Fürstengarten Hechingen
: Nur Konstantin und Eugenie fehlen: Park fast wieder im Original

Er ist ein Kulturdenkmal und schon immer ein Schmuckstück gewesen. Nach sieben Jahren und 1,5 Millionen Euro Kosten ist das Grün an der Zollernstraße wieder ein Englischer Landschaftsgarten.
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Die Umgestaltung des Fürstengartens ist schon seit einiger Zeit beendet. Zur offiziellen Einweihung des Parks im ziemlich originalen Zustand versammelte Bürgermeister Philipp Hahn (rechts) die Hauptbeteiligten um sich.

Die Umgestaltung des Fürstengartens ist schon seit einiger Zeit beendet. Zur offiziellen Einweihung des Parks im ziemlich originalen Zustand versammelte Bürgermeister Philipp Hahn (rechts) die Hauptbeteiligten um sich.

Ernst Klett
  • Hechingen weiht den erneuerten Fürstengarten ein – ein Englischer Landschaftsgarten.
  • Seit 2019 flossen annähernd 1,5 Millionen Euro in die Sanierung, Zuschüsse waren gering.
  • Sponsoren halfen: Kreisbau finanzierte Entree, Lions Club stiftete eine Wellingtonie.
  • Landschaftsarchitekt Albrecht Schaal leitete die Umgestaltung und lobte das Ergebnis.
  • Ein geplanter Tempel auf dem Hügel entfiel, stattdessen gibt es die „teuerste Sitzbank Hechingens“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Natur freien Lauf lassen? Oder ordentlich eingreifen und den ursprünglichen Zustand wiederherstellen? Diese Frage stellen sich ausgewählte Gartenbesitzer, die das Grün ums Haus etwas vernachlässigt haben. Die Stadt Hechingen hatte diese Entscheidung zu fällen für eine weitaus größere Fläche: ihren historischen Park in der Oberstadt. Der war vernachlässigt worden und irgendwann im Zustand eines riesigen Biotops angekommen. An die unter Denkmalschutz stehende Parkanlage, angelegt ab den späten 1780er-Jahren unter dem damaligen Fürsten Josef Wilhelm von Hohenzollern-Hechingen, erinnerte nicht mehr gar so viel.

Landschaftsarchitekt Albrecht Schaal: Stadt war mutig

Doch Hechingen hat Mut gezeigt und nach der kostspieligen Renovierung der Villa Eugenia auch das Grün drumherum angepackt. Sieben Jahre nach dem Auftakt der Sanierung ist jetzt die Einweihung des umgestalteten Hohenzollernparks gefeiert worden – am Eingang, wo an einer neuen Sitzgruppe eine informative Willkommenstafel prangt. Der Behauptung, dass das fast wieder erreichte historische Original ein Gewinn für die Stadt ist, dürfte wohl niemand widersprechen wollen. Das letzte Hechinger Fürstenpaar, Konstantin und Eugenie, hätte seine Freude am gelungenen Werk.

Bürgermeister Philipp Hahn blickte bei der Feierstunde nicht nur in die gepflegte Natur, sondern gezielt auch aufs Geld. Annähernd 1,5 Millionen Euro hat die Stadt seit 2019 in den Fürstengarten gesteckt, und die Zuschüsse aus Stuttgart haben sich in überschaubaren Grenzen gehalten. Der Denkmalschutz hat sich beteiligt, aber das war's dann auch. Umso bedeutender, so Hahn, seien bei diesem Großprojekt die Sponsoren.

Zwei waren an Ort und Stelle: Die Kreisbaugenossenschaft hat für 4700 Euro das neue Entree mit massiver Sitzbank und Infotafel (samt neuem Internetauftritt) finanziert, und der Lions Club Hohenzollern-Hechingen hat einen weiteren Baum bezahlt. Und was für einen! Die Wellingtonie, ein Riesenmammutbaum, ist kurz vor der Feierstunde auf der Wiese zur Orangerie hin gepflanzt worden. Wenn alles klappt, stehen für die Kosten von 5000 Euro bis zu 95 Meter Höhe, 30 Meter Umfang und eine Lebenszeit von bis zu 3000 Jahren bevor. Wie weitere Bäume im Park ist der Baum bewusst nicht standortgerecht, aber sehr wohl resistent gegen die Folgen des Klimawandels.

Gruppenbild mit Mammutbaum: Der Lions Club Hohenzollern-Hechingen hat für 5000 Euro eine beachtliche Spende geleistet. Von links: Frank Wiest, Rainer Netz, Bürgermeister Hahn, Hans-Peter Grohmann und Karl-Heinz Rauch.

Gruppenbild mit Mammutbaum: Der Lions Club Hohenzollern-Hechingen hat für 5000 Euro eine beachtliche Spende geleistet. Von links: Frank Wiest, Rainer Neth, Bürgermeister Hahn, Hans-Peter Grohmann und Karl-Heinz Rauch.

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Die Größe des Landeslogos auf der Infotafel täuscht.
Bürgermeister Philipp Hahn
Zuschüsse aus Stuttgart für den Fürstengarten gab es einzig ein bissle vom Denkmalschutz.

Ein weiterer, besser gesagt der Mäzen überhaupt, will öffentlich nicht genannt werden. Der Hechinger Unternehmer hat über die Jahre einen gut sechsstelligen Betrag beigesteuert. Ein Dank ging ebenfalls an meaPuna, das Unternehmen, das mit der neuen Orangerie das Gesamtensemble stimmig gemacht hat.

