Event in Wiesenstetten
: Das unterscheidet die Mittelaltertage von den Horber Ritterspielen

Die Ritterspiel-Debatte ist noch frisch. Jetzt verraten die Veranstalter der Wiesenstetter Mittelaltertage, worauf sie bewusst Wert legen.
Von
Florian Ganswind
Horb
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Bei den Mittelalterevents von Fabula Corvinus gibt es auch Ritterturniere. So ähnlich könnte es auch bei den Mittelaltertagen in Wiesenstetten aussehen.

Bei den Mittelalterevents von Fabula Corvinus gibt es auch Ritterturniere. So ähnlich könnte es auch bei den Mittelaltertagen in Wiesenstetten aussehen.

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  • Mittelaltertage in Empfingen-Wiesenstetten feiern vom 3. bis 5. Juli Premiere.
  • Veranstalter setzen auf Familienfreundlichkeit und günstige Preise – Freitag freier Eintritt.
  • Wochenendticket nur am Freitag: 15 Euro; Haupttage: Erwachsene 10, Jugendliche und Gewandete 8, Kinder 5.
  • Programm mit fünf Gastronomen, 27 Händlern, zwei Lagergruppen, Musik, Gauklern und Ritterturnieren.
  • Eigene Getränke sind erlaubt, Kosten steigen dennoch – Abgrenzung zu Horb ohne Konkurrenzdenken.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Diskussion um die Horber Ritterspiele wirkt immer noch nach, da steht in Empfingen-Wiesenstetten bereits das nächste Mittelalterfest bevor.

Vom 3. bis 5. Juli feiert die Veranstaltung Premiere. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutern die Veranstalter Anja und Markus Katz von der Eventagentur Fabula Corvinus ihr Konzept – und beziehen auch Stellung zur Debatte um Wasser, Familienfreundlichkeit und steigende Kosten.

Warum finden die Mittelaltertage ausgerechnet in Wiesenstetten statt?

Eigentlich war der Standort gar nicht vorgesehen. Wie Anja Katz berichtet, laufen bereits seit längerer Zeit Gespräche mit Bürgermeister Ferdinand Truffner über ein größeres Mittelalterevent im Jahr 2027 rund um die Tälesee-Halle in Empfingen. Kurzfristig sei jedoch ein anderes Veranstaltungsgelände weggefallen. Da die Fläche an der Tälesee-Halle am gewünschten Wochenende bereits belegt gewesen sei, habe die Gemeinde das Gelände am Dorfgemeinschaftshaus in Wiesenstetten angeboten. Diese spontane Lösung habe sich als Glücksfall erwiesen.

Was erwartet die Besucher – und wodurch soll sich die Veranstaltung von anderen Mittelalterfesten unterscheiden?

Nach Angaben der Veranstalter stehen Familienfreundlichkeit und ein bezahlbares Angebot im Mittelpunkt. Als Eltern von vier Kindern wüssten sie, wie genau Familien heute auf ihre Ausgaben achten müssten. Deshalb gebe es einen kostenfreien Eintritt am Freitag sowie ein günstiges Wochenendticket. Auf der Homepage heißt es dazu:  „So strömed herbei und holt Euch das Wochenendticket, nur am Freitag erhältlich.“

Gleichzeitig wolle man beim Programm keine Abstriche machen. Erwartet werden fünf Gastronomen – darunter eine Taverne mit Cocktails –, 27 Händler und Handwerker, zwei Lagergruppen sowie Ritterturniere, Musik und Gaukler. Die Veranstalter sprechen von einer der preiswertesten Veranstaltungen dieser Art, „ohne dabei an Unterhaltungswert einzubüßen“.

Welche Rolle spielt Familienfreundlichkeit im Konzept der Veranstalter?

Sie sei der wichtigste Baustein der Veranstaltung. Ziel sei es, ein Erlebnis zu schaffen, das sich Familien leisten können und bei dem sie für einige Stunden den Alltag vergessen. Moderate Eintrittspreise seien deshalb ebenso Teil des Konzepts wie eine entspannte Atmosphäre für alle Generationen.

Wie sind die Eintrittspreise?

