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Horb a. N. Hofladen-­Boom in der Corona-Krise

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In der Krise rückt man zusammen, auch wenn live der Sicherheitsabstand eingehalten wird: Die Familie Hübl kooperiert mit Ute Waldmann, die neben der Milchstation einen Osterblumen-Verkauf aufgebaut hat. Foto: Ganswind

Horb-Nordstetten - Frische Luft, kein Supermarkt-Getümmel und regionale Ware – die Hofläden boomen. Diana und Thomas Hübl auf dem Buchhof spüren in Corona-Zeiten noch einmal einen Kundenanstieg. Und sie unterstützen mit einer Kooperation Ute Waldmann, die ihr Blumengeschäft schließen musste.

"Als ich am Freitag selbst bei Hübls eingekauft habe, kam mir die Idee", erzählt Waldmann, Inhaberin des Geschäfts "Blumenambiente" in Nordstetten. Warum nicht Ostersträuße und -gestecke dort an die Kunden bringen? Ein Telefonat am Samstagvormittag später war die Aktion eingetütet, wie Ute Waldmann und Diana Hübl berichten. Nun steht bereits seit Samstagmittag ein schnell aufgebauter, aber dennoch hübscher Blumen- und Deko-Stand direkt neben der Milch-Station. Und das Interesse der Menschen ist groß. Auch während des Pressetermins halten viele Radfahrer und Spaziergänger, die das gute Wetter für eine Tour ausnutzen, an, um sich das Angebot anzuschauen. Der eine oder andere nimmt einen österlichen Strauß oder ein Gesteck mit und legt das Geld in die Kasse.

Ute Waldmann ärgert sich über die Ungleichbehandlung

Ihr gehe es nicht nur um eigene Einnahmen, erklärt Waldmann, die auch einen Bring- und Abolhservice anbietet. "Den regionalen Anbietern, von denen ich meine Blumen beziehe, geht es nicht gut. Sie bleiben auf ihrer Ware sitzen. Das ist tragisch." Die Geschäftsinhaberin greift durchaus zu kritischen Worten: "Ich möchte damit auch hinweisen, dass es unverständlich ist, dass große Gartencenter und Supermärkte weiterhin Blumen verkaufen dürfen. Wir mussten dagegen schließen. Ich glaube, die Menschen sehen nun die qualitativen Unterschiede." Der Blumenverkauf bei Hübls ist allerdings vorerst nur als Osteraktion gedacht.

Das floristische Angebot vergrößert noch einmal die Auswahl an der Hofladen-Station der Familie Hübl. Milch, Eier, Nudeln, Konservenwurst und Kartoffeln kann man dort einkaufen. Auf Hygiene-Sicherheit wird in Corona-Zeiten noch einmal verstärkt geachtet. Der aktuelle Boom sorgt aber auch bei Hübls zur Verknappung. "Die Eier sind meistens schon vormittags weg", berichtet Diana Hübl. Ihr Mann Thomas fügt augenzwinkernd hinzu: "Wir haben mit unseren Hühnern gesprochen, ob sie ihre Produktion noch steigern könnten und zwei Eier legen würden, aber da machen sie leider nicht mit." Hübls haben sogar neue Hühner geordert. Doch selbst da gibt es Lieferverzögerungen. "Im Mai sollen neue Hühner dazukommen."

Normalerweise werden die Hübl-Eier auch für die Nudeln verwendet, die in Talheim produziert werden. "Doch die Nudelherstellerin muss nun auf einen anderen regionalen Anbieter zurückgreifen." Die "beliebte Hamster-Ware" Nudeln ist natürlich auch auf dem Buchhof ein Renner.

Hübls bei "Emmas App" an Bord, doch die Nachfrage dort ist gering

Gute Nachricht: Bei der Milch wird die Quelle sicher nicht versiegen. "Da haben wir immer genug", erzählen die Hofeigentümer, die übrigens auch bei "Emmas App" an Bord sind. "Aber ehrlich gesagt läuft da nicht so viel", erzählt Diana Hübl. Der Kartoffel-Nachschub von Siegbert Lipp aus Altheim klappt ebenfalls zuverlässig.

Auch sonst sind die Hübls derzeit gut beschäftigt. Denn in der Landwirtschaft herrscht gerade Hochbetrieb: Düngen und Einsäen steht auf dem Programm. Ist die Landwirtschaft Corona-krisenfest? "Das lässt sich nicht genau sagen. Als beispielsweise in China das Coronavirus ausbrach, ging der Weizen-Preis in den Keller. Nun steigt er langsam wieder", berichtet Thomas Hübl.

Und wie geht es der Familie nach dem schlimmen Brand im vergangenen Jahr? "Derzeit gibt es nicht viel Neues. Wir warten immer noch auf das Endgutachten, damit wir das Baugesuch einreichen können. Aber durch die Corona-Krise geht es hier auch noch einmal langsamer voran, haben wir den Eindruck. Gutachter leiden wohl unter Personalmangel. Banken haben gerade mit der Abwicklung der Corona-Kredite zu tun", erzählen die Hübls.

Familie Hübl lebt nach Brand weiterhin in Containern

Deswegen lebt die Familie weiterhin in Containern. "Zum Glück kann man jetzt im Frühjahr und Sommer wieder mehr raus", sagt Thomas Hübl. Und seine Frau Diana ergänzt: "Im Sommer sind die Container eine Sauna, im Winter ein Kühlhaus. Das Container-Leben ist schon ziemlich anstrengend, aber wir machen weiterhin das Beste draus."

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