Kunst in der Villa Eugenia
: Zwei „Faltenfreaks“ auf der Suche nach Schönheit

Hat Kunst mit der Gegenwart zu tun? Unter anderem das war Thema des Künstlergesprächs mit Markus Wilke und Christoph Traub zur Ausstellungseröffnung in der Hechinger Villa Eugenia.
Von
Klaus Stopper
Hechingen
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Der Bildhauer Christoph Traub, Henner Grube als Moderator und der Maler Markus Wilke (von links) haben zur Vernissage in der Villa Eugenia ein sehr spannendes Gespräch über Fragen der Kunst geführt.

Der Bildhauer Christoph Traub, Henner Grube als Moderator und der Maler Markus Wilke (von links) haben zur Vernissage in der Villa Eugenia ein sehr spannendes Gespräch über Fragen der Kunst geführt.

Klaus Stopper
  • In der Villa Eugenia eröffnete die Schau „maß und masse“ mit Markus Wilke und Christoph Traub.
  • Beide sprachen über Inspiration: Wilke fotografiert Abfallballen, Traub sucht Steine mit Formpotenzial.
  • Bezug zur Gegenwart blieb offen, doch Werte, Toleranz und die Suche nach Schönheit spielten eine Rolle.
  • Wilke malt Folien-Falten als gleichgemachte Reste, Traub formt reduzierte Figuren mit Fokus auf Bauch.
  • Ausstellung läuft bis zum 29. November und ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Kunstwerke? Woher kommen die Ideen dazu? Was fasziniert die sie erschaffenden Künstler an ihrer Arbeit? Und hat das alles einen Bezug zu aktuellen Problemen unserer Welt? Fragen, auf die die Künstler Markus Wilke und Christoph Traub am Sonntag in der Villa Eugenia Antworten gaben. Wenn auch sehr subjektive, wie sie betonten.

„maß und masse“

Der Titel der Schau in der Villa-Galerie, die am Sonntagnachmittag eröffnet wurde, lautet „maß und masse“. Mit dem Bildhauer Markus Wilke aus Schorndorf und dem Maler Christoph Traub aus Reutlingen stellen hier zwei über die Region hinaus bekannte Künstler aus. Zur Vernissage entwickelte sich zwischen ihnen im einfühlsam durch Henner Grube moderierten Gespräch ein vielsagender Dialog.

Zum Beispiel wurde die Frage gestellt, ob die Bilder von Markus Wilke, die meist gepresste Abfallballen aus ausgedienten Landwirtschaftsfolien zeigen, oder die Skulpturen von Christoph Traub, die nur noch entfernt menschlichen Figuren ähneln, einen Bezug hätten zu den oft beängstigenden Krisen und Läufen der aktuellen Zeitgeschichte. Ein klares Ja war da von beiden nicht zu hören. Eigentlich sei er einfach fasziniert von den Folien-Falten-Gebilden, die diese Ballen für ihn darstellen, meinte Markus Wilke. Aber es gebe schon etwas darüber hinaus, denn zugleich seien die Bilder auch Ausdruck „für anderes als das, was heute gültig ist“. Sie zeigten Gebilde aus minderwertigen und aussortierten Materialien, „die ihren Dienst schon hinter sich haben“, so Wilke, „und der Ballen macht sie alle gleich“. Dennoch seien sie für ihn malenswert. Für ihn ergeben sich dadurch Fragen zu Begriffen wie Toleranz und Wert, die man auch gesellschaftlich stellen könne. Ob man das auch so sehe, müssten Betrachter selbst entscheiden.

Schönheit ist die Antwort

Schönheit, so lautete die Antwort von Bildhauer Christoph Traub auf die Frage. Vielleicht sei die sehnsüchtige Suche nach ihr eine Antwort auf unsere Zeit. Früher habe er auch provozieren wollen. Da schuf er erkennbarer menschliche Figuren, durchaus auch mit klar ausgearbeiteten Sexualorganen. Heute erinnern viele seiner Figuren immer noch an Menschen, aber sie sind nur noch zu erahnen unter Hüllen. Und ihn interessiert nun eher die Bauchregion. Dessen Wölbungen stünden in viel direktem Zusammenhang mit einer Person. In diesen Figuren suche er im Stein einfach nach dem idealen Ausdruck. „Das habe ich mich früher nicht getraut, weil es einfach so schön war“, erklärte er. Das sei ihm als zu wenig vorgekommen. Heute genieße er einfach Schönheit. Ob das eine Antwort auf die Irritationen sei, mit denen einen die aktuelle Welt überschütte, das ließ er nachdenklich im Raum stehen.

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Faszinierende Falten

Im Gespräch ging es auch darum, wie beide Künstler je auf ihre eigene Art Anregungen für ihre Arbeit finden. Sammeln, lautet ihre Antwort. Wilke fotografiert dazu in Abfall- und Recyclinganlagen, Traub durchsucht Steinbrühe nach Steinen, in denen er künftige Formen erkennen kann. Und Falten seien etwas, das sie beide fasziniert, erklärte Markus Wilke. Sie beide seien „Faltenfreaks“. Faszinierend für beide sei auch die Art, wie sie im Lauf des Schaffensprozesses die Oberflächen ihrer Werke immer weiter verändern, „bis aus dem Objekt die Attraktion wird“, so Wilke. Ihm gehe es auch um die Bewegung, die er in seinen steinernen Objekten erzeugen könne, so Traub. Dahinter stecke eine sehr aufwendige Oberflächengestaltung, aber auch die geduldige Suche nach passenden Steinen. „Ich muss sehen, was rumliegt, und dann erkenne ich plötzlich, was für eine tolle Figur damit möglich ist“, so der Bildhauer.

Ein Reiz solcher Gespräche ist es immer auch, die Menschen reden zu hören und etwas näher kennenzulernen, deren Arbeiten da auf Sockeln und an der Wand zu bewundern sind. Und das hat im konkreten Fall das Seherlebnis sehr bereichert. Eine schöne Ausstellung. Nach dem offiziellen Gespräch bestand noch viel Gelegenheit zum direkten Gespräch mit den Künstlern.

Dauer und Öffnungszeiten der Schau

Die Ausstellung „maß und masse“ in der Villa Eugenia ist bis zum 29. November immer sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.