Ritterspiele in Horb
: Wilde Wikinger im Ritterlager sind bereit für ein heißes Wochenende

Jetzt rittert wieder ganz Horb. Was bei den Ritterspielen 2026 weniger schmeckt und was die Geheimtipps sind.
Von
Jürgen Lück
Oberndorf
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Die Wikinger aus dem 8. und 9. Jahrhundert warten im Egelstal hinter dem Turnierplatz bei den Horber Ritterspielen.

Juergen Lueck

Es ist eins der größten Ritterspektakel in Süddeutschland: Zum 32. Mal finden die Maximilian Ritterspiele statt. Und selbst König Maximilian hat seine eigene Strategie gegen die Hitze.

Er sitzt im Ritterlager im Egelstal – noch ohne Gewandung. Uwe Ruoff, der ab Samstag den König Maximilian spielt. Er sagt: „Ich überlege mir, ob ich beim zweiten Turnier am Samstagnachmittag noch in der Loge auf dem Turnierplatz sitze.“

Das Egelstal ist einer der Geheimtipps der Ritterspiele. Denn: Von Jahr zu Jahr wird das Lager der Menschen, die uns das Mittelalter näher bringen wollen, inzwischen wieder größer.

Die Wikinger sind schon da

Die Nordfjord-Waraeger war 2023 zum ersten Mal hier. Jetzt hat die Gruppe, die die Wikinger aus dem 9. Jahrhundert darstellt, schon zehn Zelte in Horb. Hauptmann Olifar: „Ich erkläre den Besuchern die Schwert- und Kampftechnik, wie beispielsweise den Schildwall. Damit sie raus aus dem Alltag kommen und authentisches Leben sehen.“

Nebenan hat sich die Burgwacht postiert. Bogenschützen, die zeigen, wie man die Burgen im 12. und 13. Jahrhundert verteidigt hat. Jonas zeigt ein Biberfell: „Den haben wir damals aus Bayern besorgen können von einem Jäger, den ihn schießen durfte. Am Samstag machen wir ein ganzes Reh.“ Dazu gibt’s Bogenkunde. David: „Unser Meister hat schon viele Bogen gebaut.“

So war es bei den Kreuzfahrten

In die Zeit der Kreuzzüge führt Philipp von Uhlenburg ein: „Wir waren damals die Sanitäter, die auch die Verletzten gepflegt und geschützt haben.“ Die Gruppe ist zum ersten Mal hier. Und die Bauerngruppe zeigt, wie die einfachen Leute damals gelebt haben.

Zweiter Geheimtipp bei den Ritterspielen: Die Samstagabend-Pferdeshow von Horst Bulheller. Während er beim klassischen Turnier tagsüber diesmal auch die Drachen tanzen lässt, gibt es abends Trickreiten, ungarische Post und Feuershow vom Feinsten. Bulheller: „Ich habe einen ganz neuen Feuereffekt entwickelt – der wird die Horber definitiv in den Bann schlagen.“

Die Getränkepreise werden Last-Minute noch erhöht

Am Stand des Neckarrauschen-Biergarten korrigiert Gastronom Michael Singer gerade noch die handgeschriebene Speisenkarten. Cola-Mix, Sprudel, Bier – alles neue Schilder. Der Wirt: „Gestern Abend um 20.30 Uhr habe ich eine Mail vom Veranstalter bekommen. Mit den neuen Preisen. Das Wasser geht von 3 auf 3,50 Euro hoch. Orangenlimo sogar von 3,50 auf 4,50 Euro. Das sind – wenn ich richtig rechne – 28 Prozent mehr. Ich weiß nicht, ob bei den heißen Temperaturen die Preisgestaltung bei den Softdrinks so ideal ist.“

Das Eröffnungsbier floss kostenlos. OB Michael Keßler benötigt aber wohl erst mal die Routine. Bei seiner Fassanstich-Premiere schlug er ewig, bis das Bier floss. Immerhin: Keßler gab sich doch einen Ruck und kleidete sich mittelalterlich – zur Freude des Rittervolks.

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