Haigerlocher Gewerbe
: Eine Million Euro für 215 Meter Straße

Nach weiteren Grunderwerben im brandneuen Haigerlocher Gewerbegebiet „Lichtäcker“ besteht dort jetzt die Möglichkeit, weitere Gewerbebauplätze zu erschließen.
Von
Thomas Kost
Oberndorf
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Die Heizungs- und Sanitärfirma Hemmer baut im Gewerbegebiet „Lichtäcker“ ein neues Firmen- und Werkstattgebäude.

Kost

Als erste Firma hat sich 2018 die Firma Alukon im „Lichtäcker“ angesiedelt. Die alteingesessene Firma Pezet AG wollte als nächste dort neu bauen. Doch diese Pläne zerschlugen sich wieder.

Inzwischen hat Pezet den hinteren Teil seiner Brache wieder an die Stadt vermacht – und diese hat den Streifen an die Haigerlocher Heizungs- und Sanitärfirma Hemmer weiterverkauft. Im Mai folgte der Spatenstich und die Rohbauarbeiten schreiten inzwischen erkennbar voran, damit das Unternehmen mit seinen 25 Mitarbeitern im kommenden Jahr dorthin umziehen kann.

Auftrag an Rottweiler Planungsbüro

Damit dem Haigerlocher Unternehmen in nicht allzu ferner Zukunft weitere folgen, soll die Erschließungsstraße dort jetzt um 215 Meter verlängert werden. Den Auftrag für entsprechende Planungen erteilte der Haigerlocher Gemeinderat Ende September dem Ingenieurbüro Pure Planning aus Rottweil. Die geplante Baumaßnahme umfasst neben dem Ausbau der Erschließungsstraße die Verlegung des Regen- und des Schmutzwasserkanals, die Verlegung der Trinkwasserleitung sowie die gleichzeitige Mitverlegung von Lehrrohren fürs Breitband.

Geld für Ausbau steht im Haushalt bereit

Im Haushalt der Stadt stehen dafür 860 000 Euro bereit. Weil sich die Kostenschätzungen dafür allerdings rund 1,06 Millionen Euro summieren, entsteht eine Finanzierungslücke von knapp 200 000 Euro. Diese kann aber voraussichtlich durch Einsparungen bei anderen Investitionsmaßnahmen geschlossen werden. Die Stadtverwaltung geht aufgrund günstiger Ausschreibungsergebnisse zum Beispiel von geringeren Kosten bei der Sanierung der Witthauhalle aus. Auch die zeitliche Verschiebung der Kindergartensanierung in Owingen verschafft etwas Luft.

Nach dem Baubeschluss sollen die erforderlichen Gewerke öffentlich ausgeschrieben werden. Die Fertigstellung der Straßenverlängerung soll nach Vorstellung der Stadtverwaltung im Mai 2026 erfolgen.

Ansiedlung von Gewerbe – und zwar nicht von großen, womöglich international aktiven Unternehme, sondern eher von soliden mittelständischen Handwerksbetriebe mit Entwicklungsperspektiven – das ist die neue Strategie, für die Bürgermeister Heiko Lebherz derzeit wirbt. Zum Beispiel beim kürzlichen Handwerkerjahrtag in Haigerloch oder erst Anfang dieser Woche beim Jahrtag des Gewerbevereins in Trillfingen.

Gewerbeansiedlungen: Bürgermeister optimistisch

Dass in Sachen wirtschaftlicher Entwicklung in Haigerloch etwas gehen kann, darüber ist Lebherz guten Mutes. Seit in Empfingen die Gewerbebauplätze rar geworden sind, wird nämlich auf einmal die ebenfalls nicht allzu weit von der Autobahn entfernte Stadt Haigerloch plötzlich interessant. „Wir haben in der Stadtverwaltung jede Woche Anfragen von externen Gewerbetreibenden“, bestätigt der Bürgermeister, erklärt aber auch: „Wir haben noch Plätze, aber auch nicht im Übermaß“.

Wie das ältere Gewerbegebiet „Madertal“ im kommenden Jahr nach Lebherz Darstellung vermutlich voll sein wird – dort siedelt sich unter anderem ein bisher in Starzach tätiges Unternehmen an – kommt für den Bürgermeister der nächste Entwicklungsschritt im „Lichtäcker“ genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Ansiedlung mittelständischer Firmen, die auch in Haigerloch ihre Gewerbesteuer entrichten, sind für ihn ein maßgeblicher Faktor dafür, wie sich der finanzielle Handlungsspielraum der Stadt in Zukunft entwickeln wird.

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