Naturschutz in Horb: Räte blicken kritisch auf Biotop-Verbunde

Schöne Natur gibt es in Horb an vielen Orten. So auch Biotope, die einer Planung unterzogen werden sollen.
HoppIst das wieder eine neue Regulierung, die die Landwirtschaft behindert? Und die Stadt? Darum geht es im Ausschuss für Verkehr und Technik beim Biotopverbund.
Uwe Hellstern (AfD, Landtagsabgeordneter, Beirat der Naturschutzstiftung des Landes) erklärt: „Die Verbundplanung macht Sinn, um Inzucht in isolierten Biotopen zu verhindern.“ Freiflächen-Photovoltaik verhindere so etwas. Hellstern: „Die werden eingezäunt. Da kann dann kein Rotwild oder Feldhase mehr von Biotop zu Biotop wandern.“
Sorgen der Landwirte
Landwirte und Rathaus haben Sorgen. Denn: 15 Prozent der Landesfläche sollen für Biotopverbünde genutzt werden. Michael Keßler, CDU-Fraktionschef, OB-Kandidat für Horb, Nebenerwerbslandwirt: „Die Planung der Biotop-Verbunde ist für die Kommune nur halb freiwillig. Unterm Strich müssen alle wissen: Die Einschränkungen werden enger.“
Vor-Ort-Check in Horb
Anne-Sophie Rausch von „faktor grün“ aus Stuttgart: „Es gibt ein Landesgesetz auf dem Jahr 2020. Es sagt, dass 15 Prozent der Offenlandfläche in einen Biotopverbund einzuweisen sind. Das sind aber alles freiwillige Planungen.“
Sie hat mit Kollegen den Vor-Ort-Check in Horb gemacht: Welche offiziell aufgeführte Biotope sind noch so gut wie früher? Welche können rausfallen? Wo muss man was tun? Anhand der vorhandenen Biotope (unter anderem Streuobstwiesen, Neckarhänge, Flussauen) soll jetzt ein Maßnahmenkatalog erarbeitet werden.
Wie viel Land ist betroffen?
Diana Hübl (CDU, auch Landwirtin): „Kann man schon sagen, wie viel Acker noch umgewandelt werden müssen?“ Rausch: „Das hängt von den Bewirtschaftern und den Eigentümern ab.“ Hübl kritisiert, dass man nur eine fünfjährige Förderung bekommt, dann alleine gelassen wird.
Expertin Rausch: „Hochwertige landwirtschaftliche Flächen sind nicht für den Biotopverbund vorgesehen.“
Biotop gegen Windkraft?
ULH-Gemeinderat Hermann Walz (Initiator des Bürgerbegehrens gegen Windkraft): „Wenn ich die Karte nördlich von Talheim sehe: Wie kann es ein, dass diese Fläche vom Regionalverband als Potenzialfläche für Windkraft bevorzugt wird, die das hier gezeigte Biotop total zerschneidet?“
Bürgermeister Zimmermann: „Energieerzeugung ist auf Bundesgesetzgebung ein hochwertiges nationales Gut.“ Stadtplaner Klein: „Der Biotopverbund begründet an sich keinen Schutzstatus. Er überlagert sich mit anderen Fachplanungen. Eine Windkraftanlage wird keine Auswirkungen auf die Zauneidechse haben, wenn sie unten durchschlüpft.“
So geht es weiter
Der Terminplan für den Biotopverbund: Die Maßnahmen sollen jetzt gemeinsam in vier Info-Veranstaltungen (Nordstetten, Steinhaus Horb, Dettlingen und Altheim) mit Landwirten und Eigentümern noch vor der noch vor der Sommerpause besprochen werden. Daraus wird bis Winter ein Maßnahmenplan gemacht. Anfang 2026 sollen die Maßnahmen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Gemeinderat muss auch noch zustimmen.
