Zwei Varianten stehen zur Auswahl
: Mahlbergs Rathaus ist von Holzkäfern befallen – nun soll die Bekämpfung starten

Weil sich Schädlinge durch den Dachstuhl des Rathauses gefressen hatten, wurden vor rund zehn Jahren Balken ersetzt. Die neuen sind nun ebenfalls von Würmern befallen.
Von
Christopher Piskadlo
Mahlberg
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Im Dachstuhl des Mahlberger Rathauses haben sich Schädlinge breitgemacht.

Decoux

Die Geschicke der Stadt Mahlberg werden seit dem Jahr 1912 aus dem mittlerweile denkmalgeschützten Gebäude am Rathausplatz 7 gelenkt. Weil das Bauwerk in die Jahre gekommen war, steckte die Stadt vor rund zehn Jahren (2012 bis 2014) mehr als drei Millionen Euro in eine Sanierung. Der Innenraum wurde entkernt, die Fassade erhielt einen neuen Anstrich. Eigentlich wäre auch ein neues Dachgebälk nötig gewesen, da dieses von Schädlichen zerfressen wurde. Das Denkmalschutzamt hatte jedoch andere Pläne. Stattdessen wurden betroffene Balken gegen den Befall behandelt, die beschädigten wurden durch wiederverwendetes Altholz ersetzt – eine Entscheidung, die der Stadt nun wohl auf die Füße fallt.

Stadt will eine weitere Ausbreitung vermeiden

Der Grund: Zwar konnte der Befall an den behandelten Originalbalken gestoppt werden, die Ersatzbalken haben der Verwaltung offenbar jedoch wieder Schädlinge ins Haus gebracht. Zumindest weisen sie einen „erheblichen Befall des Holzkäfers beziehungsweise des Holzwurms“ auf. Das geht aus den Unterlagen der Gemeinderatssitzung am kommenden Montag hervor.

Das Gremium befasst sich nämlich mit dem Ergebnis einer Untersuchung des Dachstuhls. Diese wurde bereits Ende 2024 in Auftrag gegeben, als Mitarbeiter der Verwaltung den Befall entdeckten. „Ergebnis der vom Denkmalamt geforderten holzschutztechnischen Stellungnahme war, dass vorwiegend die im Zuge der Sanierungsarbeiten eingebrachten Reparaturhölzer von dem Schädlingsbefall betroffen sind“, ist darin zu lesen.

Glück im Unglück: Laut Analyse besteht keine zwingende Notwendigkeit für sofortige Maßnahmen. Dennoch möchte die Verwaltung aktiv werden. „Ohne eine geeignete Bekämpfung besteht das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Schädlingsbefalles auf bislang befallsfreie Holzbauteile sowie einer langfristigen Schädigung der akut befallenen Reparaturhölzer“, heißt es weiter. Hierzu soll der Gemeinderat eine von zwei Varianten auswählen: Entweder eine Bekämpfung durch sogenanntes Monitoring oder eine thermische Behandlung im Heißluftverfahren.

In den Sitzungsunterlagen ist unter anderem dieses Bild hinterlegt. Es zeigt einen Balken des Rathauses. Die Beschreibung: „Fraßschäden und akuter Befall an Stuhlstrebe und Kopfband“

Foto: Stadt

Bei der ersten Option werden „alle als akut befallen erkannte Reparaturhölzer gezielt einer Holzschutzmittelbehandlung unterzogen“. Dabei sei jedoch zu beachten, dass sich tiefer im Holz befindliche Larven noch über mehrere Jahre im Gebälk aufhalten können und erst abgetötet werden, wenn diese in Kontakt mit dem Wirkstoff gelangen. Zudem müsse der Dachstuhl in sechs Jahren auf erneute Aktivität untersucht werden.

Die zweite Variante scheint vielversprechender: Hierbei werden alle Balken eine Stunde lang auf mindestens 55 Grad erwärmt. „So werden alle Holzbauteile und damit auch nicht erkannte Befallsherden sicher und vollständig von sämtlichen Entwicklungsstadien des Hausbockkäfers befreit“, heißt es in den Unterlagen. Dieses Verfahren sei für denkmalgeschützte Gebäude geeignet, eine spätere Untersuchung sei nicht nötig.

Schädlinge sollen mit Heißluft bekämpft werden

Die Verwaltung empfiehlt dem Rat, für die zweite Maßnahme zu stimmen. Hierfür wurde bereits ein Angebot der Firma Parisek aus Walsdorf eingeholt. Kostenpunkt: rund 32.000 Euro. Die Genehmigung für die Bekämpfung im Heißluftverfahren habe das Denkmalamt bereits erteilt, wodurch es den Schädlingen laut Stadt bereits Mitte Juli an den Kragen gehen soll. „Die thermische Behandlung wird vier bis fünf Werktage dauern. In dieser Zeit müssen ein bis zwei Parkplätze auf dem Rathausplatz gesperrt werden sowie der Arbeitsbereich in der Küfergasse“, so die Stadt.

Wie es im Dachgeschoss des Rathauses weitergeht, entscheidet sich am Montag ein Stockwerk darunter: Der Gemeinderat trifft sich um 19 Uhr im Sitzungssaal.

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