Gremium ist unzufrieden
: Schädlingsbefall im Rathaus Mahlberg sorgt für Diskussionen im Gemeinderat

Weil sich Holzwürmer durch das Rathaus fressen, hätte der Mahlberger Rat am Montag eigentlich über die Bekämpfung abstimmen sollen. Das Thema wurde jedoch vertagt.
Von
Klaus Fischer
Mahlberg
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Das Dachgebälk des Mahlberger Rathauses ist von Schädlingen befallen. Wann die Bekämpfung startet, ist aber noch unklar.

Decoux

Der Denkmalschutz und die Stadt Mahlberg sind derzeit nicht die besten Freunde. Weil die Behörde bei der Rathaussanierung vor gut zehn Jahren verlangte, dass beschädigte Balken im Dachgestühl nicht durch neue, sondern durch alte Balken ersetzt werden müssen, hat die Stadt sich ein Problem ins Haus geholt. Über die neuen alten Balken wurde der Dachstuhl mit dem Holzwurm infiziert, der nun bekämpft werden muss (wir berichteten). Dem Schädlingsbefall – ohnehin schon ein Ärgernis – setzte die Behörde dieser Tage noch eines drauf: Die nun notwendige Schädlingsbekämpfung soll allein die Stadt bezahlen.

Letzteres war der Aufreger Nummer eins zum Thema in der Gemeinderatssitzung am Montagabend. Dass die Holzschädlinge bekämpft werden müssen, war so neu nicht. Die Firma Parisek aus Walsdorf hatte vor Monaten, nach dem Rathausmitarbeiter in Räumen im Dachgeschoss Hinterlassenschaften des Holzwurms entdeckt und Alarm geschlagen hatten, das Dachgestühl untersucht und ein Gutachten verfasst. Dass der Holzwurm im Gebälk steckt, war also bekannt. Zur Bekämpfung waren im Haushalt 2026 bereits 50.000 Euro eingestellt.

Denkmalamt wird sich nicht an den Kosten beteiligen

Im Gutachten wurde auch festgestellt, dass bei der rund vier Millionen Euro teuren Sanierung zwischen 2012 und 2014 die im Dachstuhl verbliebenen Hölzer keine Fraßspuren aufweisen. Lediglich beschädigte Balken, die bei der Sanierung aus statischen Gründen ausgetauscht werden mussten, aber auf Geheiß des Denkmalschutzes nicht durch komplett neue, sondern durch alte unbeschädigte Balken zu ersetzen waren, weisen heute Schädlingsbesatz auf. Deshalb sei eindeutig, so Bürgermeister Dietmar Benz am Montag in der Gemeinderatssitzung, dass der Holzwurm durch die neuen alten Balken in den Dachstuhl eingeschleppt wurde. Weil nun aber die Ausbreitung drohe, müsse gehandelt werden.

Der schlechten Botschaft setzte Benz dann noch eins drauf: Das Denkmalamt werde die Kosten für die Bekämpfung nicht übernehmen oder bezuschussen. Ob dem damals ausführenden Zimmereibetrieb fehlerhaftes Verhalten nachgewiesen könne, werde von der Stadt noch geprüft.

Im Gutachten werden darüber hinaus zur Bekämpfung zwei Verfahren vorgeschlagen: Einmal durch chemische Mittel, die über Bohrlocher ins Gebälk eingebracht werden. Oder durch eine thermische Behandlung, bei der mittels Heißluft das gesamte Gebälk auf 55 Grad und über eine Stunde erwärmt wird und dadurch sämtliche Entwicklungsstadien des Holzkäfers abgetötet werden.

Räte kritisieren die Auswahl der Auftragsangebote

Auf die Anwendung des letzteren Verfahren haben sich Stadt und Denkmalschutz geeinigt, so Benz weiter. Ein Angebot – rund 32.000 Euro – zur Umsetzung von der Firma Parisek liege vor. Auf Vorschlag der Verwaltung sollte der Rat nun den Auftrag vergeben.

Das Wiederum sorgte für den zweiten Aufreger. Ulrike Kesselring (Bürgerforum) störte sich daran, dass nur ein Angebot zur Entscheidung vorlag, wo doch auch Firmen in der näheren Umgebung mit dem gleichen Verfahren arbeiten würden. Frank Herden (SPD) setzte noch eins drauf, in dem er es als „Unding“ bezeichnete, dass die Gutachterfirma zugleich auch den Auftrag erhalten solle. „So etwas geht gar nicht“, sagte er.

In seiner Replik erklärte Bürgermeister Benz, dass die Verwaltung mehrere Firmen angeschrieben habe, aber eben nur die Firma Parisek mit einem Angebot geantwortet habe. Sofern es der Gemeinderat aber wünsche, dass noch einmal Kontakt mit qualifizierten Firmen aufgenommen und eine Entscheidung vertagt werde, sei dies kein Problem. Mit klarer Mehrheit entschied sich das Gremium für die Vertagung.

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