Aus Spanien
: Wolfacher überträgt totale Sonnenfinsternis auf Youtube

Mario Makaro aus Wolfach hat eine besondere Reise hinter sich: Er fuhr mit dem Auto nach Spanien, um die totale Sonnenfinsternis live auf seinem Youtube-Kanal zu übertragen. Hier erzählt er, was er dabei erlebt hat.
Von
Herbert Schabel
Wolfach
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Die totale Sonnenfinsternis über  Spanien – hier dem Stream von Makaro entnommen

Die totale Sonnenfinsternis über Spanien – hier dem Youtube-Stream von Makaro entnommen

Makaro
  • Mario Makaro reiste nach Spanien, um die totale Sonnenfinsternis live zu streamen.
  • Er fuhr rund 3400 Kilometer mit umfangreicher Ausrüstung und übernachtete zweimal im Hotel.
  • Beobachtung in Molina de Aragón: freie Sicht, Aufbau ab 15 Uhr, erster Kontakt um 19.36.
  • Der Stream lief trotz Startproblemen, Bild war am Smartphone zu klein skaliert.
  • Makaro ist Amateurastronom und Youtuber, plant die nächste Finsternis am 2. August 2027 in Luxor.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das seltene Himmelsschauspiel der partiellen Sonnenfinsternis hat am Mittwoch der Vorwoche Millionen Menschen in Deutschland beeindruckt. Über dem Kinzigtal schob sich der Mond zu knapp 90 Prozent vor die Sonne, wodurch eine spürbare, dämmrige Verdunkelung einsetzte. Mario Makaro (57) aus Wolfach war das zu wenig.

Herr Makaro,  Sie sind mit dem Auto nach Spanien gefahren, um eine totale Sonnenfinsternis sehen zu können. Musste das sein?

Für mich gab es nur diese Option. Zwar haben viele meiner Freunde vom Astronomischen Verein Ortenau Beobachtungsangebote in der Region gemacht, doch diese Sonnenfinsternis war von Deutschland aus nur partiell zu sehen. Die Sonne wurde vom Mond also nicht komplett bedeckt. Nur wenn man sich im Kernschatten befand, wurde sie komplett verdunkelt. Das war in Spanien der Fall.

Vermutlich war ja bereits die Anreise ein Erlebnis.

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Insgesamt bin ich 3400 Kilometer gefahren, wobei ich – mit Schlafpausen– knapp 40 Stunden im Auto verbrachte. Da ich mit vier Smart-Teleskopen, Equipment für den Youtube-Stream, Sonnenschirm, Tisch, Stuhl und jede Menge Stative unterwegs war, kam ein Flug nicht in Frage. Lange Strecken zu fahren bin ich aber gewohnt, da es bei meiner beruflichen Tätigkeit als IT-Techniker im Außendienst dazugehört. Die Hin- und Rückfahrten habe ich auf die Nacht gelegt. Als Amateurastronom liegt mir das sehr. Außerdem waren in der Nacht die Straßen frei. Das Einzige, was mich etwas gestört hat, waren die Mautgebühren in Frankreich – die waren teurer als die zwei Übernachtungen im Hotel.

Mario Makaro

Mario Makaro

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Was war denn das Ziel?

Benasal in der spanischen Provinz Castellón. Von dort aus konnte ich bei Bedarf am Tag der Sonnenfinsternis weiter in das Landesinnere fahren, je nach Wetterlage. Das musste ich dann auch machen, um einen sicheren Ort ohne Wolken zu haben. Letztendlich fand ich diesen Ort in Molina de Aragón in der Provinz Guadalajara. Imposant ist dort die Burg aus dem 10. Jahrhundert. Sie diente teilweise auch als Filmkulisse für „Der Name der Rose“ mit Sean Connery und die TV-Serie „Game of Thrones“. Es war aber nicht möglich, auf den Parkplatz der Burg zu fahren; die Stellplätze waren für Busse reserviert, die Publikum zur Beobachtung der Sonnenfinsternis zur Burg brachten. Ich habe auch gehört, dass einige Amateurastronomen von der Burg verwiesen wurden, da es bei dem Besucherandrang zu gefährlich sei, wenn sie ihr Equipment aufbauen.

Wo fanden Sie letztlich ein geeignetes Plätzchen?

Etwa 500 Meter entfernt von der Burg entdeckte ich einen guten Platz für meine Beobachtung mit freier West-Sicht und einem schönen Sonnenblumenfeld davor. Der Aufbau meiner Ausrüstung verlief sehr entspannt, da ich bereits um 15 Uhr damit begann und der erste Kontakt der Mondscheibe mit der Sonne um 19.36 stattfand. Sie haben das Himmelsereignis live auf ihrem Youtube-Kanal gestreamt.

Der Wolfacher baute seine Ausrüstung auf   einem freien Feld auf, wo er  eine  unverstellte Sicht hatte.

Der Wolfacher baute seine Ausrüstung auf einem freien Feld auf, wo er eine unverstellte Sicht hatte.

Makaro

Hat da alles nach Wunsch geklappt?

Der Start war etwas hakelig –­ die Smartteleskope und das Übertragungsequipment punktgenau zur rechten Zeit zu handeln ist immer wieder eine Herausforderung. Außerdem war ich mir zunächst nicht sicher, ob der Stream übertragen wurde, da das Smartphone zur Übertragung die ganze Zeit „offline“ anzeigte.

Ich kann Ihnen bestätigen, dass der Stream funktioniert hat –­ ich habe nämlich zugeguckt.

