Große Sorgen im Team: Sandra Boser besucht den Pflegedienst „Mara“ in Ettenheim

Sandra Boser (Mitte) tauschte sich mit Mitarbeitern des ambulanten Pflegedienstes MARA aus.
Büro Sandra Boser- Besuch in Ettenheim: Sandra Boser spricht mit dem Pflegedienst „Mara“ über Bürokratie.
- Leitung kritisiert Dokumentationspflichten, die Zeit am Patienten verringern.
- Geplantes PNOG steht in der Kritik – Sorge um Wegfall von Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege.
- Hauswirtschaft gilt als Schlüssel, damit Ältere länger zuhause bleiben können.
- Boser wirbt für Pflegeberufe an Schulen und fordert weniger Dokumentationslast.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Sandra Boser, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, besuchte den ambulanten Pflegedienst „Mara“ in Ettenheim. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit der Geschäftsführung Martina und Rainer Tischel sowie Berthold Denzel vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) standen der wachsende Bürokratieaufwand und der Entwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), teilt das Büro von Sandra Boser mit.
Die Geschäftsführung von „Mara“ verdeutlichte die Belastung durch Dokumentationspflichten. „Ein immer größerer Teil der Arbeitszeit wird durch kleinteilige administrative Vorgaben gebunden, die Zeit am Patienten rauben“, erklärte Martina Tischel. Zudem erschwere der fehlende direkte Kontakt zu Sachbearbeitern bei Krankenkassen die Abrechnungen.
Neues Gesetz steht in der Kritik
Große Sorgen bereitet dem Team und dem bpa-Vertreter Denzel vor allem das geplante Pflegeneuordnungsgesetz. Tischel kritisierte, dass nach den aktuellen Plänen Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege wegfallen und durch Pauschalbudgets ersetzt werden sollen. Dies treffe besonders die hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung. „Die Hauswirtschaft ist für viele ältere Menschen entscheidend, um länger zu Hause bleiben zu können. Es geht dabei auch um Einkäufe, Mahlzeiten und Zeit für die Menschen. Dieser ganzheitliche Ansatz muss erhalten bleiben“, betonte sie.
Sandra Boser befürchtet durch den Entwurf eine Verschiebung von der ambulanten zur stationären Pflege – eine Option, die sich laut Tischel kaum jemand leisten könne. Boser bezeichnete den Reformkompromiss als unzureichend; eine Kommission solle bis Frühjahr 2027 Ergebnisse für eine echte Strukturreform liefern. Auch die Fachkräftegewinnung war Thema. Boser sprach sich dafür aus, in Schulen aktiv für Pflegeberufe zu werben. Tischel bestätigte positive Erfahrungen: „Mara“ stelle das Berufsbild bereits an Schulen vor und verzeichne gute Entwicklungen bei Praktikanten.
Boser unterstrich die Bedeutung der Pflegedienste für den ländlichen Raum und forderte eine Entlastung bei den Dokumentationspflichten, um den Pflegeberuf wieder attraktiver zu machen. Alle Beteiligten waren sich einig, den Dialog zwischen Politik und Praxis fortzusetzen.
