Schlosserei Maurer Jungingen: Spezialauftrag für die Schwarzenbachtalsperre

Jan Maurer, Chef der gleichnamigen Junginger Schlosserei (links), zeigt Bürgermeister Oliver Simmendinger den umfangreichen Spezialauftrag: die Pegelmesslatten der Schwarzenbachtalsperre.
privat- Junginger Schlosserei Maurer restauriert die Pegelmesslatten der Schwarzenbachtalsperre.
- Der Stausee wurde vollständig entleert, um Staumauer und Technik zu sanieren.
- Pegellatten aus Gusseisen wurden demontiert, sandgestrahlt, lackiert und korrekt neu montiert.
- Ein historischer Montagefehler von etwa zehn Zentimetern wurde mit Distanzschablonen behoben.
- Wiederbefüllung ist für Ende Oktober geplant – Abschluss laut Plan erst 2028.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Alternative Energiequellen sind so neu überhaupt nicht. Schon kurz nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg haben die Deutschen aus Wasserkraft erfolgreich und viel Strom gewonnen. Ein berühmtes Beispiel ist die Schwarzenbachtalsperre. Die 400 Meter lange und über 65 Meter hohe Staumauer im Nordschwarzwald bei Forbach ist vor exakt 100 Jahren fertiggestellt worden. Im Jubiläumsjahr hat man das Wasser abgelassen, um umfassend zu sanieren. Und eben da kommt das ferne Killertal ins Spiel!
Junginger Handwerksqualität für Spezialaufträge
Es geht um Handwerksqualität und einen außergewöhnlichen Auftrag für ein ziemlich weit entferntes Jahrhundertbauwerk. Die Junginger Schlosserei Maurer, bis vor einigen Jahren im benachbarten Schlatt ansässig, restauriert die historischen Pegellatten der Schwarzenbachtalsperre, eines der bekanntesten technischen Bauwerke des Nordschwarzwalds in einem Seitental des Murgtals.
Für Firmenchef Jan Maurer und sein Team bedeutet dies nicht nur eine anspruchsvolle handwerkliche Aufgabe, sondern auch die Mitarbeit an einem seltenen Abschnitt in der Geschichte der Talsperre. Das mächtige Bauwerk ist in diesem Jahr umfassend saniert worden. Der zwei Kilometer lange und rund 14 Millionen Kubikmeter Wasser fassende Stausee wurde vollständig entleert. Das ist erst zum vierten Mal seit Bestehen der Anlage gemacht worden. Frühere vollständige Entleerungen fanden nach Angaben des Betreibers EnBW in den Jahren 1935, 1952 und 1997 statt. Die Wiederbefüllung ist für Ende Oktober geplant und soll erst 2028 beendet sein.
Im Zuge der Sanierung werden unter anderem Verschlussvorrichtungen an der Staumauer erneuert sowie Beton- und Metallteile instandgesetzt. Außerdem gibt es einen Anschluss an ein neues, unterirdisches Pumpspeicherkraftwerk. Darüber hinaus entstehen im Uferbereich neue Lebens- und Rückzugsräume für Fische.

Man beachte die Dimensionen! Die 400 Meter lange und über 65 Meter hohe Staumauer aus Granitstein und das Team der Junginger Schlosserei Maurer.
privatDie Ertüchtigung der Anlage steht im Zusammenhang mit dem Ausbau des Pumpspeicherkraftwerks Forbach, das nach derzeitiger Planung Ende 2027 in Betrieb gehen soll. Die Schwarzenbachtalsperre wird dabei weiterhin als wichtiges Oberbecken dienen.
Die Pegelmesslatten sind historisch
Zu den Bauteilen, die im Rahmen dieser seltenen Gelegenheit aufgearbeitet werden, gehören die historischen, innen an der Staumauer angebrachten Pegelmesslatten. Den Auftrag genau dafür erhielt das Junginger Familienunternehmen Schlosserei Maurer.

Vor 100 Jahren ist die Talsperre in einem Seitental des Murgtals in Betrieb gegangen. Seinen Teil zur Sanierung beigetragen hat der Junginger Fachbetrieb Maurer, der mit dem Transport direkt vor Ort war.
privatDie aus massivem Gusseisen gefertigten Pegellatten waren über Jahrzehnte den Einwirkungen von Wasser und Witterung ausgesetzt und entsprechend stark angegriffen. Teilweise hatte die Korrosion deutliche Spuren hinterlassen. Die einzelnen Elemente wurden deshalb zunächst demontiert, anschließend sandgestrahlt und neu lackiert. Danach brachte die Schlosserei Maurer die restaurierten Anzeigen wieder an der Staumauer an.