Auch bei den Eintrittspreisen setzt Fabula Corvinus bewusst auf ein vergleichsweise günstiges Angebot. Der Freitag ist als „Mittelalterliche Hocketse“ sogar bei freiem Eintritt zugänglich. Wer an diesem Tag ein Wochenendticket kauft, bezahlt 15 Euro für alle drei Veranstaltungstage. An den beiden Haupttagen kostet der Eintritt für Erwachsene jeweils 10 Euro, Jugendliche und Gewandete zahlen 8 Euro, Kinder (ab einer Körpergröße von 120 Zentimetern) 5 Euro. Alle Vorführungen und Ritterturniere sind im Eintrittspreis bereits enthalten.

Eine Zeitreise ins Mittelalter - Dragol Runa und Vandil waren schon bei vergangenen Events vertreten.

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Fabula Corvinus

Wie bewerten die Veranstalter die Debatte um Wasserregelungen, steigende Kosten und die Horber Ritterspiele?

Die Diskussion um die Horber Ritterspiele haben Anja und Markus Katz aufmerksam verfolgt. Beim Thema Wasser beziehen sie eine klare Position. „Wir sehen es als vollkommen legitim und selbstverständlich an, wenn Familien oder Hundebesitzer ihr eigenes Wasser mitbringen.“ Vorschriften werde es hierzu nicht geben. Gleichzeitig räumen die Veranstalter ein, dass auch sie mit steigenden Kosten zu kämpfen hätten. „Fairness bei der Kalkulation ist für uns daher ein Gebot der Stunde.“

Konkurrenz oder Ergänzung: Wie ist das Verhältnis zu den Horber Ritterspielen?

Als Konkurrenz verstehen sich die Veranstalter ausdrücklich nicht. „Jeder Veranstalter hat sein eigenes Konzept“, sagt Anja Katz. Man setze bewusst auf das eigene Profil und „auf ein Miteinander, nicht auf ein Gegeneinander“.

Was macht aus Sicht der Veranstalter ein gelungenes Mittelalterfest aus?

Nicht einzelne Programmpunkte seien entscheidend, sondern das Gesamtbild. Ein Markt brauche „Seele“. Dazu gehörten eine stimmige Atmosphäre, eine gute Mischung aus Händlern, Gastronomie und Unterhaltung sowie Offenheit gegenüber allen Besuchern. Ob historisch gewandet, im Fantasy-Stil oder in Alltagskleidung – willkommen sei jeder.

Welche Auswirkungen haben Inflation und verändertes Freizeitverhalten auf die Mittelalterszene?

Nach Einschätzung der Veranstalter halten viele Menschen ihre „Taler“ derzeit bewusster zusammen. Dennoch sei das Interesse an Mittelalterveranstaltungen ungebrochen. Die Gäste schätzten besonders das familiäre Umfeld. „Unsere Veranstaltungen sind kein Rummel, sondern ein Rückzugsort.“ Wer das Mittelalter liebe, ziehe ein solches Erlebnis einem gewöhnlichen Event häufig vor.

Das Zelt von Bergholder dem Erzähler - ihn kennt man auch von den Horber Ritterspielen

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Fabula Corvinus

Warum übt das Mittelalter bis heute eine so große Faszination aus?

Die Veranstalter beobachten zwei Gruppen. Die einen interessierten sich intensiv für Geschichte und historische Authentizität. Andere seien durch Serien und Filme wie „Game of Thrones“, „Vikings“ oder „Herr der Ringe“ auf das Thema aufmerksam geworden. Beide Gruppen verbinde der Wunsch, für eine gewisse Zeit in eine andere Welt einzutauchen. Gerade diese Freiheit mache den Reiz der Mittelalterszene aus.

Kann aus der Premiere in Wiesenstetten eine feste Veranstaltung werden?

Zunächst konzentrieren sich die Veranstalter auf ein gelungenes Premierenwochenende. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde beschreiben sie als „hervorragend“ und die Kommunikation als „absolut reibungslos“. Langfristig verfolgen sie jedoch ein größeres Ziel: Das Mittelalterfest soll dauerhaft in Empfingen etabliert werden. Perspektivisch könne das Gelände rund um Beatparade, Tälesee-Halle und Tälesee zum festen Standort der Veranstaltung werden.

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