Pflege in Hohenzollern: Sozialwerk Hechingen bildet weitere Rücklagen für „JuLia“

Manfred Haug (von links), Vorsitzender Jürgen Ulrich, Holger Cerff, Oliver Simmendinger, Geschäftsführerin Nisrin El-Said, Thomas Fürst und Philipp Hahn bei der Mitgliederversammlung des Sozialwerks Hechingen
Sozialwerk HechingenEin Jahresgewinn in Höhe von rund 666 000 Euro, die Personaldecke gestärkt und zahlreiche Klienten in den verschiedenen Geschäftsbereichen versorgt. Das Sozialwerk Hechingen hat in der jüngsten Mitgliederversammlung auf ein erfolgreiches und ereignisreiches Vereinsjahr zurückgeblickt.
Geschäftsführerin Nisrin El-Said gab in ihrem Tätigkeitsbericht für das Jahr 2024 einen Überblick über den laufenden Betrieb, der sich auf ambulante Pflege, Tagespflege, SAPV-Dienstleistungen und die interne Verwaltung aufteilt. So wurden im Bereich der ambulanten Pflege im monatlichen Durchschnitt 216 Klienten versorgt, im Bereich der Beratungsbesuche waren es sogar im Mittel 489 Klienten pro Monat. Insgesamt dokumentiert der Tätigkeitsbericht 68 461 Hausbesuche für das Jahr 2024; im Vorjahr waren es noch 61 367. Das Sozialwerk hält fest: „Eine Steigerung des Bedarfs kann festgestellt werden.“
Betreuungsbedarf steigt
Die Tagespflege des Sozialwerks Hechingen verfügt laut Versorgungsvertrag über 15 Plätze täglich. 2024 sei dabei eine hohe Auslastung erreicht worden. In Zahlen: Insgesamt verzeichnete die Tagespflege 3965 Belegungstage, täglich waren dementsprechend 14,4 Plätze belegt.
Das SAPV-Team wiederum kümmert sich um die Versorgung schwerst kranker und sterbender Menschen im gesamten Zollernalbkreis. 619 Klienten betreute das Sozialwerk 2024 diesbezüglich. Auch in diesem Geschäftsbereich sei ein Anstieg zu verzeichnen, 2023 waren es noch 564 zu versorgende Klienten.
Der Betreuungsbedarf steigt – und damit auch der Personalbedarf. Die Anzahl der Vollzeitstellen konnte 2024 auf 38,64 Vollzeitstellen aufgestockt werden (2023: 35,60). Für alle Bereiche teilen sich diese Stellen auf 72 festangestellte Mitarbeiter und neun ehrenamtliche Helfer auf.
Im Tätigkeitsbericht 2024 kommt auch das perspektivische Großprojekt „JuLiA“, ausgeschrieben „Junginger Lebenswelten im Alter“, zur Sprache. 2024 hatte das Sozialwerk beschlossen, das Investitionsprojekt, das Tagespflegeplätze und Wohnraum vereint, weiter zu verfolgen. Eine Grobkonzeption nach Abstimmung mit Architekt, Gemeinde und Projektentwickler wurde erstellt. Wirtschaftlichkeitsberechnungen, so der Tätigkeitsbericht weiter, hätten gezeigt, dass die geplante Tagespflegeeinrichtung nachhaltig betrieben werden könne. Endgültig über das Projekt entschieden werden soll in einer Mitgliederversammlung – aber erst, sobald alle Rahmenbedingungen und Unterlagen vorliegen.
Überschuss erwirtschaftet
Die Grundlage für die Großinvestition wird durch die gute wirtschaftliche Situation im Geschäftsjahr 2024 gestärkt. Das Sozialwerk konnte einen Jahresüberschuss von rund 666 000 Euro erwirtschaften. Heißt: Rücklagen für Investitionen können gebildet werden. Das Eigenkapital beläuft sich zum Stichtag 31. Dezember 2024 auf knapp 3,7 Millionen Euro, wovon knapp zwei Millionen für Investitionszwecke eingesetzt werden können.
