Kunst in der Villa Eugenia
: Schöner Recyclingmüll und verhüllte Körperwindungen

Packen von Verpackungsmüll, Steinsäulen mit menschlichen Zügen – am Sonntag, 25. Oktober, wird in der Villa Eugenia in Hechingen eine Ausstellung unter dem Motto „maß & masse“ eröffnet, die schön wirkt, aber dennoch geheimnisvoll bleibt und menschliche Grundfragen berührt.
Von
Klaus Stopper
Hechingen
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Der Maler Markus Wilke (links) und der Bildhauer Christoph Traub zeigen von Sonntag an in der Villa Eugenia Arbeiten, die schön und verstörend zugleich wirken.

Der Maler Markus Wilke (links) und der Bildhauer Christoph Traub zeigen von Sonntag an in der Villa Eugenia Arbeiten, die schön und verstörend zugleich wirken.

Klaus Stopper
  • Villa Eugenia in Hechingen eröffnet am Sonntag, 25. Oktober, die Schau „maß & masse“.
  • Zu sehen sind Malerei von Markus Wilke und Stein-Stelen von Christoph Traub.
  • Wilke malt gepresste Verpackungsballen, die abstrakt wirken und Recyclingmüll zeigen.
  • Traubs Stelen erinnern an verhüllte Körper oder Zweige, perfekt proportioniert.
  • Vernissage beginnt um 14 Uhr – die Ausstellung läuft sonntags 14 bis 17 Uhr bis 29. November.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Typisch für die Villa Eugenia: Wieder einmal verschmelzen in der Galerie die Arbeiten zweier Künstler – des Malers Markus Wilke und des Bildhauers Christoph Traub – zu einem emotional zugänglichen Gesamteindruck. Die Vernissage am Sonntag, 25. Oktober, beginnt um 14 Uhr. Henner Gruber wird dort im Gespräch mit den beiden Künstlern den wohl nie ganz zu ergründenden Geheimnissen und Bedeutungen hinter diesen Arbeiten nachspüren.

Perfekt proportioniert

Zu sehen gibt es viel. Im Raum die steinernen Stelen von Christoph Traub. Sie erinnern oft an sich heftig drehende und windende menschliche Körper unter Hüllen, wären da nicht die drei Beine oder Ständer, die unten rausschauen. Aber auch Muskulatur scheint unter der glatten Hüllenoberfläche zu wirken. Die Stelen könnten beim zweiten Blick aber auch abstrahierte Äste und Zweige sein, Tiere in einem Kokon. Nichts ist anatomisch korrekt, und doch ist jede Arbeit perfekt proportioniert. Manche Arbeiten ragen hoch bis auf Augenhöhe, manche sind flach und scheinen deutlicher Körper abzubilden, andere prall und in schwarzem Stein gearbeitet, wirken wie verpuppte Raupen. Kleinere Figürchen haben sich auf Podesten eingenistet und erinnern an antike Skulpturenbruchstücke.

Kunst aus Verpackungsmüll

An den Wänden sind ebenfalls Hüllen ein Thema. Seit über zehn Jahren beschäftigt sich Markus Wilke auf seinen Bildern unter anderem mit gepressten Ballen aus Verpackungsmüll, wie er in Recyclinganlagen anfällt. Das malt er eigentlich ganz gegenständlich ab, schafft damit aber dann doch auch wieder abstrakt wirkende Gemälde. Plastikfolien, Netze, Papier, andere Dinge, jeweils zu flachen Oberflächen gepresst, wo das Licht auf glatten Materialien reflektiert und an anderen Stellen vom stumpfen Papier absorbiert wird. Schnüre und Drähte halten das alles zusammen. Gerade in den großen Formaten flirrt der Eindruck zwischen schönen, abstrakten Eindrücken und dann doch wieder dem Erkennen von Verpackungsmüll, der fast schon als Sinnbild der heutigen Zeit gelten kann. Schön und furchtbar zugleich, für den Recyclingprozess fein in kubische Ballen gepresst und doch uferlos quellend. Eine verstörend schöne Kombination.

Beide Künstler sind namhaft. Markus Wilke kommt vom Rand des offiziellen Kunstbetriebs her, wurde zum Schauwerbegestalter ausgebildet, entwickelte sich vor diesem Hintergrund zum ambitionierten Maler mit viel Gefühl für die Wirkung spannender Flächen, aber auch zum Erschaffer von Kunstinstallationen, mit denen er mit seiner 1988 gegründeten Firma „Kunst vor Ort“ deutschlandweit in den öffentlichen Raum hineinwirkt. Dozententätigkeiten kamen dazu.

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Auch Christoph Traub kommt von einer handwerklichen Ausbildung her. Technische Präzision im Umgang mit Stein erlernte er zunächst als Steinmetz, ein Studium an der Kunstakademie Karlsruhe schloss sich an. Zahlreiche Ausstellungen, aber auch Einladungen zu Skulpturensymposien auf der ganzen Welt belegen seine Relevanz im Kunstbetrieb.

Dauer der Schau und Öffnungszeiten

Die Ausstellung „maß & masse“ ist bis einschließlich 29. November jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr in der Villa Eugenia im Hechinge Fürstengarten geöffnet.