Verein braucht 200.000 Euro: AK Asyl startet Crowdfunding für das Fecker-Comeback

"Mit deiner Hilfe ab 2027 wieder geöffnet!", heißt es auf dem ehemaligen Eingang zur Kultkneipe Fecker in Hechingen – mit ausreichend Spenden wird das gelingen.
Alexander Kauffmann- AK Asyl pachtet die Kultkneipe Fecker und startet eine Crowdfunding-Kampagne.
- Geplanter Umbau ab Herbst, Eröffnung im Januar – wenn genug Geld zusammenkommt.
- Umbaukosten 300.000 Euro, davon 200.000 Euro vom Verein; Eigentümer tragen etwa ein Drittel.
- Barrierefreier Zugang, neue Küche und Anbau mit Toilette und Kiosk sind vorgesehen.
- Crowdfunding bis 19. November, Ziel intern „wenigstens 50.000 Euro“, Bank zahlt ggf. bis 2500 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Pachtvertrag ist unterschrieben, die Spendenkampagne läuft: Der Hechinger Arbeitskreis Asyl macht ernst mit der Wiederbelebung der Altstadtkneipe Fecker. Rund fünf Wochen nach der Entscheidung der Mitgliederversammlung Mitte Juli ist aus der Ankündigung ein Pachtvertrag geworden – und aus dem angekündigten Spendenaufruf ein laufendes Crowdfunding-Projekt mit eigener Internetseite.
Auslöser ist das nahende Ende des Geflüchteten- und Begegnungsprojekts Refugio am Obertorplatz: Der Landkreis verlängert den Mietvertrag dort zum Jahresende nicht. Der Arbeitskreis Asyl sucht deshalb einen Nachfolgeort – und die Wahl fiel auf das seit anderthalb Jahren leerstehende Fecker in der Oberstadt.
Der Zeitplan ist ambitioniert: Schon im Herbst soll der Umbau des Feckers starten, im Januar soll die Eröffnung folgen. Das bedeutet, es geht bestenfalls schnell voran. Je eher das Geld zusammenkommt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt realisiert wird.
Vertrag mit den Eigentümern ist unterschrieben
Im Juli hatte Almut Petersen, Vorsitzende des AK Asyl, den Vertrag mit der Eigentümerfamilie noch als „ausverhandelt“ bezeichnet. Jetzt ist er unterschrieben: ein Pachtvertrag, mit dem der Verein das Gebäude mit Gastronomiebetrieb übernimmt. Rund ein Drittel der Umbaukosten trägt laut Kampagnenseite die Eigentümerfamilie selbst. Insgesamt beziffert der Verein den Finanzbedarf für den Umbau auf 300.000 Euro, von denen der AK Asyl 200.000 Euro übernimmt. Die Arbeiten, die mit dem Betrag angegangen werden, sind vielfältig.
Von Grund auf saniert wird die Küche: beginnend mit der Elektroinstallation, über Lüftungsanlage und Wasser-/Abwasseranschlüsse, über neue Beläge am Boden und an den Wänden, bis hin zur kompletten Kücheneinrichtung. Aufwendig wird zudem die barrierefreie Umgestaltung. So soll es einen Zugang für Menschen geben, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Die altbekannte Ausstattung der Kultkneipe wird aber nicht wesentlich verändert.
Weil im bestehenden Gebäude kein Platz besteht, soll ein Anbau mit einer barrierefreien Toilette und einem Kiosk für den sommerlichen Eiscafé- und Biergartenbetrieb entstehen. Nicht zuletzt gilt der Umbau auch als städtebauliches Projekt für die Oberstadt. Die Lücke an der Marktstraße soll eine neue Arkadenwand schließen, die gleichzeitig die Durchlässigkeit zum Biergarten gewähren soll. Im Sinne der Barrierefreiheit wird auch der untere Biergarten neu gestaltet.
Crowdfunding läuft bis 19. November
Auf der Crowdfunding-Internetseite ist ein Spendenziel von „10.000 Euro“ angegeben. Dass diese Zahl dort steht, hat technische Gründe, keine inhaltlichen. Almut Petersen spricht auf Anfrage von „wenigstens 50.000 Euro“, die mit der Spendenaktion zusammenkommen sollen. Die Crowdfunding-Aktion läuft bis 19. November und wird technisch von der Volksbank Zollernalb betreut.

Gabriele Lamparter (links) und Almut Petersen (rechts) haben in Vertretung für den AK Asyl den Pachtvertrag mit der Eigentümerin Margit Albrecht unterschrieben.
VereinAbhängig vom Aufkommen der Spenden kommen von der Bank weitere bis zu 2500 Euro, die für den Umbau des Fecker wieder verwendet werden können. Sammelt der AK Asyl nicht ausreichend Spenden ein, werden Spenden zurücküberwiesen.
Wer im neuen Feckerrat Verantwortung trägt
Neu eingerichtet hat der AK Asyl den Feckerrat eingerichtet, um den Ort mit vielen Perspektiven und Ideen zu begleiten und Verantwortung für das Wiederaufleben im Fecker zu übernehmen. Für den Umbau ist Architekt Jürgen Sprenger zuständig, für die Gastronomie Caroline Villanueva. Gabriele Lamparter leitet den neu gegründeten Feckerrat, Waltraud Feuchter kümmert sich um Veranstaltungen, Petersen um Finanzierung und Gesamtorganisation.
Der Verein verweist dabei auf seine Erfahrung: Für das Refugio, das seit 2024 im ehemaligen Hotel Klaiber betrieben wird, erhielt der Arbeitskreis Asyl 2025 den ersten Preis beim Integrationspreis Baden-Württemberg in der Kategorie Zivilgesellschaft. Nach eigenen Angaben fanden mehrere Geflüchtete über das Projekt den Weg in Ausbildung und Arbeit.
Spenden
Wer direkt spenden möchte, kann laut Verein auf folgendes Konto überweisen: Arbeitskreis Asyl Hechingen, IBAN DE75 6535 1260 0079 2368 36, Verwendungszweck „Fecker“. Auf Wunsch stellt der Verein eine Spendenbescheinigung aus. Die Crowdfunding-Internetseite finden Interessierte hier: www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/sfecker-hch.
Publik geworden waren die Überlegungen des AK Asyl, das Fecker als Nachfolger für das Ende 2026 auslaufende Refugio-Projekt am Obertorplatz zu übernehmen, im Juni 2026. Wie berichtet, ist für das Hechinger Integrations- und Begegnungszentrum im ehemaligen Hotel-Café Klaiber nach drei Jahren Schluss, weil der Landkreis den Mietvertrag aus Kostengründen und mangels Bedarfs an Flüchtlingswohnungen nicht verlängert.
Anders als im Refugio werden im Fecker keine Geflüchteten im Haus wohnen, sehr wohl aber Deutschunterricht haben. Weil die Kurse überwiegend vormittags und im ersten Obergeschoss stattfinden werden, sollte es keine Konflikte mit dem Kneipenbetrieb geben.
