Neues Weltall-Areal geplant: Europa-Park will Raumfahrt erlebbar machen

Nun ist es offiziell: Nachdem Europa-Park-Chef Roland Mack (rechts vorne) und der ESA-Direktor für Missionsbetrieb Rolf Desing die Verträge unterzeichneten, besiegelten sie die Zusammenarbeit mit einem Handschlag.
FürstEinige Neuerungen stehen dem Europa-Park bevor: Unter anderem soll die Achterbahn Euro-Mir ersetzt und der russische Themenbereich bis zum Jahr 2028 umfassend neugestaltet werden (wir berichteten). Konkret soll ein neues Weltraumareal entstehen. Am Montag wurden hierfür die Weichen gestellt: Der Europa-Park und die European Space Agency (ESA) haben ihre Zusammenarbeit besiegelt. Ziel ist es laut Europa-Park-Chef Roland Mack, die Raumfahrt emotional erlebbar zu machen.
„Es ist keine gewöhnliche Veranstaltung, die hier heute stattfindet“, begrüßte Mack die Gäste zur Vertragsunterzeichnung. Die Liste der Geladenen sollte ihm Recht geben: Neben Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare und dem Bundestagsabgeordneten Yannick Bury (CDU) folgten unter anderem auch Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, der Einladung des Parks.
Mit der Zusammenarbeit will der Park auch neue pädagogische Akzente setzen. In der Erklärung heißt es unter anderem, dass ihre Zusammenarbeit im Bereich Bildung, Wissenskommunikation und Erlebnisgestaltung gestärkt werden soll. „Wir müssen Bildung erlebbar machen“, erklärte Mack und ergänzte: „Um bei jungen Menschen Begeisterung für die Raumfahrt und Technik auszulösen, braucht es mehr als nur Vorträge. Wir müssen Technik und Wissen anfassbar und erlebbar machen, um eine Passion dafür zu erzeugen.“
Sein Wunsch sei, Jugendlichen die Angst vor Fächern wie Mathematik und Physik zu nehmen und das Thema Raumfahrt spielerisch näherzubringen – zumal Mack laut eigener Aussage selbst ein Weltraum-Fan ist. „Als ich damals in den Vorbereitungen meines Abiturs steckte, konnten meine Mitschüler und ich an nichts anderes mehr als an die bevorstehende Mondlandung denken“, erinnerte er sich.
Zusammenarbeit soll die ESA bekannter machen
Auch Bär zeigte sich von der Kooperation begeistert. „Solche Projekte sind genau das, was Europa in diesen Zeiten braucht. Wir müssen bei den Jüngsten Begeisterung für das wecken, was unser Land stark macht: die Technologie.“
Sie betonte, dass die Zusammenarbeit eine Win-win-Situation sei. Demnach habe der Europa-Park einen starken Partner in Sachen Raumfahrt an seiner Seite und die ESA werde bekannter. „Wir müssen einen anderen Stolz entwickeln“, betonte Bär. Demnach sehe man vielerorts das amerikanische NASA-Logo, während man das ESA-Symbol häufig vergebens suche.
Auch Josef Aschbacher, Generaldirektor der ESA, zeigte sich von der Zusammenarbeit überzeugt. „Was uns mit dem Europa-Park verbindet, ist die Überzeugung, dass große Visionen erst dann ihre volle Kraft entfalten, wenn sie Menschen erreichen und berühren. Gemeinsam schaffen wir einen Raum, in dem Raumfahrt nicht fern und abstrakt bleibt, sondern erlebbar wird“, sagte er.
Beide Unternehmen sind sich nicht fremd. Die Kooperation knüpft an bereits bestehende Kontakte an. So waren beide Partner in der Vergangenheit unter anderem bei den „Science Days“ und den „ESA Open Days“ gemeinsam aktiv. Die jetzige Vereinbarung schaffe die Grundlage für weitere Projekte, insbesondere für Bildung und Wissenschaftskommunikation.
Das steckt hinter der ESA
Die „European Space Agency“ (ESA) ist die Weltraumorganisation der europäischen Staaten. Sie wurde 1975 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Paris. Heute gehören ihr 23 Mitgliedsstaaten an – darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Die ESA koordiniert und realisiert Europas Raumfahrtprogramme. Zu den bekanntesten Projekten gehören die Rosetta-Mission, die erstmals auf einem Kometen landete und ihn untersuchte, sowie das Galileo-Satellitensystem, Europas eigenes Navigationssystem. Auch die Entwicklung von Trägerraketen wie „Ariane“ spielt eine Rolle.