Rat stellt Rechnung vor
: Darum wurde die Tourist-Info des „MiMa“ in Oberwolfach teurer als geplant

Statt der zunächst veranschlagten rund 546.000 Euro kostete das Projekt beim Museum für Mineralien und Mathematik in Oberwolfach am Ende knapp 1,16 Millionen Euro.
Von
Tobias Lupfer
Oberndorf
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Die Schlussrechnung für den Tourist-Info-Anbau (links) ans Museum für Mineralien und Mathematik fällt desaströs für Oberwolfachs Gemeindesäckel aus.

Lupfer

Es sei „keine Abrechnung, die man in so einem Gremium gern vorlegt“, stellte Oberwolfachs Kämmerer Thomas Springmann am Dienstag im Gemeinderat der Präsentation der Schlussrechnung für den Neubau der Tourist-Info beim Hofbauernhaus im Ortsteil Kirche voran. Die finalen Kosten haben sich im Vergleich zum ursprünglichen Ansatz mehr als verdoppelt.

„Die Kosten sind uns davon gelaufen, das kann man mit Fug und Recht behaupten. Die Zahlen sprechen für sich“, sagte Springmann. Beim Stellen der Förderanträge 2019 sei man „mit ganz anderen Zahlen“ gestartet. Mit der Vergabe der ersten Aufträge und dem Baubeginn 2022 „war vollkommen klar, dass das Projekt wesentlich teurer wird“. Doch in der Schlussabrechnung sei die neue Tourist-Info „leider noch mal deutlich teurer geworden“.

Gestartet war man 2019 mit prognostizierten Gesamtkosten von 546.200 Euro, bei der Projektfortschreibung 2022 ging man von 893.000 Euro aus. Gekostet hat die neue Tourist-Info tatsächlich 1,16 Millionen Euro. Zur Gegenfinanzierung standen 2019 Zuschüsse von 353.100 Euro (273.100 Euro Tourismusförderung, 80.000 Euro Ausgleichstock) in Aussicht. Die blieben anteilig unverändert. 2022 erhoffte man sich aber, die Zuschüsse und Spenden auf 558.200 Euro aufstocken zu können. Geworden sind es in der Schlussrechnung 478.444 Euro.

Somit liegt der Eigenanteil der Gemeinde in der Schlussrechnung bei 679.190 Euro statt bei 2019 prognostizierten 193.100 Euro. Wesentlicher Grund für das Ergebnis waren laut Springmann „die explodierenden Baukosten“. Es habe aber auch Schwierigkeiten bei bautechnischen Details gegeben, etwa beim Anschluss des Anbaus an das Museum.

Kosten hätten noch höher ausfallen können

Auch der Tausch des Aufzugs sei ursprünglich nicht vorgesehen gewesen. „So ist eins zum anderen gekommen. Von der Optik und Funktionalität her ist es ein gelungenes Projekt. Aber das ist uns auch teuer zu stehen gekommen, muss man ganz klar sagen.“ Die Tourismusförderung hätte höher ausfallen können, hätte man anfangs genauer hingesehen, resümierte Springmann. „Wir waren bei der Antragsstellung ein bisschen zu blauäugig oder zu unvorsichtig, ich weiß es nicht.“

Eberhard Junghanns resümierte, er habe 2022 trotz Kostensteigerung für das Projekt gestimmt. „Trotzdem bin ich erschrocken, dass es noch mal 30 Prozent mehr kostet.“ Man müsse künftig von Verwaltung und Planern verlangen, frühzeitig den Finger in die Wunde zu legen. „Es ist zu spät, aber ich möchte es anmerken: Da sind ein paar Sachen schiefgelaufen. Aber es ist gelaufen. Wir müssen die Pille schlucken.“

Udo Schacher erklärte, er habe nach der Kostensteigerung im Jahr 2022 gegen das Projekt gestimmt, und forderte eine Einsicht für die Zukunft: „Es gehört vielleicht auch mal Mut dazu an unserem Ratstisch: Wir müssen so ein Projekt stoppen, auch wenn man bereits 50.000 oder 60.000 Euro für die Planung ausgegeben hat.“

Manfred Harter hakte nach, ob die Tourist-Info zumindest Vorteile biete. „Wir haben auf jeden Fall Synergien, keine Frage“, versicherte Springmann. Das Projekt an sich sei sinnvoll. „Aber die Kosten sind unerfreulich.“

Das „MiMa“

Das Museum zeigt Mineralien aus dem gesamten Schwarzwald mit dem Schwerpunkt von Ausstellungsstücken aus der Grube Clara. Ein maßstabgetreues Modell der Grubenanlage zeigt die Abbauverhältnisse. Die Ausstellung wird ergänzt durch Videofilme, Datenbanken und PC-Programme. 

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