Marktplatz Hechingen: Stadt stellt Pläne vor – so soll es 2027 weitergehen

Bunte Regenschirme statt Lampions: So soll der Stadthimmel über dem Marktplatz im Jahr 2027 aussehen. Doch erst einmal wird die Deko winterlich-weihnachtlich.
freiraumconcept (Animation)- Hechingen führt den verkehrsberuhigten Marktplatz fort – jeweils Neuauflage in den nächsten beiden Jahren.
- Ab 2029 plant die Stadt einen Komplettumbau mit barrierefreiem Belag, Bau in hälftigen Abschnitten.
- Bilanz des Sommers: 80 Prozent befürworten die Fortführung, Kritik betraf vor allem nächtliche Ruhestörungen.
- Parkkonzept wird nachgeschärft, Kurzzeitparken vor dem Rathaus künftig 30 Minuten.
- Deko wechselt: im Winter Lichter und Tannen, im Sommer Kioskwagen und bunte Regenschirme; „Cats-and-Cake“-Café geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Hechinger Marktplatz-Sommer ist seit zwei Wochen vorbei. Und jetzt? Wie soll es weitergehen nach der viermonatigen Probezeit, für die die gute Stube der Zollernstadt üppig möbliert und die Autos verbannt wurden? Die Antwort auf diese Frage, die viele Hechinger mit Spannung erwarten, wird der Gemeinderat am kommenden Dienstag, 6. Oktober, in öffentlicher Sitzung geben. Wohin die Reise gehen soll, ließ die Stadtverwaltung aber schon an diesem Dienstagvormittag anklingen. Und dafür reisten sogar Hörfunk- und Kamerateams nach Hechingen an.
Es soll im selben Stil weitergehen
Die schnelle Nachricht lautet: Es wird weitergehen mit dem verkehrsberuhigten Marktplatz. In den nächsten beiden Jahren soll das Projekt jeweils eine Neuauflage erfahren, in ähnlicher Weise wie in diesem Sommer. „Wir wollen das Konzept verstetigen und verbessern“, sagte Bürgermeister Philipp Hahn. Für die Jahre ab 2029 hat die Stadtverwaltung dann die nächste Stufe im Visier. „Dann“, so Hahn, „wollen wir den Tiefbau komplett neu machen nach dem Vorbild des Obertorplatzes“. Praktisch heißt das vor allem: Das Kopfsteinpflaster wird herausgerissen, der Platz soll einen neuen, barrierefreien Belag erhalten.
Der Umbau des Marktplatzes könnte 2029 erfolgen
Kann sich Hechingen dieses weitere Großprojekt leisten? Zahlen zu den voraussichtlichen Kosten nennen die Stadtoberen aktuell noch nicht. „Aber wir sind guter Dinge“, sagt Bürgermeister Hahn und verweist auf die bereits in diesem Jahr überraschend entspannte Haushaltslage. „Dank unseres starken Wirtschaftsstandortes sind wir zuversichtlich, dass wir das umsetzen können.“ Hechingen hofft dabei auch auf Fördergelder aus dem Landessanierungsprogramm. Der Umbau könnte 2029 erfolgen. Michael Werner, der Leiter aller Bautätigkeiten im Rathaus, beruhigt die Geschäftsleute schon vorab: „Wir setzen auf hälftige Bauabschnitte, um den Platz nicht ein Jahr lang lahmzulegen.“
Sommer-Bilanz: 80 Prozent sind zufrieden
Freilich ist das heute noch Zukunftsmusik. Aktuell geht es darum, den Testlauf dieses Sommers zu bilanzieren. Erkenntnisse ziehen Stadtverwaltung und Gemeinderat nicht nur aus der eigenen Anschauung, sondern auch aus einer Bürgerbefragung (mit 370 Rückmeldungen) und einer Anhörung der Geschäftsleute. Das „Gesamtbild“ skizzierte Michael Werner so: „80 Prozent stimmen zu und wünschen sich eine Fortführung unbedingt“. Vor allem die verbesserte Gesamtatmosphäre mit dem Stadtgrün, den Sitzgelegenheiten und der Murmelbahn sei häufig gelobt worden. Klagen und kritische Rückmeldungen beträfen vor allem nächtliche Ruhestörungen und vereinzelte Fälle von Vandalismus.

