Die Westernstadt wurde eröffnet: So sieht es in der „Silver Lake City“ des Europa-Parks aus

In der „Silver Lake City“ des Europa-Parks tauchen Besucher in die Welt des Wilden Westens ab. Bei der heutigen Eröffnung boten Darstelle eine eindrucksvolle Show, ehe es im Restaurant – hier im Hintergrund – ein klassisches Cowboy-Buffet gab.
PiskadloHolzfassaden, Schwingtüren, Sandstein und Wüstencharakter: Wer die „Silver Lake City“ des Europa-Parks betritt, könnte meinen, in der Filmkulisse eines Western-Klassikers gelandet zu sein. Was mit einem kleinen Tipi-Dorf anfing, wurde seit 2022 zu einem eigenständigen Ressort für Übernachtungsgäste ausgebaut. „Hier ist ein ganz neuer Themenbereich entstanden“, freute sich Europa-Park-Inhaber Roland Mack bei der offiziellen Einweihung am heutigen Mittwoch.
Wie man es von dem Ruster Freizeitpark kennt, wurde in „Silver Lake City“ ein besonderes Augenmerk auf Dekoration und Aufmachung gelegt: 2200 Hecken wurden gepflanzt, 120 Bäume gesetzt und 2200 Quadratmeter Rollrasen verlegt. Und auch die Gebäude können sich sehen lassen. So etwa die neuen „Western Houses“. Das sind kleine Blockhütten, in denen Besucher künftig mit ihren Familien übernachten können. Insgesamt errichtete der Park 36 Hütten, darunter 22 Unterkünfte für jeweils vier und 14 Häuser für je sechs Gäste. Ein Blick in die Räume offenbart eine Mischung aus moderner Einrichtung und altmodischen Akzenten. So treffen Doppelbett und Flachbildfernseher auf (künstliches) Tiergeweih und Petroleumlampe. Zudem bieten einige der „Western Houses“ direkten Blick auf eine weitere Neuheit: der 650 Quadratmeter große Minigolfplatz mit zwölf verschiedenen Bahnen.

Der Minigolfplatz bietet zwölf Bahnen mit Wüstencharakter.
Foto: PiskadloHerzstück des Ganzen ist jedoch unter anderem das neue Restaurant – die „Diner Station“ –, das in das Gewand eines alten Bahnhofgebäudes gepackt wurde. Besucher dürfen dort zwischen 275 Sitzplätzen wählen, darunter auch in authentischen Zugwaggons. Ebenso eindrucksvoll ist die Bar mit 120 Sitzplätzen. Sie wurde – wie sollte es auch anders sein – im Stil eines typischen Saloons gebaut und dürfte das Herz eines jeden Western-Fans höher schlagen lassen.
Caravan-Stellplätze wurden ausgebaut
Ein besonderes Anliegen sei Inhaber Mack zudem die Erweiterung der Stellplätze gewesen. Neben dem neuen Parkhaus mit 15 000 Quadratmetern Geschossfläche ließ der Europa-Park nämlich auch 136 neue Caravan-Stellplätze bauen – 68 davon mit Strom- und Wasseranschluss. „Damit hat alles angefangen“, erinnerte sich Mack an die Anfänge der heutigen „Silver Lake City“. Er blickte zurück: „Anfang der 1980er-Jahre kamen die ersten Wohnmobile nach Rust. In kurzer Zeit standen sie im ganzen Dorf und das Abwasser lief überall hinunter. Wir haben den Bedarf erkannt und einen kleinen Abstellplatz zur Verfügung gestellt.“ Mit der Zeit hätten immer mehr Jugendgruppen – etwa Fußballvereine – dort übernachtet. „Natürlich wollten sie nicht nur schlafen, sondern hatten auch Hunger und Durst. So ist es allmählich gewachsen“, berichtete Mack und fügte an: „Es war anfangs alles ganz bescheiden. So wie der Park, ist auch die ,Stadt’ entstanden.“

Die Familie Mack – darunter auch Inhaber Roland Mack (vierter von links) – eröffneten das neue Areal.
Foto: PiskadloInsgesamt belegt das Western-Areal rund zehn Hektar und beschäftigt 140 Mitarbeiter – Tendenz steigend. Denn bereits im kommenden Jahr soll „Silver Lake City“ um einiges größer werden. „Im Juli 2026 soll die ,Riverside Western Lodge’ eröffnen“, erklärte geschäftsführender Gesellschafter Thomas Mack. Gemeint ist damit ein neues Hotel mit 120 Zimmern, 526 Betten und 7700 Quadratmetern Geschossfläche. Zudem soll die Westernstadt eine eigene Brauerei erhalten, in der Besucher das Handwerk kennenlernen sollen. Rund 30 000 Liter Bier werden ab 2026 dort pro Jahr produziert, blickte Mack in die Zukunft.
Info – Die Geschichte dahinter
Wie passt Amerika – und damit auch der Wilde Westen – zum Europa-Park? Inhaber Roland Mack erklärte: „Im Jahr 1820 herrschte in Baden Hungersnot durch Ernteausfälle. Viele Menschen – auch Ruster – versuchten deshalb, nach Amerika auswandern. Die meisten scheiterten jedoch und mussten zurück in die Heimat. Dort hatten sie als Aussiedler weder Geld noch Bürgerrechte. Deshalb wurde ihnen in Rust ein Grundstück zugeteilt, das zwischen dem heutigen Taubergießen und dem Europa-Park liegt. Noch heute wird es ,New America’ genannt.“