Gäubahn-Angebot soll besser werden: Drei stündliche Züge zwischen Horb und Stuttgart

Am Horber Bahnhof sollen künftig drei Züge pro Stunde nach Stuttgart fahren.
Jürgen LückDa die Gäubahn im Zuge der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 für mehrere Jahre in Stuttgart-Vaihingen unterbrochen wird, plant das Land für diese Übergangszeit als Ausgleich ein verbessertes Zugangebot auf der Gäubahn und einigen Zulaufstrecken. Diese Angebotsverbesserungen wurden vom Verkehrsministerium in der Verbandsversammlung des Regionalverbands vorgestellt.
Bis zur Inbetriebnahme des geplanten Pfaffensteigtunnels zur Verbindung der Gäubahn über den Flughafen an den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof müssen die Fahrgäste in Stuttgart-Vaihingen auf die S-Bahn umsteigen, um zum Stuttgarter Hauptbahnhof zu kommen. „Dies kann leider nicht verhindert werden und wird nach aktuellem Stand voraussichtlich ab Mai 2026 der Fall sein“, so der Abteilungsleiter für Öffentlichen Verkehr im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Gerd Hickmann, auf der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Schwarzwald-Baar-Heuberg am 5. Juli im Tuttlinger Landratsamt. „Damit seien für die Fahrgäste in der Summe Nachteile verbunden, worüber wir als Land nicht glücklich sind. Allerdings sind wir nun ein Stück weit erleichtert, dass es uns trotz schwieriger Finanzlage gelungen ist, ein Kompensationspaket zu beschließen, mit dem wir die Nachteile mildern können“, so Hickmann weiter.
Züge sollen Kapazität erhöhen
Als Ausgleich für die Kappung der Gäubahn auf der Strecke zwischen Stuttgart und Singen sollen die Fahrgäste Angebotsverbesserungen auf der Gäubahn und einigen Zulaufstrecken erhalten. Dieses Konzept stellte Gerd Hickmann in der Sitzung des Regionalverbandes anschließend vor, heißt es in der Pressemitteilung des Regionalverbands.
Nach dem Konzept wird das Fernverkehrsangebot mit stündlichen Intercity-Verbindungen und die Nutzbarkeit mit Nahverkehrstickets bestehen bleiben. Zusätzlich sollen im Großraum Stuttgart Metropolexpresszüge – kurz MEX – eingesetzt werden, wie sie auf den anderen Zulaufstrecken nach Stuttgart schon seit einigen Jahren im Einsatz sind. Mit den MEX-Zügen soll die Kapazitäten erhöht und die Anzahl an Fahrten im Regionalverkehr im Vergleich zum heutigen Fahrplan verbessert werden. „So werden die heutigen Linien von Freudenstadt und von Rottweil in Zukunft (ohne Verflechtung) separat nach Stuttgart geführt. Weil das bisherige Trennen und Kuppeln von Zügen in Eutingen dann wegfällt, wird eine größere Fahrplanstabilität erwartet.“

Das Trennen und Kuppeln von Zügen in Eutingen soll künftig entfallen.
Foto: SpottsDie Fahrzeit zwischen Rottweil und Böblingen soll sich so um zwölf Minuten verkürzen. Die Fahrten der Metropolexpresszüge sollen gleichmäßiger über den Tag verteilt sein.
Folgendes wurde laut Regionalverband in der Sitzung angekündigt: „Zwischen Horb und Stuttgart-Vaihingen werden die MEX-Züge in einem Halbstundentakt verkehren. Zusätzlich verkehrt der MEX Stuttgart – Horb in der Hauptverkehrszeit bis nach Rottweil. Als weiteres Angebot im regionalen Schienenverkehr soll an Werktagen tagsüber die S-Bahnlinie 1 von Herrenberg stündlich nach Horb verlängert werden. Damit wird es weiterhin eine durchgehende, umsteigefreie Verbindung von Horb bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof geben.“
Letzte Absprachen stehen noch aus
Wird das umgesetzt, dann halten – zusammen mit den MEX-Zügen – mindestens drei Züge pro Stunde an den Stationen zwischen Horb und Stuttgart-Vaihingen. „Mit dem Verband Region Stuttgart als Aufgabenträger der S-Bahn Stuttgart müssten hierfür jedoch noch letzte Absprachen getroffen werden“, heißt es in der Mitteilung des Verbands.
Der Verbandsvorsitzende des Regionalverbandes, Wolf-Rüdiger-Michel, bezeichnete es als sehr erfreulich, dass das Land Ausgleichsmaßnahmen finanziere. Michel verknüpfte mit der Forderung der Inbetriebnahme dieser Lösungen zugleich die Hoffnung auf eine zeitnahe Realisierung der weiteren Ausbaumaßnahmen auf der Gäubahn und betonte: „Die Deutsche Bahn bleibt aufgefordert, Planung, Bau und die Inbetriebnahme des Pfaffensteigtunnels, weiterhin prioritär umzusetzen, um den Anschluss an den Tiefbahnhof schnellstmöglich zu ermöglichen. Dies wurde in der Sitzung von unserem Gremium einstimmig beschlossen. Darüber hinaus haben wir in der Sitzung auch den Beschluss erneuert, dass auch die weiteren Ausbaumaßnahmen südlich von Böblingen bis Singen zeitnah geplant und umgesetzt werden. Die Region steht parteiübergreifend hinter den Ausbaumaßnahmen und nimmt die Bahn hiermit klar in die Pflicht.”