Hospitalpflege in Rottenburg: Diese Auswirkungen zeigen die Schließungen finanziell

Das Haus am Rammert in Rottenburg wurde in der ersten Jahreshälfte geschlossen. Die Auswirkungen sind wirtschaftlich bereits zu spüren.
Elena BaurWo einst pflegebedürftige Menschen ein Zuhause gefunden haben, werden bald wohl junge Menschen und Studenten eine Bleibe finden – im Haus am Rammert. Doch hat sich die wirtschaftliche Lage durch diese Entscheidung tatsächlich gebessert? Das verrät Geschäftsführer der Hospitalpflege Markus Holdenried in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Die Hospitalpflege hat demnach im Jahresergebnis 2024 einen Überschuss von 206.000 Euro erzielt. Dies konnte allerdings nur durch den Zuschuss der Stadt Rottenburg verzeichnet werden. Denn: 2024 war die Hospitalpflege von „einer akuten Zahlungsunfähigkeit“ betroffen, erklärt Holdenried. Die Stadt entschloss zu helfen. Und so flossen zwei Millionen Euro in die Hospitalpflege.
Dazu komme, dass im vergangenen Jahr viele notwendige Instandhaltungskosten der Gebäude, Technik oder auch Sanierungen angefallen seien. Auf der anderen Seite verzeichnete die Hospitalpflege aber auch eine gesteigerte Belegung durch die Mobile Pflege und auch eine Steigerung durch die Küche „Culina am Neckar“, berichtet der Geschäftsführer.
Schließungen „fruchten“ bereits
Und auch die Schließung von kleinen Einrichtungen – wie kürzlich das Haus am Rammert oder auch das Haus Stäble – „fruchtet“ bereits. Es gäbe kaum noch Minderbelegungen. Im Jahr 2024 gab es eine Belegung zwischen 80 und 82 Prozent. Zum heutigen Zeitpunkt seien es schon 93 bis 94 Prozent, also eine klare Verbesserung. Somit landet die Hospitalpflege – ohne den Zuschuss der Stadt aus Eigenerwirtschaftung – bei einem minus von 1,38 Millionen Euro. Dies allerdings noch unter Vorbehalt, da die Abschlussprüfung erst im Juli erfolgt.
Schwarze Null ist das Ziel
Erster Bürgermeister Hendrik Bednarz betonte nochmals, dass mit der Hospitalpflege keine großen Erlöse erwirtschaftet werden, sondern am Ende bestenfalls eine schwarze Null stehe. Diese sollte die Hospitalpflege aus eigener Kraft erwirtschaften. Durch die Schließung der kleinen Einrichtungen und die Zuschüsse werde das Defizit immer weiter zurückgedrängt werden. Das passiere aber nicht von heute auf morgen, so Bednarz.
Das neu eröffnete Haus in Ergenzingen sei bereits auf einem guten Weg und auch die Ausweitung des ambulanten Dienstes sei ein wichtiger Meilenstein – das zeige auch der Bedarf der Patienten, erzählt der erste Bürgermeister. Das Team um Markus Holdenried habe noch viel Arbeit vor sich, habe aber auch ein starkes Team von Ehrenamtlichen um sich. In diesem Jahr schießt die Gemeinde noch einmal 1,4 Millionen Euro an Fördergeldern zu.