Konzert im Parktheater
: Ein musikalisches Freundschaftsspiel mit zwei Siegern

Die Stadtkapelle Lahr nimmt Ende Juli an einer musikalischen Weltmeisterschaft teil. Im Vorfeld gab es im Parktheater – zusammen mit dem Chor Golden Harps – ein „Freundschaftsspiel“.
Von
Endrik Baublies
Lahr
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Ein „Freundschaftsspiel“ gestalten die Stadtkapelle Lahr und der Gospelchor Golden Harps.

Ein „Freundschaftsspiel“ gestalten die Stadtkapelle Lahr (auf dem Foto zu sehen) und der Gospelchor Golden Harps.

Endrik Baublies
  • Stadtkapelle Lahr und Golden Harps spielten ein „Freundschaftsspiel“ im Parktheater.
  • Anlass ist die Teilnahme der Stadtkapelle am World Music Contest in Kerkrade am Sonntag, 26. Juli.
  • Gespielt wurden „Movement for Rosa“, „Wind Sketches“ und „Evolution for Winds“ – Pflicht und Kür.
  • Golden Harps traten in Fußballtrikots auf, parodierten die Nationalhymne und sangen klassische Gospels.
  • Finale mit „Halleluja“ von Leonard Cohen, vorgetragen von Orchester und Chor gemeinsam.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das „Freundschaftsspiel“ der Stadtkapelle Lahr und des Gospelchores Golden Harps hatte tatsächlich zwei Halbzeiten und ein Finale, das auf keinen Fall als Verlängerung taxiert werden darf. Marion Haid, Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtkapelle, nutzte die Gelegenheit des Termins am Tag des Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste, um das „Freundschaftsspiel“ des Chores und des Blasorchesters mit Metaphern darzustellen, die eigentlich zum Vokabular eines Sportreporters gehören.

Da sinfonische Blasmusik und Fußball kaum Gemeinsamkeiten haben, verwies Haid auf die Unterschiede, die das „Team Nicholas Reed“ (Reed ist der Dirigent der Stadtkapelle) gegenüber elf Kickern im Allgemeinen habe. Beim World Music Contest (WMC) in Kerkrade (siehe Info) werden rund 80 Musiker der Stadtkapelle auf der Bühne das Spiel gestalten. An eine Auswechslung sei dabei nicht zu denken. Immerhin eine Gemeinsamkeit gab es dann doch: „Entscheidend ist das Zusammenspiel.“

Musiker präsentieren Werk für Rosa Parks

Drei Stücke, die Michael Moser, Vorstand für Musik, ohne weitere sportliche Untertöne präsentierte, wird das Ensemble in Kerkrade spielen. Reed hat zwei Werke im vergangenen Jahr einstudiert, die zur Kür der WM gehören.

Der Amerikaner Mark Camphouse hat mit „Movement for Rosa“ (1992) einen Meilenstein der Bürgerrechtsbewegung in den USA musikalisch nacherzählt. Rosa Parks (1913–2005) wagte am 1. Dezember 1955 das Unerhörte: Sie weigerte sich – gegen die Vorschrift – in einem Bus in Montgomery (Alabama), einen Sitz für einen weißen Fahrgast freizugeben.

Mit dem dreisätzigen Werk hat Camphouse dieses Unerhörte in Noten gefasst. Teil eins und drei waren die Umrahmung der Tat, die auf der Bühne im mittleren Teil mit erheblichen Dissonanzen, Brüchen und musikalisch erspielten Grenzwerten die Verwerfungen einer gespaltenen Gesellschaft aufzeigten. Ob diese brillant gespielte Kakophonie –  zum Schlagzeugensemble gehörte auch ein Amboss – die kruden Gedanken wiedergegeben hat, die diesen willkürlichen Schranken zugrunde lagen? Es bleibt zu hoffen, dass die schrillsten Töne zudem die Nervosität und die Angst der weißen Behörden ausgedrückt haben, die mit dem Erstarken der Bürgerrechtsbewegung zweifellos bestanden haben.

Die Golden Harps treten in Trikots auf

Text und Melodie von „We shall overcome“ sind in den USA seit dem Jahr 1901 überliefert. Das Lied ist als Hymne für Frieden und Freiheit hauptsächlich mit der Überwindung der Rassentrennung direkt verbunden. Im dritten Satz hat Camphouse diese so schlichte und daher eingängige Melodie als den Ausdruck einer Hoffnung eingearbeitet.

Das zweite Werk der Kür, das die Stadtkapelle in Lahr präsentierte, heißt „Wind Sketches“. Das Ensemble spielte hier den ersten Satz. Musikalisch hat der Komponist Philip Sparke mit Noten beschrieben, wie unzuverlässig und launisch der Wind sein kann. Ob es buntes Herbstlaub war, das der Wind beim Spiel der Stadtkapelle vor sich hergetrieben hat? Das dritte Stück „Evolution for Winds“ von Nico Pütz ist Pflicht bei der musikalischen WM. Dieses Stück werden alle Blasorchester vortragen.

Die zweite Halbzeit gestaltete der Gospelchor Golden Harps unter der Leitung von Friedhelm Matter. Hier bekommt die Technik ein ausdrückliches Lob. Laut der Mannschaft am Mischpult hatte Matter erst kurz vor Konzertbeginn die Idee, das Verhalten einer Fußballmannschaft zur Nationalhymne zu parodieren. Alle Mitglieder des Chores können singen, daher war die Parodie oder das Understatement, gerade hier nicht mitzusingen, eine gelungene Ouvertüre. Die Hymne kam aus den Verstärkern. Dafür waren die Fußballtrikots echte Fanartikel.

Den Auftritt des Chores mit dem Spiel der Stadtkapelle zu vergleichen, hieße, Äpfel mit Birnen zusammenzuwerfen. Die Lieder waren allesamt klassische Gospels, die Chor und Begleitband wunderbar wiedergaben. Das Finale – „Halleluja“ von Leonard Cohen, das Ensemble und Chor gemeinsam präsentierten, – war eine Klasse für sich. Das musikalische Endspiel war ein Volltreffer in jeder Hinsicht.

Der World Music Contest

Die Stadtkapelle nimmt an der Weltmeisterschaft für sinfonische Blasmusik (eine freie Übersetzung des Wettbewerbs) in Kerkrade in den Niederlanden am Sonntag, 26. Juli, teil. Die Spenden, die die Zuschauer am Ende des Freundschaftsspiels gegeben haben, werden dafür verwendet, dass der Nachwuchs – keineswegs als Ersatzspieler – mitfahren kann.

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