Historisch wertvoll, aber schon sehr angegriffen: eine Pegelmesslatte vor der Runderneuerung.
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Und eine Messlatte nach der Sanierung im Killertal.
privatAllein die Dimensionen machen deutlich, welchen Aufwand diese Arbeiten erfordern: Eine Pegellatte setzt sich aus drei jeweils einen Meter langen und miteinander verschraubten Segmenten zusammen. Das vollständige, drei Meter lange Bauteil wiegt rund 180 Kilogramm. Die Demontage und die spätere Montage müssen daher mithilfe eines Krans gemacht werden.
Keine neuen Bohrlöcher an der Staumauer!
Besondere Sorgfalt erfordert auch die erneute Befestigung. Um die massive Staumauer nicht durch vermeidbare neue Bohrungen zu beeinträchtigen, werden die Pegellatten überwiegend an den bereits vorhandenen Befestigungspunkten angebracht.
Bei der Demontage kam zudem eine historische Ungenauigkeit ans Licht: Ein Teil der Anzeigen, an denen der Wasserstand in Metern über dem Meeresspiegel abgelesen wird, war ursprünglich etwa zehn Zentimeter zu hoch montiert worden. Die Schlosserei Maurer erhielt deshalb zusätzlich den Auftrag, diesen Fehler mithilfe neu angefertigter Distanzschablonen zu korrigieren. Künftig sollen die Anzeigen damit nicht nur wieder in neuem Glanz erscheinen, sondern auch an der richtigen Höhe sitzen.
Bürgermeister Simmendinger ist stolz
Für Jungingens Bürgermeister Oliver Simmendinger ist der Spezialauftrag aus dem Nordschwarzwald ein eindrucksvoller Beleg für die Leistungsfähigkeit des örtlichen Handwerks: „Es erfüllt mich mit Stolz, dass es einem Familienunternehmen aus unserer schönen Gemeinde gelungen ist, diesen besonderen Auftrag nach Jungingen zu holen. Die Pegellatten gehören seit nahezu einem Jahrhundert zum Erscheinungsbild der Schwarzenbachtalsperre. Nach ihrer Sanierung werden sie dort hoffentlich mindestens die nächsten 50 Jahre zuverlässig ihren Dienst tun.“
Zugleich besitzt der Auftrag für Simmendinger eine persönliche Bedeutung: „Ich freue mich auf den Tag, an dem ich meinen Enkeln sagen kann: Diese Pegellatten sind damals in Jungingen saniert worden. Darauf dürfen wir als Jungingerinnen und Junginger mit Recht stolz sein.“
Schlosserei Maurer sorgt für Generationen vor
Für die Schlosserei Maurer ist die Restaurierung fraglos weit mehr als ein gewöhnlicher Metallbauauftrag. Mit handwerklicher Präzision und Erfahrung trägt das Junginger Unternehmen dazu bei, einen sichtbaren Teil dieses bedeutenden technischen Denkmals für kommende Generationen zu erhalten.
Im Jubiläumsjahr den Stöpsel gezogen
Vier lange Jahre ist an der Schwarzenbachtalsperre (an der Straße von Baiersbronn nach Vorbach ungefähr mittig links ab) gebaut worden. Aber 1926 konnte die Einweihung gefeiert werden. Seither liefert das Oberbecken eines heutzutage von der EnBW betriebenen Pumpspeicherkraftwerks. Das Wasser ist dem auch bei Freizeitsportlern begehrten See abgelassen worden, um die Staumauer aus Granitstein und die gesamte Technik zu sanieren. Gleichzeitig wird ein neues, unterirdisches Pumpspeicherkraftwerk angeschlossen. Dazu mussten die annähernd 14,4 Millionen Kubikmeter Wasser komplett abfließen. Wieder aufgefüllt wird laut Plan ab Ende Oktober. Und das wird dauern: Erst 2028 soll genug Wasser im See sein. Einfach sprudeln lassen kann man nicht, informieren die Betreiber. Es geht schrittweise voran. Und es hängt, der Klimawandel lässt grüßen, stark ab vom natürlichen Zufluss und den Niederschlagsmengen.
