Dreitägiges Event: Tausende Gäste stürmen das Ringsheimer Wein- und Gassenfest

Jahr um Jahr lockt das Fest Einheimische und Auswärtige in die Ortsmitte.
DecouxWeber begrüßte neben einigen Amtskollegen, darunter Thomas Gedemer (Herbolzheim), Philipp Klotz (Kappel-Grafenhausen), Dietmar Benz (Mahlberg), Marco Gutmann (Schwanau) und zahlreichen Stellvertretern den SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner. In seiner Rede hob Weber hervor, dass ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer örtlicher Vereine und Institutionen unter der Regie des IG-Vereingemeinschaftsvorsitzenden Manfred Weber ein solches Fest nicht zu stemmen wäre. Zudem dankte er den Anwohnern in der Herrenstraße und Teilen der Hausener Straße, die die Einschränkungen klaglos hingenommenen hatten. Das sei gelebte dörfliche Gemeinschaft.
Der bürgermeisterlichen Begrüßung schloss sich die neue närrische Rämässer-Königin Luisa Ringwald als Orts-Weinmajestät in gereimten Worten an, bevor sie zum Ausschenken des Ringsheimer „Ehrentröpfles“ als Freiwein vom Weingut Joachim Weber schritt – heuer einem süffigen Cuvée von Müller-Thurgau und Weißburgunder. Alternativ dazu hatte der Bürgermeister nebenan ein Freibierfass mit wenigen Hammerschlägen angestochen – nur dass der Zapfhahn versehentlich anfänglich offen gestanden hatte.
Reichhaltiges Fest-Speiseangebot überzeugt
Es wird zunehmend schwer, anderswo in der Lahrer Südregion noch ein derart reichhaltiges Fest-Speisenangebot zu finden wie in Ringsheim. Zu den Stoßzeiten waren die größeren sechs Vereinsbuden über die drei Tage rappelvoll besetzt – ob in der TuS-Laube mit Zigeunerschnitzel oder Paprika-Putengulasch, der Feuerwehrschänke mit Schäufele, Schnitzel oder Ochsenschwanzsuppe, beim Tennisclub bei Champignos-Pfeffersteaks, Käsesouffle oder Leberspätzlesuppe oder bei der Musikkapelle mit ihrem Kräuterkrustenbraten oder der Omelettsuppe. Besonders punktete abermals die Narrenzunft der Rämässer mit typisch badischen sauren Leberle und gegrillten Schweinshaxen.
Und auch bei den kleineren Mahlzeiten wartete eine breite Auswahl: bei Erzklopfern und Stollehexen, Spielmannszug sowie Röslehexen mit Wasserdeifeln gab’s etwa Kartoffelpuffer-Reiber mit Apfelmus, Winzerweckle, Salatteller, Tsatziki-Gyros, Crepes oder Blumenkohl-Käsemedaillons, natürlich auch Wurstsalat, Bierteig-Champignons und Flammenkuchen. Auch bei der Getränkeversorgung mit Bier- und Weinständen nebst nichtalkoholischen Getränken hatte sich die IG-Vereinsgemeinschaft so geeinigt, dass der Zustrom optimal versorgt wurde, nicht zuletzt auch von der katholischen Kirchengemeinde in einer weiteren Großbude mit Kaffee und Kuchen.
Über drei Tage und Abende bis in die Nächte hinein herrschte zeitweise absoluter Hochbetrieb in der Dorfmitte. Insgesamt standen 940 Buden- und Außenplätze zur Verfügung, öfter im Wechsel allesamt voll belegt. Selbst am Montag setzte sich der Besucherzustrom nicht erst nach der üblichen Arbeitszeit fort. Auch Kinder kamen auf ihre Kosten, ob mit Dreh- oder Kettenkarussellen, Süßwarenstand, beim sonntäglichen Kinderschminken oder begeisterten Plantschen im flachen Wasserspiel-Springbrunnen gleich vor dem Rathaus.
Sechs Bands aus der Region sorgten für Stimmung
Auch beim musikalischen Rahmenprogramm hatten die Organisatoren, vermeldete der Bürgermeister stolz, sich nicht lumpen lassen und „nochmals eine Schippe drauf gelegt“. Auf gleich zwei Gassen-Bühnen sorgten sechs lokale Gruppen für Stimmung: Am Samstag „Just Divine“ und „Do it“, am Sonntag die Mahlberger „Schorle-Band“ des Musikvereins sowie die „Partyband Duo Etival“, am Montag das „Badisch Blech“ nebst Diskjockey Christoph Schneider. Bürgermeister Weber zeigte sich glücklich über den hohen Besucherzustrom aus der gesamten Region. Das sei schon einmal eine gelungene Generalprobe für das nächstes Jahr anstehende große Fest zum 800. Gründungsjubiläum Ringsheims gewesen.
DRK und Feuerwehrbereitschaften hatten wenig zu tun, bis auf eine einzige Rauferei wurden keine Zwischenfälle bekannt. Einziges Manko: Auswärtige Besucher nahmen mangels genügend naher Autoparkplätze einige längere Fußspaziergänge in Kauf, dies jedoch bei bestem regenfreien Sommerwetter.
Besuch aus Partnerstadt
Natürlich war wieder eine Delegation aus der Partnergemeinde Albigny-sur-Saône nahe von Lyon angereist. Deren Chefin Denise Bony herzte sich besonders mit ihrer Vorsitzenden-Kollegin des Ringsheimer Freundesvereins für Gemeindepartnerschaften Marianne Person. Untergekommen waren die Freunde aus dem Rhonetal wie gewohnt bei Gastfamilien. Seit 1992 läuft die Partnerschaft schon, es wurden viele Freundschaften geschlossen. Dieses Mal boten die angereisten Freunde an ihrem Stand spezielle französische Wurstteller sowie Brote mit leckerem Thunfisch-/ Frischkäseaufstrich an, dazu einen besonders leckeren roten „Côtes du Rhône Saint Maurice“.