Sein Leben mit dem Hechinger Fürstengarten: Der bekannte Frankfurter Landschaftsarchitekt hat einst seine Diplomarbeit über den hohenzollerischen Stadtpark gemacht. Bei der Einweihung der Neugestaltung erläuterte er die Schwerpunkte.

Sein Leben mit dem Hechinger Fürstengarten: Der bekannte Frankfurter Landschaftsarchitekt hat einst seine Diplomarbeit über den hohenzollerischen Stadtpark gemacht und ist seither nicht mehr losgekommen. Bei der Einweihung der Neugestaltung erläuterte er die Schwerpunkte.

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Wie prächtig alles geworden ist, da musste das Hechinger Stadtoberhaupt nur Stichworte liefern, man sieht es schließlich. Neben der Villa Eugenia und dem „Pleasureground“ direkt davor, nannte Philipp Hahn den Monopteros-Hügel, den Schattengang, die zusätzlichen Wege und die Staudenbeete. „Das muss gepflegt werden“, war sein Kommentar, mit Blick bestimmt auch auf die Folgekosten. Aber alles ist trotzdem gut: Der Fürstengarten ist eingebunden in den beliebten Schaukelweg, er bleibt die grüne Lunge der Oberstadt, dient der Naherholung und ist ein Platz auch für Kultur. Hahns Fazit: Hechingen hat das fürstliche Erbe erneuert und gepflegt.

Wie einst bei den Fürsten, aber offen für alle, mit einer Ausnahme

Man muss jetzt nicht mehr den Ärmelkanal überqueren, um englische Gartenluft zu schnuppern. Der Hechinger Fürstengarten ist nach einer langwierigen und kostspieligen Umgestaltung vom Beinahe-Biotop zurückverwandelt worden in den historischen Zustand von vor über 200 Jahren und damit in einen Englischen Landschaftspark. Der anfängliche Privatgarten ist nach Motiven des berühmten Gartenkünstlers Hermann Fürst von Pückler-Muskau gestaltet worden. Öffentlich wurde die Grünanlage 1850, nachdem der letzte regierende Fürst von Hechingen-Hohenzollern seine Ländereien der preußischen Verwandtschaft vermacht hatte, die daraus mit Sigmaringen die Hohenzollerischen Lande schufen. Anschließend ans Preußen-Aus nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Park mit vielen weiteren Ländereien ans Sigmaringer Fürstenhaus. Das verkaufte den Fürstengarten 1987 der Stadt Hechingen. Der Preis soll nicht allzu hoch gewesen sein, heißt es. Der ganze Garten? Nein. Im südlichen Teil gehört eine beträchtliche Fläche mit der Villa Silberburg weiterhin den Sigmaringern.

Gruppenbild mit Bank: Die Kreisbaugenossenschaft Hechingen hat die massive Sitzgelegenheit und die neue Infotafel finanziert. Elisabeth Klaiber, die Geschäftsführende Vorständin der Kreisbau, wird umringt von Lions-Mitgliedern, einem Landschaftsarchitekten und einem Bürgermeister.

Gruppenbild mit Bank: Die Kreisbaugenossenschaft Hechingen hat die massive Sitzgelegenheit und die neue Infotafel finanziert. Elisabeth Klaiber, die Geschäftsführende Vorständin der Kreisbau, wird umringt von Lions-Mitgliedern, einem Landschaftsarchitekten und einem Bürgermeister.

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Mindestens 100 Mal ist er in den vergangenen acht Jahren von Frankfurt nach Hechingen gereist: Die Regie für die Umgestaltung des Parks hat der Landschaftsarchitekt Albrecht Schaal. Der ist mit dem Fürstengarten seit seiner Diplomarbeit 1987 eng verbunden und verantwortet das Parkpflegewerk. „Ich bin sehr zufrieden“, lobte Schaal bei der Einweihung das Gesamtwerk. Alles sei toll gemacht, stellte er an Michael Mößner gewandt fest. Dessen Zanger GmbH hat den Hauptanteil an der Neugestaltung.

Rücksicht auf den Naturschutz genommen

Dass man in etlichen Bauabschnitten vorgegangen sei, erklärte Schaal mit dem Verzicht auf eine Riesenbaustelle und der Rücksicht auf den Naturschutz. Man habe sich stets mit dem Hechinger Nabu abgestimmt. Vertreter der Gruppe oder auch der Freunde des Fürstengartens waren allerdings nicht zugegen. Die Wege, die Sichtachsen, die Aussichtspunkte: Alles ist geworden wie geplant, auch das „fast wichtigste Parkelement“, der Schattengang.

Auf dem Tempelhügel fehlt etwas, sagt der Landschaftsarchitekt

Eines freilich plagt den Gartenplaner auch fürderhin: Ein Tempelgebäude auf dem Hügel hatte der Denkmalschutz abgelehnt. Der Grund: Dafür gibt es auf keinem Plan einen Nachweis. Immerhin folgte als Ausgleich „die teuerste Sitzbank Hechingens“. Albrecht Schaal vergisst auch Schlagzeilen nicht.

Kein Thema bei der Feierstunde war der jüngste Aufreger im Hinblick auf den Fürstengarten: Sollte die Hecke zur sanierten Zollernstraße nicht doch komplett wegbleiben? Bevor es noch Aufstände gegeben hätte, einigte man sich auf einen Kompromiss: eine niedrigere Hecke. Den Fürstengarten haben halt alle Hechingerinnen und Hechinger ganz besonders lieb.