Wolfacher Gemeinderatssitzung
: Tourismus in Wolfach auf Rekordhoch

151 137 Übernachtungen verbuchte die Stadt 2024 – ein Rekord über den Zehn-Jahres-Vergleich hinaus. Tragende Säule für die Statistik sind trotz Verschiebungen vor allem die Stadtteile, wie bei einer Gemeinderatssitzung deutlich wurde.
Von
Tobias Lupfer
Oberndorf
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Die Landschaft rund um Wolfach bietet einige attraktive Orte, wie die Tourismus-Statistik auszusagen weiß.

Lupfer

Der Tourismus-Ort Wolfach liegt im Aufwind: 151 137 Übernachtungen vermeldete Simon Vollmer, Leiter des Büros für Tourismus, Kultur und Stadtmarketing, dem Gemeinderat bei der Vorstellung der Tourismusbilanz 2024. Das Erreichen des Vor-Corona-Niveaus sei dabei kein Thema mehr: „Wir sind da mittlerweile deutlich drüber“, betonte Vollmer.

2019 lag Wolfach demnach bei 133 706 Übernachtungen, und auch im statistischen Vergleich ab 2012 rangierte die Gesamt-Übernachtungszahl stets unter der 140 000er-Marke. Im direkten Vergleich zu 2023 stieg die Zahl der Übernachtungen um 942 (plus 0,63 Prozent). Auch die Ankünfte nahmen zu: von 44  743 im Jahr 2023 auf 45 823 im Jahr 2024 (plus 2,41 Prozent). Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es insgesamt 41 733 Ankünfte.

Zahlen aus Vor-Coronazeit sind bereits geknackt

Tragende Säule für den touristischen Erfolg ist in der Detailbetrachtung der Stadtteil Kinzigtal, wo unter anderem der Trend-Campingplatz und das Hotel „Adler“ angesiedelt sind: Allein 85 338 Übernachtungen wurden in Kinzigtal registriert – mehr als die Hälfte des Gesamtwerts. Kirnbach rangiert mit 38 705 Übernachtungen auf Platz zwei, die Kernstadt mit 27 094 Übernachtungen auf dem dritten Platz.

Wenig überraschend liegt Kinzigtal auch bei der Zahl der Ankünfte vorn: 24 749 von insgesamt 45 823 wurden im talaufwärts gelegenen Stadtteil registriert, in Kirnbach waren es 13 526, in der Kernstadt 7548 Verschiebungen gab es im Vergleich zu 2023 nur marginal: Im Vorjahr verteilten sich 150 195 mit 88 470 auf Kinzigtal, 37 086 auf Kirnbach und 24 639 auf die Kernstadt.

Heißt: Kernstadt und Kinzigtal sicherten sich bei den Übernachtungszahlen 2024 einen höheren Anteil, bleiben aber trotzdem deutlich hinter Kinzigtal zurück. „Etwas überraschend ging jedenfalls die Zahl der Übernachtungen dort etwas runter. Das liegt vermutlich am etwas wechselhaften Wetter letztes Jahr“, sagte Vollmer mit Blick auf den Campingplatz.

Durchschnittlich blieben die Gäste 2024 je 3,29 Tage in Wolfach (2023: 3,35 Tage). Mit 81 Prozent kommt die große Mehrheit aus Deutschland, und von diesen wiederum mit 47 Prozent die meisten aus Baden-Württemberg, mit weitem Abstand vor Nordrhein-Westfalen (5,6 Prozent) und Rheinland-Pfalz (5,1 Prozent).

Perspektivisch wolle sich Wolfach als familienfreundlicher Ort zertifizieren lassen, kündigte Vollmer an. Allerdings warte man derzeit ab, bis die Kriterien dafür neu definiert seien. Außerdem wolle man das fürs Biker-Weekend neu eingeführte Online-Buchungsverfahren auch für die neue Saison der Konzerte im Blauen Salon etablieren.

Gemeinde will den Fokus auf Gravelbiker legen

Hans-Joachim Haller (SPD) regte an, Wolfach neben dem Wandern auch als Mountainbike-Erlebniswelt zu vermarkten. Dem stehe die Zwei-Meter-Regelung für Wege in Baden-Württemberg entgegen, sagte Vollmer: „Da wird’s ziemlich schwierig, wirklich attraktive Trails auszuarbeiten.“ Stattdessen wolle man auch in Zusammenarbeit mit dem Schwarzwald Tourismus Kinzigtal eher den Gravelbike-Trend aufgreifen.

Die Koordination der Gastronomie-Betriebe im Hinblick auf ihre Öffnungszeiten sei in Wolfach „nicht optimal“, befand Hans-Joachim Haller (SPD). „Zu bestimmten Zeiten haben alle Restaurants zu, und dann haben wieder alle offen.“ Aus seiner Sicht sollte „das zumindest mal diskutiert werden“ im Kreis der Wirte. Es soll wieder einen Austausch mit den Wirten geben, stellte Simon Vollmer, auch Geschäftsführer des Gewerbevereins, in Aussicht. Dabei soll das Thema Öffnungszeiten, auch zum Mittag, aufgegriffen werden. Allerdings erlauben begrenzte Kapazitäten den Wirten oft nicht, die Öffnungszeiten auszuweiten: „Das Ganze ist verknüpft mit dem Thema Personal.“ Der „Kirnbacher Hof“ biete aber neuerdings auch einen Mittagstisch. „Das ist eine ganz erfreuliche Entwicklung.“ „Dem Gewerbeverein ist die Situation bewusst, aber das Thema ist extrem schwierig“, sagte Pascal Schiefer (CDU), Vorsitzender des Gewerbevereins. „Das sind privatwirtschaftliche Unternehmen. Wenn die entscheiden: Wir haben an dem Tag auf und an dem Tag nicht, haben wir da nichts in der Hand.“ Es sei eine tolle Idee, die Gastronomen wieder öfter an einen Tisch zu bringen, befand Carsten Boser (Grüne), betonte aber: „Es stimmt einfach nicht, dass man in Wolfach nicht alle Tage essen gehen kann. Da hat sich was getan, das war vor einigen Jahren noch anders. Nicht schlechtreden, was nicht schlecht ist – ich finde die Öffnungszeiten für Wolfach nicht so schlecht.“ 

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