Fields-Medaillen-Gewinner Yu Deng: Der Oberwolfach-Preis geht an ein Mathematik-Genie aus China

Yu Deng lehrt als Professor an der University of Chicago.
Simons Foundation- Oberwolfach-Preis 2025 geht am 24. September an Yu Deng von der University of Chicago.
- Er erhielt im Juli die Fields-Medaille und wird für Arbeiten in Analysis und Angewandter Mathematik geehrt.
- Dengs Forschung: nichtlineare Dispersions- und Wellengleichungen, Fluiddynamik und statistische Physik.
- Durchbruch 2025: Herleitung der Boltzmann-Gleichung für beliebig lange Zeiträume mit Hani und Ma.
- Hintergrund: Studium in Peking, MIT, Promotion in Princeton, Stationen Courant Institute und USC.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach und die Oberwolfach Stiftung übergeben am 24. September den Oberwolfach-Preis 2025 an Yu Deng. Über die Vergabe entschied laut einer Pressemitteilung die wissenschaftliche Kommission der Gesellschaft für Mathematische Forschung bereits im Oktober vergangenen Jahres. Mit dem Preis würdigen Stiftung und Institut Dengs herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Analysis und der Angewandten Mathematik.
Die besondere Bedeutung von Yu Dengs Forschungsergebnissen wurde kürzlich durch die höchste Auszeichnung in der Mathematik erneut unterstrichen: Im Juli erhielt er auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Philadelphia die Fields-Medaille. Yu Deng begann 2007 sein Studium der Mathematik an der Universität Peking und wechselte 2009 an das Massachusetts Institute of Technology. Er promovierte 2015 an der Universität Princeton bei Alexandru Ionescu und war danach bis 2018 Postdoktorand am Courant Institute. Anschließend wurde er Assistant Professor an der University of Southern California. 2024 wurde er dort zum Professor befördert und wechselte wenige Monate später an die University of Chicago, an der er bis heute forscht und lehrt.
Deng forscht vor allem auf den Gebieten der nichtlinearen Dispersions- und Wellengleichungen, der Fluiddynamik, der harmonischen Analysis, der Wahrscheinlichkeitstheorie partieller Differentialgleichungen und der statistischen Physik. Er leistete unter anderem bedeutende Beiträge zur Lösung von David Hilberts sechstem Problem – einem der berühmten 23 mathematischen Probleme, die Hilbert im Jahr 1900 auf dem Internationalen Mathematikerkongress vorstellte.
Das sechste Problem auf der Liste fordert, die theoretischen Modelle der Physik aus mathematischen Prinzipien abzuleiten. Damit ist nicht nur ein einzelnes Problem, sondern eine ganze Reihe von Herausforderungen verbunden, erklärt das Oberwolfacher Institut in seiner Mitteilung.
Mit der höchsten Auszeichnung gewürdigt
Ein Kernstück stellt dabei die Fluiddynamik dar, die sich mit der Bewegung von Flüssigkeiten und Gasen beschäftigt und entscheidend für das Verständnis zahlreicher Phänomene ist, wie zum Beispiel Wetter und Klima, Meeresströmungen oder Aerodynamik. Je nachdem, ob die Bewegungen der Fluide auf mikroskopischer oder makroskopischer Ebene analysiert werden, verwendet die Physik dafür unterschiedliche Modelle: von einzelnen, nach den Newtonschen Gesetzen kollidierenden Teilchen über die statistische Beschreibung durch die Boltzmann-Gleichung bis hin zur Modellierung von Strömungen mit Hilfe der Navier-Stokes-Gleichungen.
Jedes dieser Modelle ist auf seiner Skala geeignet, die Dynamik von Fluiden zu beschreiben, doch es fehlte die Verbindung zwischen ihnen, also der mathematische Beweis, dass eines aus dem anderen hervorgeht. Im Jahr 1975 kam der amerikanische Mathematiker Oscar Lanford der Lösung einen großen Schritt näher, indem er zeigte, dass sich die Boltzmann-Gleichung für sehr kurze Zeiträume aus einem Modell zusammenstoßender Partikel herleiten lässt. Sein Ergebnis wurde in den folgenden Jahrzehnten auf längere Intervalle erweitert.
Schließlich gelang Yu Deng gemeinsam mit seinen Kollegen Zaher Hani und Xiao Ma im Jahr 2025 der große Durchbruch. In einer aufsehenerregenden Arbeit entwickelten sie eine Herleitung der Boltzmann-Gleichung aus der Dynamik kollidierender Kugeln, die für beliebig lange Zeiträume gilt. Für den Beweis nutzten sie laut Mitteilung Methoden, die Deng und Hani zuvor bereits zur Lösung eines anderen grundlegenden Problems der mathematischen Physik eingesetzt hatten: der Herleitung der wellenkinetischen Gleichung aus der nichtlinearen Schrödinger-Gleichung. Für dieses beeindruckende Gesamtwerk wurde Yu Deng nun mit dem Oberwolfach-Preis 2025 ausgezeichnet.

Yu Deng kann nicht nur die Fields-, sondern bald auch die Medaille des Oberwolfach-Preises (Foto) sein Eigen nennen.
MFOSchließlich gelang Yu Deng gemeinsam mit seinen Kollegen Zaher Hani und Xiao Ma im Jahr 2025 der große Durchbruch. In einer aufsehenerregenden Arbeit entwickelten sie eine Herleitung der Boltzmann-Gleichung aus der Dynamik kollidierender Kugeln, die für beliebig lange Zeiträume gilt. Für den Beweis nutzten sie laut Mitteilung Methoden, die Deng und Hani zuvor bereits zur Lösung eines anderen grundlegenden Problems der mathematischen Physik eingesetzt hatten: der Herleitung der wellenkinetischen Gleichung aus der nichtlinearen Schrödinger-Gleichung. Für dieses beeindruckende Gesamtwerk wurde Yu Deng nun mit dem Oberwolfach-Preis 2025 ausgezeichnet.
Das Forschungsinstitut und der Preis
Das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach organisiert und fördert mathematische Forschung, internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit sowie Fortbildungen in der Mathematik und ihren Grenzgebieten. An den Forschungsprogrammen nehmen jährlich mehr als 2500 Wissenschaftler teil, die weltweit zu den führenden Köpfen in ihren jeweiligen Spezialgebieten zählen. Das Institut wurde 1944 gegründet, ist seit 2005 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und ist eines der wichtigsten internationalen Zentren für mathematische Forschung. Die Oberwolfach Stiftung und das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach verleihen den Oberwolfach-Preis circa alle drei Jahre an exzellente Nachwuchskräfte in wechselnden mathematischen Forschungsbereichen. Über die Vergabe entscheidet laut der Pressemitteilung die wissenschaftliche Kommission der Gesellschaft für Mathematische Forschung. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird von der Oberwolfach Stiftung bereitgestellt.
