Wasservögel nicht füttern: So sollten sich Spaziergänger in Horb in der Brutzeit verhalten

Wasservögel sind auch am Neckar in Horb zu Hause. Das Füttern der Vögel kann besonders in der Brutzeit sehr gefährlich sein.
Pixabay/Christine SponchiaWer am Neckar entlangspaziert, kann viele Enten, Schwäne und auch Gänse entdecken. Jetzt im Frühling kann auch der ein oder andere Nachwuchs beobachtet werden. Derzeit zum Beispiel die sechs kleinen Nilgänse, die über die vergangenen Wochen mit ihren Eltern den Neckar erkundeten.
Doch besonders in dieser Zeit – der Brutzeit – gilt es, sich an einige Regeln zu halten. Jaqueline Dießner vom Tierschutzverein Horb postete daher auf Facebook einen Hinweispost. Einer der wichtigsten Regeln besagt dabei: Bitte nicht füttern! In einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärt die Tierschützerin warum das wichtig ist und wie die aktuelle Lage am Neckar ist.
Küchenabfälle und schimmeliges Brot am Ufer sind keine Neuheit, sondern seien jedes Jahr wieder ein Problem, erzählt Jaqueline Dießner. „Die Leute lernen nicht dazu.“ Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Lage immer gleich schlimm. Daher war es ihr auch ein Anliegen, den Post aus dem vergangenen Jahr noch einmal auf der Facebook-Seite des Tierschutzvereins zu posten, um auf die Problematik hinzuweisen.
Revierkämpfe verstärkt
Das Füttern der Tiere habe neben gesundheitlichen Schäden eine Förderung von Revierkämpfen zur Folge, so die Expertin. Zum Beispiel wenn in der Nähe eines Nests mit Nachwuchs oder brütenden Eltern gefüttert werde, komme es öfters zu Auseinandersetzungen unter den Vögeln. Besonders die Pekingenten seien von der Situation stark betroffen, da sie eigentlich Haustiere sind und nicht normal in der freien Wildbahn leben, berichtet Dießner. Hauptsächlich im Winter werden die Pekingenten von zwei „lieben Menschen“ gefüttert, die sich mit artgerechtem Futter um sie kümmern.

Die Nilgänse sind mit ihrem Nachwuchs am Neckar.
Foto: Elena BaurBesonders Schwäne können ziemlich aggressiv werden, beschreibt die Tierschützerin. Das könne neben unschönen Bildern im Kampf um das Brot und mit anderen Wasservögeln auch für Kinder oder Erwachsene gefährlich werden. Und das nicht nur zur Brutzeit, sondern das ganze Jahr über.
Ratten und Straßen sind eine Gefahr
Zusätzlich locken die Essensreste Ratten an, die zu einer Gefahr für Eier und Küken werden können. Die Tierschützer könnten die Nester nicht versetzen oder schützen, denn das könnte dazu führen, dass die Eltern das Nest aufgeben.
Eine weitere Gefahr seien Fütterungen an Straßen oder Kreisverkehren, die dazu führen können, dass die Tiere sich vermehrt auf der Straße aufhalten oder gar überfahren werden. „Wenn wir schon vor Ort waren um sie wieder ins Wasser zu begleiten , ohne dass sie überfahren werden , waren sie kurze Zeit später wieder zurück. Hier sind wir leider ebenfalls machtlos und können nur appellieren, nicht zu füttern“, schreibt Dießner in dem Facebook-Beitrag.
Zufüttern sei nicht nötig
Außerdem sei das Zufüttern der Wasservögel nicht nötig, erklärt die Tierschützerin. Sie würden in der Natur bereits genug zu fressen finden. „Auch wenn es für die Kinder ein tolles Erlebnis ist, ist es leider einfach schädlich für die Tiere.“
Zudem appelliert der Tierschutzverein Horb: „Passt im Straßenverkehr bitte einfach etwas besser auf und bremst auch mal, wenn eine Entenfamilie die Straße überqueren will. Zudem klärt bitte auf, wenn ihr jemanden seht, der Brot oder Ähnliches verfüttert.“
Kinder sollten besser beaufsichtigt werden
Weiter sollten Hunde an der Leine geführt werden und die Nester nur von weitem beobachtet werden. Kinder sollten von den Eltern besser beaufsichtig werden. Im vergangenen Jahr sei es zu Vorfällen gekommen, in denen Schwäne beworfen und getreten worden seien, berichtet Jaqueline Dießner. Das sei unschön und mache die Schwäne nur noch aggressiver.