Ab Juli kann trainiert werden: Aus der ehemaligen Volksbank-Filiale in Kappel wird ein Fitnessstudio

Die Volksbank-Filiale in Kappel hatte am 28. März 2024 zum letzten Mal geöffnet. Derzeit entsteht in dem Gebäude ein Fitnessstudio – dafür wird bereits reichlich Werbung gemacht.
DecouxWer in den vergangenen Tagen in der Kappeler Rathausstraße unterwegs war, hat es sicher schon gesehen: In der seit Jahren leerstehenden einstigen Volksbank-Filiale tut sich etwas. Was genau, wurde am Montagabend dem Gemeinderat präsentiert: In dem Gebäude soll ein Fitnessstudio errichtet werden.
Zur Erinnerung: Die Volksbank-Filiale war im März 2024 nach insgesamt 144 Jahren Betrieb von der in Lahr ansässigen Genossenschaftsbank endgültig geschlossen worden. Zwar war deren Geldautomat nicht gesprengt worden, wie im Januar 2024 bei der Kappeler Sparkasse in selbiger Straße geschehen. Dennoch wurde die Filiale dichtgemacht. Jetzt lag ein Antrag auf Umnutzung des Gebäudes zu einem Fitnessstudio sowie der ehemaligen Gewerbeeinheit im Ober- und Dachgeschoss zu Wohnraum vor. Dagegen hatte der Gemeinderat am Montag keine Bedenken.
Mitglieder erhalten rund um die Uhr Zugang
Ein Blick in die Sitzungsunterlagen zeigt: Die künftige „Muckibude“ soll eine Trainingsfläche von rund 220 Quadratmetern erhalten. Zudem sind Umkleidekabinen mit Schließfächern und ein knapp 40 Quadratmeter großer Yoga- und Kursraum geplant. Betrieben wird die Einrichtung von der Fitnessstudio-Kette „Fit-Plus“, die bereits einige Studios in der Ortenau eröffnet hat – darunter etwa in Seelbach. In Kappel soll es am Samstag und Sonntag, jeweils von 8 bis 16 Uhr losgehen. Ab dem darauffolgendem Montag kann in den Räumen rund um die Uhr trainiert werden. Zugang erhalten Mitglieder dann per QR-Code, der mit dem Handy gescannt werden muss. In den Stockwerken darüber soll eine Fünf- und eine Vierzimmerwohnung entstehen. Hierfür gab der Gemeinderat grünes Licht.
Rat befasst sich mit erstem „Bauturbo“-Antrag
Des weiteren wird in der Eisenbahnstraße eine Garage mit Erweiterung als Wohngebäude im vereinfachten Verfahren umgenutzt. Weil es hier Abweichungen zu einer schon 2020 erteilten Baugenehmigungen gegeben hatte, wurde das jetzt per Nachtrag als Änderungsbauantrag festgehalten. Mit dem vorgesehenen Neubau eines Wohnhauses mit Garage in der Mühlenstraße lag nun der erste Bauantrag im neuen „Turbo-Verfahren“ vor. Das soll befristet bis 2030 ermöglichen, dringend benötigten Wohnraum schneller und unbürokratischer zu schaffen, ohne aufwändiges Bebauungsplanverfahren – sofern denn die Gemeinde vorab zustimmt. Das geschah jetzt, denn im vorliegenden Falle soll bezahlbarer Wohnraum für junge Familien geschaffen werden. Überdies werde mit dem Vorhaben „eine singuläre Lücke im unmittelbaren Ortsrandgefüge“ geschlossen. Das diene der Arrondierung und sei deshalb keine Splittersiedlung.
Schließlich fand auch eine Wohnraumerweiterung an ein bestehendes Gebäude in der Grafenhausener Gewerbestraße im vereinfachten Verfahren keinen Widerspruch. Das Vorhaben hier im ungeplanten Innenbereich füge sich, wie gesetzlich verlangt, in die nähere Umgebung ein und beeinträchtige das Ortsbild nicht. Drum erteilte der Gemeinderat dazu ebenfalls sein Einvernehmen.