Mir haben auch Zuschauer über Whatsapp bestätigt, dass alles läuft. Leider wurde das Bild viel zu klein wiedergegeben. Hintergrund ist das gewählte Querformat, das von Youtube auf hochkant im Smartphone-Format skaliert wurde. Aber der Stream fand statt und kann auch weiterhin angeschaut werden.

Haben sie sich in Spanien auch einen Moment der Erholung gegönnt?

Bei der Rückfahrt habe ich mal im Mittelmeer gebadet. Aber nicht zu lange; es war wenig astronomisch. Die genaue Horizontlinie war allerdings sehr ansehnlich. Anders als bei uns im Schwarzwald.

Wenn man Ihre Youtube- Videos anschaut, spürt man, wie sehr Ihr Herz für die Astronomie schlägt. Was ist so faszinierend an Himmelsereignissen wie nun zuletzt einer Sonnenfinsternis?

Der Anblick der Bedeckung, das Sichtbarwerden der Corona und diese tiefe Schwärze. Ich kenne kein tieferes Schwarz, was auch dem Kontrast zur Corona geschuldet ist, also der äußeren Atmosphäre der Sonne, die sich als Lichtkranz um die verdeckte Sonnenscheibe zeigt. Es hat die optische Wirkung, als wäre da ein Loch im Himmel, wo eigentlich die Sonne sein sollte. Ein Erlebnis, das die meisten Menschen nur einmal im Leben sehen dürfen, wenn überhaupt. Ich hatte dieses Erlebnis nun zum dritten Mal – und es zählt zu meinen wichtigsten Beobachtungen als Amateurastronom.

Wie sind zu diesem Hobby gekommen?

Der Sternenhimmel hat mich schon als Kind fasziniert. Ich erinnere mich noch, wie ich als Siebenjähriger die Plejaden – ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier – „entdeckt“ habe, danach wollte ich wissen, was sich da noch alles verbirgt. Außerdem besuchte ich als Jugendlicher den Astronomischen Verein Ortenau, wo immer interessante Themen zur Astronomie vorgestellt wurden. Im jungen Erwachsenenalter verließ mich dann das Interesse an dem Hobby. Erst Anfang meiner 40er loderte es wieder auf – und zum Glück gibt es den Astronomischen Verein Ortenau immer noch.

Seit wann betreiben Sie Ihren Youtube-Kanal?

Seit 2020. Das war die Covid-Zeit und der Verein konnte sich nicht mehr treffen. Youtube gab mir die Möglichkeit, Menschen zu erreichen und meine Faszination zu teilen. Da ich in der IT-Branche arbeite, war es sehr leicht für mich, mich in die Technik und Software einzuarbeiten.

Sie haben auf Youtube jetzt 2050 Abonnenten, immerhin 30 mehr als vor Ihrer Übertragung aus Spanien. Was wollen Sie mit Ihrem Kanal noch erreichen?

Anfangs dachte ich, dass ich vielleicht um die 300 Begeisterte finden kann, die den Kanal abonnieren. Mittlerweile sind es mehr als 2000 und der Kanal wächst stetig weiter. Ich freue mich besonders auf den Tag, wo ich 3000 Abonnenten haben werde. 3000 deshalb, weil dies die Anzahl an Sternen am Himmel ist, die man unter optimalen Bedingungen am Nachthimmel mit bloßem Auge sehen kann. Jeder Stern wird dann für mich für einen Menschen stehen, der meinen Youtube-Kanal mag.

Spanien war nicht die weiteste Reise, die Sie für die Astronomie gemacht haben, oder?

Die weiteste Reise zu einem astronomischen Ereignis habe ich im April 2024 unternommen. Auslöser war die totale Sonnenfinsternis in Dallas in den USA. Auch die habe ich live auf meinem Kanal gestreamt – das war ebenfalls ein überwältigendes Ereignis.

Was war insgesamt das Tollste, was Sie bisher am Himmel gesehen haben?

Die Beteigeuze-Bedeckung im Dezember 2023. Beteigeuze ist ein Stern im Sternbild Orion. Er wurde vom elliptischen Kleinplaneten Leona, der einen Durchmesser von 80 Kilometern hat, bedeckt. Also eine Sternenfinsternis. Für einen kurzen Moment – fünf Sekunden – verschwand Beteigeuze fast vom Nachthimmel. Hier war es extrem wichtig, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – es war auch in diesem Fall Spanien. Und es war ebenfalls ein „Once in a lifetime“- Erlebnis.

Was ist Ihr nächstes Reiseziel in Sachen Astronomie? Die nächste totale Sonnenfinsternis lockt schon. Sie findet am 2. August 2027 über Nordafrika und Teilen der arabischen Welt statt. Die beste Location für mich wird Luxor sein, wenn es bezahlbar bleibt. Eine totale Sonnenfinsternis im Tal der Könige wird zum Hotspot für die weltweite Sonnenfinsternis-Szene.

Zur Person

Mario Makaro ist 57 Jahre alt und von Beruf IT-Servicetechniker für Drucksysteme. Die Astronomie ist nicht das einzige Hobby des gebürtigen Pforzheimers – er beschäftigt sich ach mit Retro-Gaming und natürlich seinem Youtube-Kanal „Make-Astronomie“. Dort hat er mittlerweile 150 Videos veröffentlicht. Auch eine Internetseite betreibt der Wolfacher, zu finden unter der Adresse make-astronomie.de.