenden Windkraftanlage, neben der der riesige Baukran derzeit weithin sichtbar ist. Das insgesamt 240 Meter hohe Windrad der Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft ist bereits komplett erstellt und wird nach Aussage Bolds in absehbarer Zeit ans Netz gehen. Die beiden anderen neuen Windräder auf dem Schnürbuck werden derweil von Ökostrom und Alteric, einer Enercon-Tochter, betrieben.