Susanne Pohl aus Hechingen: Bei Ausstellung wird sogar ein spektakulärer Raku-Brand gezeigt

In ihrer Werkstatt entstehen die Keramik-Gefäße und andere Formen, die Susanne Pohl anschließend unter anderem in ihrem speziellen Raku-Ofen brennt. Ein Spektakel, das sie während ihre Ausstellung vorführt.
Klaus StopperAls Fahrlehrerin ist Susanne Pohl sehr bekannt im Hechinger Raum, als Keramikerin aber auch. Die meisten Arbeiten fertigt sie übrigens nicht in genervter Stimmung, sondern einfach aus Freude am Töpfern. Was dabei herauskommt, zeigt sie am Samstag und Sonntag, 8. und 9. März, jeweils von 10 bis 18 Uhr bei einer Ausstellung in ihren Arbeitsräumen an der Oelserstraße 1. Ein Höhepunkt: Am Sonntagmittag von 14.45 Uhr an ist in ihrem Garten ein Raku-Brand mitzuerleben.
Das ist ein ziemliches Spektakel, denn die getöpferten Sachen werden 1000 Grad heiß aus dem Ofen genommen und dann mit Sägespänen oder anderen kohlenstoffhaltigen Materialien in Berührung gebracht. Alles in Handarbeit und mit viel Zufallselementen. Der Ofen steht im Freien. Anders ginge das nicht, denn es qualmt gewaltig, die Hitze ist enorm, alles brennbare, das mit der Keramik in Berührung kommt, fängt sofort Feuer. Ein Spiel mit den Elementen. Susanne Pohl trägt dazu einen an Astronautenkleidung erinnernden Feuerwehr-Spezialhelm und an jeder Hand zwei klobige Hochtemperatur-Handschuhe übereinander.
Pferdehaare bilden auf der Keramik-Oberfläche einzigartige Linien
Das Ergebnis sind von feinen Rissen durchzogene Oberflächen, die Tassen, Kannen oder andere Formen unglaublich lebendig wirken lassen. Eine ihrer Spezialitäten: Pferdebesitzer können Susanne Pohl Schweif-Haare ihres Vierbeiners vorbeibringen. Der Kohlenstoff dieser kräftigen Haare ist dann als schwarze Strichwolken auf die Oberfläche gebrannt. „Das wird vor allem auch dann gewünscht, wenn jemand ein Pferd gestorben ist“, erklärt die Keramikerin.
Auch im Wohnzimmer wird am Lehm geknetet
Seit ihrer Jugend malt und zeichnet sie gern. In einer schwierigen Lebensphase bekam sie von einer Freundin einen Töpferkurs-Gutschein geschenkt, „und da gingen mir die Augen auf, das war einfach meins“, sagt sie. Mit unglaublicher Energie treibt sie seither diese Passion voran. In ihrem Haus hat sie eine Werkstatt, die untere Etage ist Ausstellungsraum, aber auch im Wohnzimmer ist ein Modellier-Arbeitsplatz eingerichtet.
Lehm aus einer Schlattemer Baugrube wird auch verwendet
Sie experimentiert viel, formt Drachen und Badenixen ebenso wie Rauchhöhlen für den Garten, dekorative Stelen, sehr edel wirkendes Teegeschirr und Schalen. Neu sind Tassen mit sehr schönen Tiermotiven. Denn gut malen kann sie auch. Und vor einigen Jahren entdeckte sie in einer Baugrube des Schlatter Neubaugebiets Lehm, den sie auch gleich einpackte, um daraus schöne Sachen zu brennen.
Auch Malerin und Hohenzollerndrechsler zeigen ihre Arbeiten
An den beiden Ausstellungstagen werden zwei weitere Kunstschaffende vor Ort sein, um ihre Arbeiten zu zeigen. Zum einen ist das die Malerin Francoise Wattre, deren Arbeiten auch in vielen europäischen Städten ausgestellt werden. Sie ist auf abstrahierte Meer- und Naturbilder spezialisiert. Und Hans-Werner Heim, bekannt als „der Hohenzollerndrechsler“, zeigt nicht nur ausgewählte Arbeiten, der bringt auch seine Werkbank mit und lässt sich vor Ort über die Schulter schauen. Informationen zu der Ausstellung gibt es unter der Telefonnummer 0152/01 97 14 20.