157. Jahrtag in Haigerloch
: Ohne TikTok und Co. geht auch im Handwerk nix mehr

Tradition heißt nicht nur diese zu pflegen, Tradition erlaubt auch durchaus den Blick in die Zukunft. So geschehen beim 157. Jahrtag der Ehrsamen Handwerkervereinigung Haigerloch.
Von
Thomas Kost
Oberndorf
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Die Ehrsame Handwerkervereinigung Haigerloch vor ihrem Zunftlokal „Krone“.

Kost

Traditionell begann der Handwerkerjahrtag mit einem ökumenischen Gottesdienst zu Ehren der Verstorbenen der Vereinigung in der Annakirche. Gestaltete wurde dieser vom katholischen Pfarrer Michael Storost und seinem evangelischen Kollegen Frank Steiner aus Rangendingen. Umrahmt wurde die Messe mit wunderbaren Klängen eines Ensembles aus musizierenden Handwerkermeistern unter der Leitung von Charles Gaus.

Mit der von Dirk Neidhardt getragenen Zunftfahne vorneweg und den beiden Zunftladen der Handwerkerzunft Mengen und der Handwerkervereinigung Haigerloch hinterher zog der Tross schließlich den kurzen Weg von der Kirche ins Zunftlokal „Krone“.

Der verstorbenen Meister gedacht

Der 2023 gewählte und 2024 aus gesundheitlichen Gründen verhinderte Zunftmeister Folke Weber eröffnete dort mit der Begrüßung der Gäste den ersten von ihm geleiteten Jahrtag. Dabei las er den Stiftungsbrief von 1865 vor, der den Ablauf des Tages regelt. Danach wurde eine Gedenkminute für insgesamt 13 verstorbene Meister eingelegt, zuletzt waren dies Schlossermeister Heinrich Hochheimer (2025) und Malermeister Helmut Sell (2024)

Bürgermeister Heiko Lebherz eröffnete den Reigen der Grußworte und skizzierte dabei die Stoßrichtung der künftigen Gewerbepolitik. “Unser erstes Ziel ist es, den ortsansässigen Betrieben etwas anbieten zu können“, so der Bürgermeister. Deshalb wolle man im Gemeinderat Vergaberichtlinien erarbeiten, die den Bedürfnissen mittelständischer Betriebe mit 25 Beschäftigten genauso gerecht werde, wie den Zwei-Mann-Betrieben.

Meisterprämie wie in Bayern

Der vergangenes Jahr zum Präsidenten der Handwerkskammer gewählte Alexander Wälde, ein 54-jähriger Friseurmeister aus Freudenstadt, wünschte sich eine Verdoppelung der Prämie von bisher 1500 auf 3000 Euro bei einer abgelegten Meisterprüfung. Vorbild sei hier Bayern.

Sein Stellvertreter Paul-Gerhard Alber, ein Mechanikermeister aus Albstadt, zeigte sich beeindruckt, wie in Haigerloch beim Handwerkerjahrtag „Kirche und Handwerk“ miteinander verwoben sind. Joachim Schwarz, Zunftmeister der Handwerkerzunft Mengen, lud die Vereinigung der Haigerlocher Zunft zur Teilnahme an den nächsten Mengener Heimattagen im Juli ein.

Soziale Medien ideal für Personalgewinnung

Claudia Hechler von der Handwerkskammer Reutlingen bildete den Abschluss des offiziellen Teils. Sie zeigte in einem kurzen Vortrag auf, wie das Handwerk soziale Internet-Plattformen wie TikTok, Facebook oder Instagram zur Personalgewinnung nutzen kann. Kanäle, die vor allem von der jüngeren Generation genutzt werden. Sie bot dabei die Unterstützung der Handwerkskammer in Form von Webinaren oder jungen Ausbildungsbotschaftern an.

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