Sie zogen eine positive Bilanz des Marktplatz-Sommers und setzen auf eine Fortführung: Bürgermeister Philipp Hahn (Zweiter von rechts) und seine Fachbereichsleiter (von links) Michael Werner, Marc Meßmer und Patrick Loll.
Hardy KromerDas Katzencafé wird kommen
Für die Zukunft gewünscht würden insbesondere mehr gastronomische Angebote. Da, so warf Bürgermeister Hahn ein, deute sich aber bereits eine erfreuliche Entwicklung an: Für das „Cats-and-Cake“-Café, das ein Paar in den Räumen der ehemaligen „Strumpfboutique“ plant, werde die Umnutzungsgenehmigung in den nächsten Tagen erteilt. Im Rathaus rechnet man damit, dass es bereits den „Marktplatz-Sommer 2.0“ im Jahr 2027 bereichern wird. „Das wird eine tolle Sache für die Stadt“, freut sich Hahn.
„Niemand fordert die Parkplätze zurück“
Von „überwiegend positiven“ Rückmeldungen berichtet Hahn auch aus den Reihen der Gewerbetreibenden, auch wenn sich die Kundenfrequenz nicht wesentlich verändert habe. Ein Ladeninhaber berichte von einer Umsatzsteigerung, zwei andere beklagten Rückgänge. Gleichwohl gelte auch hier: „Die Mehrheit ist klar dafür, das Vorhaben fortzuführen. Es hat niemand gefordert, die Parkplätze zurückzubringen.“
Freilich will die Stadt auch beim Parkkonzept rasch nachschärfen. Die Kurzzeitparkplätze direkt vor dem Rathaus sollen besser ausgeschildert werden. Außerdem wird man dort künftig 30 statt bisher nur 15 Minuten lang parken dürfen. „Das setzen wir unmittelbar um“, sagte Patrick Loll, der Leiter der Ordnungsbehörde.
Stadthimmel wird winterlich-weihnachtlich
Was auch in naher Zukunft, nämlich Ende Oktober, zu beobachten sein wird, ist der Abbau der bislang nur geliehenen Stadtmöbel. Auch über den Köpfen wird sich im November eine sichtbare Änderung ergeben: Die Lampions kommen weg, der Stadthimmel wird winterlich-weihnachtlich umgeschmückt. Lichter, Sterne, Schneeflocken werden dekorativ zum Einsatz kommen. Wie das genau aussehen wird, zeigt man aktuell noch nicht. „Das soll eine Überraschung werden“, sagt Philipp Hahn. Am Boden soll ein kleiner Winterwald mit drei bis vier Meter hohen Tannenbäumen aufgebaut werden. Hechinger Schüler und Kindergartenkinder sollen den Schmuck dafür basteln.
Bunte Schirme statt Lampions
Früher als in diesem Jahr, nämlich schon im März 2027, soll der Marktplatz auf die nächste Sommersaison vorbereitet werden. Eine jetzt schon beschlossene Neuerung ist, dass die Stadt einen Kioskwagen aufstellt, den die Vereine zum Bewirten ihrer Veranstaltungen nutzen dürfen. Der Stadthimmel soll abermals ein Hingucker werden. Es kehren allerdings nicht die Lampions zurück, sondern genauso viele bunte Regenschirme, wie man sie vielleicht schon in diversen französischen Kleinstädten gesehen hat.
Großes Lob an Vereine und Gastronomen
Kein neuer Marktplatz-Sommer ohne Veranstaltungen, die die Menschen in Scharen in die Altstadt locken. Marc Meßmer, der im Rathaus den Öffentlichkeitsbereich verantwortet, und Bürgermeister Hahn verbuchten das Veranstaltungskonzept des Premierensommers als durchschlagenden Erfolg. „Wenn was los war, waren die Hechinger auch da“, stellte Meßmer fest. Ein großes Lob der Stadtoberen galt den Vereinen, den Gastronomen und den Einrichtungen, die zur Belebung und Unterhaltung beigetragen haben. Meßmer stellte „ein schönes, rundes Angebot auch im nächsten Jahr“ in Aussicht. Und auch für die bevorstehende Winterzeit habe man schon Ideen im Köcher.

So voll war es auf dem Hechinger Marktplatz immer dann, wenn große Veranstaltungen auf die Beine gestellt wurden.
Klaus StifelJetzt muss nur noch der Gemeinderat grünes Licht geben. Der Arbeitskreis Innenstadt hat bereits so deutlich Zustimmung signalisiert, dass Hahn selbstbewusst sagen kann: „Wir gehen von einer großen Mehrheit aus.“

