Schüttefest am Feiertag
: Hausberg statt Couch: So feiert Horb den 1. Mai

Der 1. Mai, die Horber Schütte und die Stadtkapelle Horb, die sich inzwischen mit ihren Freunden aus Bildechingen zu einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen hat, gehören zusammen wie Tick, Trick und Track, die Neffen von Donald Duck
Von
Peter Morlok
Oberndorf
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Alter schützt vor Schütte nicht – ganz vorne rechts der 93-jährige Albrecht Teufel ist bester Laune

Peter Morlok

Seit vielen Jahren laden die Musiker am „Tag der Arbeit“ zu ihrer Traditions-Hocketse auf den Horber Hausberg ein. So auch in diesem Jahr.

Eigentlich wird an diesem Tag nicht gearbeitet, sondern gewandert und dabei einen weiten Bogen um die Bäume gemacht, denn diese schlagen – wenn man einem alten Volkslied Glauben schenkt – im Mai aus. „Und der Salat schießt“ ergänzte Manne Bok lachend, der zusammen mit ein paar Bekannten – darunter auch der 93-jährige Albrecht Teufel, der es sich trotz Problemen mit dem Laufen nicht nehmen ließ, den 1. Mai auf der Schütte zu feiern – zusammensaß.

Für die einen Arbeit, für die anderen Unterhaltung

Für die Oldies steht der 1. Mai für Spaß und Unterhaltung, für die Mitglieder der Stadtkapelle Horb samt ihren Kollegen aus Bildechingen steht dieser „Tag der Arbeit“ jedoch in einem ganz anderen Kontext. Für sie ist es im wahrsten Sinne des Wortes ein arbeitsreicher Tag, denn der Platz vor der Kolping-Hütte verwandelt sich jedes Jahr zu einem Festgelände. Ganze Familien machten mit Kind und Kegel einen Ausflug dorthin, und Cliquen und Freundeskreise treffen sich samt Hund und Bollerwagen auf der Schütte.

In Verkleidungen und Renn-Pelle

Der Weg hoch Richtung Campingplatz und Kolpinghütte ist steil und auch für die gut aufgelegten Gruppen, die in allerlei Verkleidungen unterwegs waren, anstrengend. Umso mehr freut man sich dann auf einen gut gekühlten, veganen hopfenhaltigen Smoothie (früher Bier genannt) und eine Rote vom Grill oder Maultaschen mit Kartoffelsalat als Stärkung. Das galt auch für die ganz Sportlichen, die in neonfarbiger Renn-Pelle auf ihrem neues E-Bike den Weg hochradelten. Für die Hobby-Wirte der Spielgemeinschaft insgesamt eine Herausforderung, der sie sich jedoch Jahr für Jahr gerne stellen.

Die Mai-Hocketse auf der Schütte kann auf eine generationsübergreifende Tradition zurückblicken und ist so etwas wie der Beginn des Open-Air-Festsaison nach einer langen Winterzeit. Entsprechend viel los war auch an diesem Feiertag. An Tischen im Schatten von Zeltplanen, aber auch ganz idyllisch unter Bäumen, saßen die Wanderer und Ausflügler, um ihren Mai-Ausflug zu genießen. Das Wetter spielte mit und lockte mit wolkenfreiem Himmel, strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen scheinbar auch den letzten Stubenhocker raus ins Freie.

Vorstände freuen sichüber die Einnahmen

Die fleißigen Helfer aus beiden Musikvereinen verwöhnten sie, und die Vorstände Alfred „Fred“ Fassnacht von der Stadtkapelle und Maiky Götz aus Bildechingen schaute sich das Geschehen wohlwollend an, während ihre Kassierer hinter der Hauptkasse wie Bergarbeiter schufteten.

Die Vorstände strahlten über die sprudelnden Einnahmen, die sie an diesem Tag wieder einmal für ihre Vereine generieren konnten. Für alle war es eine Win-Win-Situation. Der Verein machte Kasse und Werbung für sich, auch durch die angebotene Spielstraße, und die Besucher wurde mit Musik aus der Konserve, Speis und Trank und jeder Menge Geselligkeit bestens unterhalten.

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