Oberwolfach
: Bauernfeind ist neuer Bürgermeister

CDU-Mann setzt sich mit 53,9 Prozent knapp gegen Mitbewerber durch und wird Nachfolger von Jürgen Nowak. Mit Kommentar.
Von
(eg)
Oberndorf
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  • Matthias Bauernfeind (CDU) ist der neue Bürgermeister von Oberwolfach.

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  • Pünktlich um 18 Uhr schloss das Wahllokal im Oberwolfacher Rathaus, die Mitarbeiter begannen mit der Stimmauszählung.

    Gräff
  • Angespannt schauen Matthias Bauernfeind (rechts) und das Rathausteam auf die Zahlen, die bei Anton Schöner einlaufen.

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  • Viele waren vor das Rathaus gekommen, und die Trachtenkapelle begrüßte den neuen Rathauschef musikalisch.

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  • Der noch amtierende Bürgermeister Jürgen Nowak verkündete den Sieger.

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Oberwolfach - Wenn auch denkbar knapp, so hat er es doch gleich im ersten Wahlgang geschafft: Matthias Bauernfeind ist der neue Bürgermeister von Oberwolfach. Mit 53,9 Prozent der Stimmen erhielt der 30-jährige Diplom-Verwaltungswirt aus Freiburg einen großen Vertrauensvorschuss.

Die Wahlauszählung Sonntagabend im Oberwolfacher Rathaus gestaltete sich spannender als ein Krimi. Zwischen den beiden Favoriten Matthias Bauernfeind (CDU) und Monika Luxem-Fritsch (FWV) gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Wahlbeobachter erkennt ziemlich schnell: Beide Stimmzettelstapel sind so ziemlich gleich hoch.

Der erste Kandidat, Martin Haas, trifft gegen 18.10 Uhr im Rathaus ein. Kurz danach erscheint Matthias Bauernfeind, ihm ist die Anspannung und der Wahlkampfstress der vergangenen Wochen deutlich anzusehen.

Kurz nach 18.30 Uhr: Im Büro von Rathausmitarbeiter Anton Schöner laufen die Zahlen zusammen, er pflegt sie in den Computer ein. "Das ist bislang nur ein hauchdünner Vorsprung für Sie", sagt er zu Matthias Bauernfeind. Alle sind sich darüber im Klaren: Die Stimmen aus dem Oberwolfacher Ortsteil Kirche sind "das Zünglein an der Waage". Um 18.44 Uhr verkündet Anton Schöner: "Ganz schön knapp, aber Sie haben es geschafft, Herr Bauernfeind."

Dieser braucht eine Weile, um diese Worte zu begreifen, dann verschwindet er im Nebenzimmer: "Ich muss sofort meine Frau anrufen." 18.55: Der neugewählte Bürgermeister nimmt die ersten Glückwünsche entgegen. Seine Konkurrentin Monika Luxem-Fritsch wünscht ihm als erste mit herzlichen Worten alles Gute und gutes Gelingen. Vor dem Rathaus hat sich inzwischen eine sehr große Zahl von Oberwolfacher Bürgern versammelt.

Die Bürgermeister aus Wolfach, Hausach, Bad Rippoldsau-Schapbach und Gutach sind ebenfalls gekommen. Oberwolfachs noch amtierender Bürgermeister Jürgen Nowak verkündet schließlich – mangels eines Mikrofons fast brüllend – das Ergebnis der Wahl. Mittendrin muss er unterbrechen, das einsetzende Glockengeläut macht eine Verständigung unmöglich.

So spielt das optische Geschehen vor dem Rathaus eine gewichtige Rolle: Nowak gratuliert seinem Nachfolger und dessen Ehefrau Ingrid herzlich und überreicht dem Ehepaar Blumen und eine Flasche Wein. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr stehen Spalier und die Trachtenkapelle begrüßt das neue Gemeindeoberhaupt musikalisch. Dann setzt ein starker Regen ein, die Feier muss ins Rathaus verlegt werden.

Monika Luxem-Fritsch ist Polit-Profi durch und durch, sie lässt sich ihre Enttäuschung nicht anmerken: "Ich bin einfach nur leer, das kommt vielleicht noch", sagt sie. Und schiebt nach: "Oberwolfach sollte eine Wahl haben, daher bin ich angetreten." Immerhin konnte die Wahl-Oberwolfacherin 774 Stimmen auf sich vereinen: "Das ist doch ein gutes Gefühl."

Matthias Bauernfeind ist da emotionaler, ihm ist die Freude über den Sieg deutlich anzumerken. "Ich bin so richtig glücklich und freue mich, dass ich es geschafft habe", sagt er immer wieder und betont: "Ich danke den Bürgern für ihr Vertrauen."

Kandidat Martin Haas war nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses in der Menge der Besucher verschwunden. Die Kandidaten Rüdiger Widmann und Manfred Haas waren erst garnicht zum Oberwolfacher Rathaus gekommen.

Wahlergebnisse:

Wahlbeteiligung: 80,5 Prozent (2007: 47,3Prozent).

Manfred Haas: 4 (0,24 Prozent).

Matthias Bauernfeind: 913 (53,9 Prozent).

Rüdiger Widmann: 0 Stimmen.

Marin Haas: 3 (0,18 Prozent).

Monika Luxem-Fritsch: 774 (45,7 Prozent).

Sonstige: 2 (0,12 Prozent).

Eckhard Gräff

Sehr beachtliche 80,5 Prozent der stimmberechtigten Oberwolfacher gingen gestern zur Wahl und haben es richtig spannend gemacht: Nur acht Prozent Unterschied lagen zwischen Matthias Bauernfeind und Monika Luxem-Fritsch. Die anderen Kandidaten spielen keine Rolle. Letztlich haben die Bürger sich für einen jungen und dynamischen neuen Bürgermeister entschieden. Zwar kommt er aus Freiburg, kennt durch seine Arbeit aber schon Oberwolfach. Ihm ist fachlich durchaus zuzutrauen, die sicher nicht leichten Aufgaben anzugehen. Brennendes Thema ist beispielsweise die Zukunft des Pflegeheims St. Luitgard.

Eine große Aufgabe für den künftigen Rathauschef wird auch die Offenhaltung der Landschaft sein. Vielleicht war es der Altersunterschied zwischen ihm und Luxem-Fritsch, weshalb Bauernfeind die Nase letztlich vorn hatte. Denn Luxem-Fritsch hätte zumindest nach derzeit geltendem Recht gerade noch für eineinhalb Amtsperioden zur Verfügung gestanden. Ihre unbestritten hohe Kompetenz wird sie nun weiterhin im Gemeinderat einbringen können. Bauernfeind hat sich gewünscht, für mehrere Amtsperioden Oberwolfach als Bürgermeister vorzustehen. Wenn er seine Sache gut macht, kann er sogar noch länger als Noch-Schultes Jürgen Nowak, der 32 Jahre im Amt war, im Rathaus wirken.

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