Goldmedaille beim WMC: Der Erfolg der Lahrer Stadtkapelle ist hart erarbeitet

Nicholas Reed (Mitte) freut sich über die Auszeichnung für die Lahrer Stadtkapelle.
WMC-Kerkrade- Lahrer Stadtkapelle holte beim WMC in Kerkrade eine Goldmedaille mit Auszeichnung.
- Vorbereitung war sehr intensiv, mit Extraproben und drei Wettbewerbsstücken.
- Gespielt wurden Wind Sketches, A Movement for Rosa und Evolutions for Winds.
- Jury lobte den Auftritt – empfahl Sitzordnung, besseres Zusammenspiel und Stimmung.
- Reed denkt über erneute Teilnahme nach, Chrysanthemengala am Samstag, 24. Oktober geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Lahrer Stadtkapelle hat sich lange und intensiv auf den Wettbewerb, der nur alle vier Jahre über die Bühne geht, vorbereitet. Dirigent Nicholas Reed drückt das in unserem Gespräch so aus: „Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit und die Extraproben, für die das Orchester viel Freizeit geopfert hat.“
Ensemble und Dirigent waren am Ende erfreut und überrascht über mehr als 90 Punkte, die Goldmedaille und die Auszeichnung – immerhin in einem starken Teilnehmerfeld mit Orchestern aus Spanien, Kolumbien, Polen, Tschechien, Frankreich, Belgien und Luxemburg (wir berichteten).
50 bis 60 Stücke zur Auswahl
Reed als Dirigent und Michael Moser, Vorstand im Bereich Musik, hatten im Vorfeld viel Arbeit. „Wir haben 50 bis 60 Stücke zur Auswahl gehabt“, sagt Reed dazu. Zwei Stücke – der erste Satz aus „Wind Sketches“ von Philip Sparke sowie „A Movement for Rosa“ von Marc Camphouse – hat das Ensemble als sogenannte Wahlstücke einstudiert. Das Pflichtstück, das von allen Wettbewerbsteilnehmern vorgetragen wurde, war „Evolutions for Winds“ des luxemburgischen Komponisten Marco Pütz.
Die Vorbereitungen waren aus mehreren Gründen etwas ganz anderes als jene Proben, die beispielsweise zu einem Muttertagskonzert im Stadtpark selbstverständlich dazugehören. Die Probenarbeit sei im Vergleich zu einem „normalen“ Konzert sehr intensiv gewesen, berichtet Reed. „Die Stücke sollten sich ergänzen, die Stärken des Orchesters zeigen und die Jury berühren.“
Der Dirigent musste sich im Vorfeld intensiv mit den Partituren beschäftigen. „Wir arbeiten mit viel mehr Intensität und Tiefenschärfe“, erklärt er. Daher war auch eine öffentliche Generalprobe im Lahrer Parktheater notwendig. Das Konzert „Freundschaftsspiel“ im Mai war die Probe aufs Exempel, wie die eigens einstudierten Stücke vor Publikum klingen und wie sie von den Zuhörern wahrgenommen werden.
Zur Erinnerung: Der Beifall für „A Movement for Rosa“ war im Parktheater so grandios, wie das Ensemble die entscheidende Geschichte am Beginn der Bürgerrechtsbewegung in den USA musikalisch dargestellt hatte. Der Hintergrund des Stücks ist bekannt: Am 1. Dezember 1955 weigerte sich Rosa Parks in einem Bus in Montgomery im US-Bundesstaat Alabama, ihren Sitzplatz für einen weißen Fahrgast freizumachen. Der folgende Busstreik wird heute als Beginn des „Civil Rights Movement“ angesehen.
Reed hatte „von den ersten Tönen an ein gutes Gefühl“
Neben den Vorbereitungen gab es eine offizielle Bewerbung für die Teilnahme am WMC. Die Jury erhielt Informationen zum Orchester, einen Lebenslauf des Dirigenten sowie verschiedene Aufnahmen. Nach einer Bewertung durch die Jury erfolgte dann die Zusage für die Teilnahme.

Die Stadtkapelle Lahr überzeugte mit ihrem Auftritt in Kerkrade.
WMC-KerkradeWas alleine die Vorbereitungen (noch ohne Zusage) für die Stadtkapelle ausmachten, erklärt der Dirigent so: Er habe lange vor der Anfahrt nach Kerkrade bereits erkannt, dass das Projekt, die Bewerbung, ein Erfolg war, „so wie wir als Orchester zusammengewachsen sind und wir uns entwickelt haben.“ Als Dirigent auf der Bühne hatte er „von den ersten Tönen an ein gutes Gefühl“.
Musiker erhalten wertvolle Hinweise
Marion Haid, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit der Stadtkapelle, hatte bereits in einer Pressemitteilung von „wertvollen Hinweisen“ berichtet, die die Jury in Kerkrade den Lahrer Musikern nach deren Auftritt mit auf den Weg gegeben hatte. Reed spricht von „einer sehr positiven Rückmeldung“ und nennt mehrere Hinweise. „Wir sollten gegebenenfalls unsere Sitzordnung anpassen“, erinnert er sich an das Feedback. Einige Instrumentengruppen würden etwas zu sehr heraus stechen. Und: „Sowohl das rhythmische Zusammenspiel als auch die Stimmung zwischen den Instrumenten könnte noch besser werden.“
Könnte es in vier Jahren eine weitere Teilnahme der Lahrer geben? „Gute Frage“, antwortet Reed. Vorstand und Dirigent müssten entscheiden, was für das Orchester am besten ist. „Ich hätte auf jeden Fall wieder Lust, auch wenn es schwierig wird, das Ergebnis 2026 zu toppen“, betont Reed.
Chrysanthemengala
Die Gala am Samstag, 24. Oktober, ist das nächste Highlight auf dem Spielplan der Stadtkapelle Lahr. Dabei werden „Wind Sketches“ und „Movement for Rosa“ aus dem Wettbewerbsprogramm erklingen. Weitere Schwerpunkte sind Musicals mit zwei Gesangssolisten.
