SPD besucht die Einrichtung
: Wie die Lahrer Mediathek unter der Haushaltssperre leidet

Als letzte Station ihrer Sommeraktion hat die Lahrer SPD die Einrichtung im Haus zum Pflug besucht. Die neue Leiterin Silke Schutz stellte interessante Zahlen vor und erklärte, man könne wegen des knappen Budgets manche gewünschten Bücher nicht bestellen.
Von
Thorsten Mühl
Lahr
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Mit gut 20 Besuchern sah sich die Lahrer SPD in der Mediathek um.

Mit gut 20 Besuchern sah sich die Lahrer SPD in der Mediathek um.

Mühl
  • Lahrer SPD besucht die Mediathek und informiert sich über Angebot und Bedeutung.
  • Haushaltssperre und gekürzter Etat erschweren Neuanschaffungen, Kunden zeigen Verständnis.
  • Bestand: rund 60.000 Medien, 285.000 Ausleihen, davon 86.000 online, 11.500 entliehen.
  • Team aus Voll- und Teilzeitkräften, Auszubildenden und FSJler betreut vielfältige Angebote.
  • Freundeskreis finanziert Aktionen wie „Heiß auf Lesen“ – Bildung und Demokratiearbeit im Fokus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund 121.500 Menschen statteten der Lahrer Mediathek im Jahr 2025 einen Besuch ab. Es dürften gerne noch viel mehr sein, geht es nach Silke Schütz, seit Juni neue Leiterin der Einrichtung. Zum Abschluss ihrer Sommertour informierte sich die Lahrer SPD am Donnerstag über Angebotsvielfalt und Bedeutung der Mediathek für Lahr. Rund 20 Personen nahmen an der gut zweistündigen Veranstaltung teil.

Im kommenden Jahr feiert die Mediathek mit ihren zwei großen Bereichen 150-jähriges Bestehen. Der Bestand umfasst rund 60.000 Medien (Bücher, Spiele, Zeitschriften, DVDs), von denen zum Zeitpunkt der Veranstaltung rund 11.500 entliehen waren. 2025 wurden 285.000 Ausleihen registriert, davon 86.000 online.

Die Ausgangslage ist angesichts der herrschenden städtischen Haushaltssperre alles andere als einfach, wie Schütz durchblicken ließ. „Wir pflegen einen qualitativ hohen Standard für unsere Besucher, was neue Medien betrifft. Aktuell ist es aber wegen der Haushaltssperre und eines gekürzten Etats kaum möglich, Neuanschaffungen zu tätigen. Nicht auf Wünsche und Anfragen reagieren zu können, ist sehr unangenehm“, sagte Schütz offen. Die Kunden reagierten glücklicherweise verständnisvoll. Es sei auch nicht so, dass gar nichts Neues angeschafft werden könne.

Die Leiterin betonte in diesem Kontext die Rolle des Freundeskreises der Mediathek, der über die Jahre schon mehrfach eingesprungen sei. So zum Beispiel aktuell mit der Bereitstellung der Finanzierung für die Aktion „Heiß auf Lesen“, die ansonsten nicht hätte stattfinden können. „Wir sind dafür sehr dankbar, denn ohne den Freundeskreis sähe es zuweilen traurig aus“, merkte Schütz an. Dennoch werde das Bestmögliche gegeben, denn Bildung sei, wie auch die Resultate der aktuellen Pisa-Studie einmal mehr zeigten, ein hohes Gut, für das es sich einzusetzen lohne.

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Alle Generationen sind willkommen

Um die Mediathek und deren Bestandspflege kümmert sich ein aus fünf Vollzeit-, drei Teilzeitkräften, zwei Auszubildenden und einem FSJler bestehendes Team. Schütz verdeutlichte, wie vielfältig die Mediathek in sich sei. „Es geht uns nicht darum, lediglich eine Dienstleistung zu erbringen. Wir wollen Menschen eine Zeit ihres Lebens lang begleiten“, stellte sie dar.

Von Kindern, die beim Vorlesen am Donnerstag oder an freitäglichen Spielabenden teilnehmen, über Jugendliche und Studenten, die W-Lan und die Arbeitsplätze zum Lernen und Recherchieren nutzten, hin zu solchen, die morgens zum Zeitungslesen kämen – „bei uns ist jeder willkommen, wie er ist. Generationenübergreifend, aus jeder Schicht und jeder Hautfarbe“, unterstrich die Leiterin. So sei man Bildungs-, aber auch Begegnungsstätte, Treffpunkt und sozialer Erprobungsraum. Letzteres zeige sich beispielsweise auch an Gästen aus der Tagesklinik, für die Begegnungen und Interaktion mit Herausforderungen verbunden seien.

Ein wichtiges Thema sei die Demokratie-Bildung, die Vernetzung mit Kitas und Schulen sei eng. 2025 fanden beispielsweise rund 300 Veranstaltungen, ebenso 103 Bücherei-Einführungen, auch mit weiteren Gruppen, statt.

Der finanzielle Aufwand ist für Kunden überschaubar. 5000 Kinder- und Jugendausweise (bis 18 Jahre kostenfrei) bestehen, ebenso rund 5000 Erwachsenen-Ausweise (kosten, je nach Abbuchungsweise, 22 beziehungsweise 26 Euro, wobei der gesamte Mediatheksbestand nutzbar ist). „Was hier erwirtschaftet wird, zahlt sich in Form von Bildung mitunter auch erst etwas später aus“, ordnete Silke Schütz ein.

Nicht nur Deutsch

Wichtig seien Bücher auch in größerer Schrift oder in einfacher Sprache, wurde beim Besuch der SPD in der Mediathek deutlich. „Zu uns kommen nicht nur Menschen, die gerade Deutsch lernen, sondern auch funktionale Analphabeten. Auch für sie wollen wir da sein“, so Schütz, die noch viele weitere Details beim abschließenden gemeinsamen Rundgang weitergab.