Kirche und Kulinarik: So schön war das Schüttefest in Horb

Gerettet: Pastoralreferentin Susanne Tepel hat ihr ersehntes Bier, das ihr ihr Mann besorgte.
Peter MorlokWenn der Pfarrer am Ende des Gottesdienstes einen Witz erzählt, die Pastoralreferentin den Glauben mit Kartoffelsalat vergleicht und sich nach dem Abendmahl nichts sehnlicher wünscht als eine frisch gezapfte Halbe Bier, dann kann man getrost von familiärer Atmosphäre sprechen.
Und die war auch dieses Jahr beim „Gottesdienst mit anschließendem Frühschoppen“, wie das „Schüttefest“ der Horber Kolpingsfamilie in der Vorankündigung genannt wurde, überall zu finden. Schon allein deshalb ist das „Schüttefest“ seit vielen Jahren fester Bestandteil in vielen Terminkalendern alteingesessener Horber Familien.
Spirituelle Inspirationen
Die Menschen strömten bei bestem Wetter auf die Schütte um sich neben spirituellen Inspirationen, die es beim Gottesdienst gab, auch bei gutem Essen sowie Kaffee und Kuchen mit den Neuigkeiten aus dem „Städtle“ zu versorgen. Nur die ganz Sparsamen fuhren zum Mittagessen dann wieder langsam nach Hause.
Selbst die Verantwortlichen in der himmlischen Wetterzentrale spielten dieses Mal mit. Nach einigen Problemen in den letzten fünf Jahren, die von der Pandemie bis zu Starkregen reichten, stellten sie die Regler wie im Vorjahr auf den Parameter „schöner frühherbstlicher Tag“ ein und trugen so gemeinsam mit den vielen freiwilligen Helfern dazu bei, dass das „Schüttefest“ den Rahmen bekam, den es verdient hatte.
Dialogpredigt mit Tepel und Zörner
Im Gegensatz zum Schüttefest der Spielgemeinschaft der Musikvereine Horb und Bildechingen, das immer am 1. Mai die Mai-Wanderer mit Speis und Trank versorgt, hat dieses Traditionsfest, dass es seit mehr als 50 Jahren gibt, den Gottesdienst als wesentlichen Bestandteil und Alleinstellungsmerkmal im Programm.
Neben dem feststehenden liturgischen Ablauf, der von Pater Jennis Thomas, seinem Pfarrvikar Domenik, der vor gut einem Jahr nach Horb kam und Diakon und Kolpings-Präses Klaus Konrad zelebriert wurde, war die Dialogpredigt von Pastoralreferentin Susanne Tepel und Kirchengemeinderatsvorsitzendem Michael Zörner der Höhepunkt dieser Messe. Die Essenz ihres Dialoges war, dass man nicht unbedingt „schaffa, schaffa, Kirchle bauen“ muss, sondern durch seine Haltung – offene Hände, offenes Herz – viel dazu beitragen kann, dass der Glaube weitergetragen wird.
Und dabei muss man nicht perfekt und fehlerfrei sein. Wichtig ist der Wille, etwas zu tun. Und um auf den Kartoffelsalat zurückzukommen, machte die Pastoralreferentin deutlich, dass man, um den besten Kartoffelsalat zu bekommen, sich um das beste Rezept und die besten Zutaten kümmert, sich jedoch beim Glauben oft mit Konservenkost abspeisen lässt. Und daran kann man selbst etwas ändern. „Dafür braucht man nicht auf den Super-Pfarrer zu warten, der alles regelt und das Seelenheil frei Haus liefert.“
500 Essen für die Besucher
Frei Haus wurden dagegen 500 Essen bereitgestellt, wie Küchenchef Joachim Milles verriet. Die Damen von der Blumenschmuckgruppe sorgten am Nachmittag dafür, dass Kaffee und Kuchen zur Genüge bereitstanden.
Bevor die Schlacht am warmem Buffet eröffnet wurde, durften die Vorsitzenden Christof Kreidler und Klaus Angster auch im Namen von Präses Klaus Konrad, einige besondere Gäste begrüßen. Darunter der Horber Ehrenvorsitzende Engelbert Kronenbitter.
Musikalisch umrahmt wurde diese rundum gelungene Veranstaltung von der Spielergemeinschaft der Musikvereine aus Horb und Bildechingen sowie von den echten Horber „Gringos“.