Personalabbau in Lahr
: Johannes Fechner unterstützt Betriebsrat von Schneider Electric

Der SPD-Bundestagsabgeordnete hat sich über die Lage in dem Unternehmen in Lahr informiert – und dabei auch Kritik geübt. Unter anderem ging es um die Entlassung von rund 100 Beschäftigten in Leiharbeit und Werkverträgen.
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red/pl
Lahr
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Johannes Fechner (Dritter von rechts) hat sich mit dem Betriebsrat von Schnieder Electronics ausgetauscht.

Johannes Fechner (Dritter von rechts) und Maja Reusch (vorne) haben sich mit dem Betriebsrat von Schneider Electric in Lahr ausgetauscht.

Büro Fechner
  • SPD-Abgeordneter Fechner trifft in Lahr den Betriebsrat von Schneider Electric trotz verweigertem Zugang.
  • Betriebsrat warnt vor schleichender Schwächung des Standorts bis hin zum möglichen Aus.
  • Rund 100 Leih- und Werkvertragskräfte seien ohne Vorwarnung entlassen worden.
  • Kritik: Verlagerung von Entwicklung und Produktion nach China trotz hoher Profitabilität.
  • IG Metall fordert Zukunftsvereinbarung mit Investitions- und Beschäftigungsgarantien – Fechner sagt Unterstützung zu.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nachdem das Management von Schneider Electric dem SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner den Zugang zum Gespräch mit dem Betriebsrat untersagt hatte, traf er sich gemeinsam mit der Bevollmächtigten der IG Metall Offenburg, Maja Reusch, dennoch mit dem Betriebsrat, um sich über die ernste Lage bei Schneider Electric in Lahr zu informieren, wie es nun in einer Pressemitteilung des Politikers heißt.

Das Gremium schlägt demnach Alarm: Hinter den aktuellen Plänen der Konzernführung drohe eine schleichende Schwächung des Standorts und letztlich das Aus für das Lahrer Werk, so Betriebsratsvorsitzender Andreas Kremer.

Besonders empört zeigte sich Kremer laut Fechners Pressemitteilung über den Umgang mit rund 100 Beschäftigten in Leiharbeit und Werkverträgen, die alle ohne Vorwarnung entlassen worden seien: „Das waren keine kurzfristigen Aushilfen, sondern Kolleginnen und Kollegen, die über Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet haben und längst fester Teil unseres Teams und unserer Betriebsfamilie geworden waren“, wird er zitiert. Nun drohen weitere Einschnitte in der Stammbelegschaft, ausgerechnet in zukunftsträchtigen Schlüsselbereichen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Weitere Einschnitte werden befürchtet

Kremer und Reusch betonten demnach, welche enorme Expertise damit auf dem Spiel stehe: Die Beschäftigten in Lahr seien hochqualifiziert und verfügten über herausragende Kernkompetenzen. Im technologischen Bereich leiste die Mannschaft vor Ort echte Weltklasse und könne dies für alle Bereich von Schneider Electric weiterhin leisten. „Dafür haben wir innovative Produkte, etwa für neue SIC-Technologien (Siliziumcarbid-Halbleiter) in Leistungsendstufen, die die Energiewende enorm voranbringen könnten (Nachhaltigkeit und Energieeinsparung in erneuerbaren Energien, Industrie und Elektrofahrzeugbereich). Es wird aber viel zu viel Entwicklung und Produktion nach China verlagert“, wird Kremer zitiert.

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Schneider Electric macht laut der Pressemitteilung mehr als 40 Milliarden Euro Umsatz und 4,8 Milliarden Euro Jahresüberschuss und sei damit hochprofitabel. Auch die deutsche Schneider Electric Automation GmbH arbeite hochprofitabel mit rund 14 Millionen Euro Gewinn. Bei einer solchen erfolgreichen Zahl weiter Personal abzubauen, um noch mehr Gewinne zu machen, sei einfach unverantwortlich, kritisiert Fechner: „Es ist vollkommen inakzeptabel, wie hier mit hochkompetenten und motivierten Mitarbeitern umgegangen wird. Ein weltweit wirtschaftlich stabiler Konzern darf einen hervorragend aufgestellten Industriestandort in Südbaden nicht mutwillig der reinen Gewinnmaximierung opfern und treue Mitarbeiter im Stich lassen.“

Fechner hat bereits mit OB Ibert gesprochen

Maja Reusch von der IG Metall fordert deshalb eine Zukunftsvereinbarung statt reiner Abwicklung, in der klar Investitions- und Beschäftigungsgarantien für den Standort Lahr geregelt sind. Die IG Metall sei zu Verhandlungen bereit, aber auch zu Arbeitskämpfen, kündigte sie ausdrücklich an.

Fechner sicherte der Belegschaft seine volle Rückendeckung zu und kündigte an, Betriebsrat und IG Metall bei den Verhandlungen über feste Standort- und Beschäftigungsgarantien eng zu begleiten. An Fechner erging von den Arbeitnehmervertretern die klare Bitte, sich hinter die Belegschaft zu stellen und kommunale Kontakte zu nutzen, um eine Allianz für den Lahrer Standort zu bilden. Fechner sprach dazu bereits mit Oberbürgermeister Markus Ibert, heißt es in der Mitteilung abschließend.